buble arrow2

Das Google+ Office für die interne Kommunikation

Wie arbeiten Sie bisher mit Ihren Kooperationspartnern und Mitarbeitern zusammen? Falls Sie nicht mehr mit der E-Mail zufrieden sind, aber sich bislang nicht mit Yammer, Socialcast oder vergleichbaren Social Enterprise Ansätzen anfreunden konnten, sollten Sie mal einen Blick auf das neue “Google+ Office” setzen. Gerade für kleine Unternehmen können die neuen Enterprise-Funktionen von Google+ sinnvoll sein.

Google+ erhält einige Features, über die unternehmensintern Inhalte besser in eigenen Circles geteilt und administriert werden können. Google-App-Nutzer können Google+ nicht nur als externen Distributionskanal ihres Contents nutzen, sondern künftig auch noch als Social Enterprise Tool verwenden.

Google+ Beiträge lassen sich ab sofort intern veröffentlichen. Unternehmen sind dadurch in der Lage, den Nutzerkreis genau zu bestimmen und auf diese Weise die Verbreitung der Informationen zu steuern. So lassen sich eingeschränkte Artikel innerhalb der eigenen Organisation oder mit externen Kooperationspartner teilen.

Das ist beispielsweise sehr praktisch für Social Media Manager, die auf diese Weise ihre inhaltlichen Planungen vorantreiben und miteinander abstimmen können. Mir ist allerdings noch nicht ganz klar, wie man die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter auf die eigenen Google+ Artikel lenken kann. Wenn jemand aktiv Google+ nutzt, bezieht er in der Regel viele Inhalte darüber. Die Unternehmensinfos könnten dabei untergehen. Voraussetzung für den Erfolg einer internen Nutzung ist es daher ein aktives Circle Management und die Bereitschaft in Informationskreisen zu denken. Erst wenn man sich darauf wirklich einlässt, profitiert man vom Google+ Office.

Am besten gefällt mir Googles Ankündigung, dass die Videomeetings (Google+ Hangout) besser in den Google Apps integriert werden. Dadurch können Organisationen den Videochat über Gmail, Google Docs oder den Google Kalender ansteuern und Kollegen dort jeweils gezielt einladen. Das erlaubt es, sehr viel besser über Desktopsharing zusammenzuarbeiten. Ich kann als Google App Nutzer über meinen Google Kalender zu einem Videochat einladen und dabei gemeinsam ein Google Doc bearbeiten.

Das Privat Sharing ist sicherlich ein kleiner Fortschritt und macht Google+ für den unternehmensinternen Einsatz interessanter. Google kündigt an, dass den neuen Funktionen weitere in einigen Monaten folgen sollen.

Doch wie sollen sich Mitarbeiter verhalten, die einen privaten Google+ Account nutzen und jetzt von ihren Unternehmen zu den Business Accounts eingeladen werden. Mit welcher E-Mail – der privaten oder der vom Unternehmen – ist mein Google+ Account verbunden? Das Betreiben zweier Nutzeraccounts ist nicht empfehlenswert, weil es alle Google+ Mitglieder nur verwirren dürfte. Es sollte immer nur eine Personenmarke und Personal Reputation geben.

Seit einigen Monaten kann ich zwar meine Google+ Adresse mit all meinen Kontakten portieren, was großartig ist. Doch das eigentliche Problem wird dadurch nicht gelöst. Leider verliere ich als Plusser dabei all meine Inhalte, die zum alten G+ Account gehören. Solange diese Frage nicht befriedigend gelöst ist und ich meine Inhalte jederzeit mitnehmen kann, verliere ich immer meine bisherigen Aktivitäten auf Google+ an den alten Account. Dennoch kann ich mir sehr gut Google+ als Social Enterprise Tool vorstellen. Wer hat in dieser Hinsicht bereits Erfahrungen gemacht?

Letztlich ist es egal, welche Social Media Tools Sie intern für die Kommunikation nutzen, solange es Ihnen gelingt, diese Instrumente auch kulturell zu verankern. Erst wenn es Ihnen gelingt, dafür eine gewisse Akzeptanz zu schaffen, können Sie im Enterprise 2.0 erfolgreich sein. Sollte niemand sich insgesamt auf Google+ einlassen, fehlt die breite Kenntnis um dessen Funktionen, fällt es auch schwer, dieses in einem Unternehmen zu implementieren. An Begeisterung für Google+ fehlt es noch ein wenig hierzulande. Allzu viele Kritiker beschwören noch immer eine Geisterstadt auf Google+.

Gerne können wir uns über diese Frage auch auf Google+ unterhalten. Ich bin unter meiner Google+ Vanity URL https://plus.google.com/+KlausEck/ erreichbar.

>> NyTimes: Bits: Google Plus Goes to the Office
>> Computerwoche: Erste Unternehmens-Funktionen für Google+
>> Google+ im Unternehmen
>> ZNET: Google+ um Enterprise-Funktionen erweitert

 

  • Josef Rankl

    Hallo Herr Eck, ich finde das Thema und Ihren Artikel dazu spannend und gut. Zu dem Problem die Unternehmensinfo könnten unter gehen: Jeder kann seinen Newsstream nach den Circles sortieren. Ich kann als (aktiv) nur Infos von meinem Circle (Mein Unternehmen) einstellen und filtern. In dieser Einstellung kann ich die Wichtigkeit des Newsstreams aus dem Circle anpassen und sogar Benachrichtigungen abonnieren.

  • Andreas Krause

    Google+ Communities bringen noch weitere interessante Aspekte in dieses Thema. Siehe hierzu auch mein Kommentar in Klaus Eck’s Beitrag auf Google+: https://plus.google.com/u/0/110973491112642353477/posts/GWGMEJCvHML