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Google+ und der liebe Content

Jeder Google+ Nutzer kann ab sofort seinen Google+ Account wechseln, ohne seine Kontakte (Follower) und Circles (Verteiler) dabei zu verlieren. Es gibt Google+ Mitglieder, die über ihren Firmenaccount (Google Apps Account) oder privaten Account aktiv sind. Wer mit einem einzigen Google-Account arbeiten will, kann nun zwischen den zwei Accounts wechseln. Das ist unter anderem notwendig, wenn man sich beruflich verändert.

Ich bin von Anfang an bei Google+ dabei und habe mich zunächst mit dem privaten Google-Account unter klaus.eck@gmail.com angemeldet, würde zu gerne zu meiner normalen E-Mail-Adresse unter Eck-Kommunikation migrieren, zumal ich darüber nur Google+ betreibe und keine E-Mails lese oder verschicke. Erst seit Oktober 2011 kann man auch über Google App Accounts Google+ nutzen.

Das neue Google+ Circles Transfer Tool stellt leider keine befriedigende Lösung dar: Google Takeout überträgt all meine Kontakte und Verbindungen von einer Quelle (dem alten Google+ Account) zur neuen Google+ Adresse. Dieser Übertragungsprozess dauert rund eine Woche und führt zu einer kurzen Stilllegung von zwei Tagen. Das ist alles kein wirkliches Problem. Anschließend kann jeder sein Netzwerk weiterhin über das neue Google+ Profil mit den herkömmlichen Einstellungen nutzen. Allerdings gilt es bei diesem Google+ Transfer vieles zu bedenken:

Der Transfer: Google TakeOut macht die Nutzer flexibler. Auf leichte Art und Weise lassen sich alle Kontakte und Beziehungen auf neue Adressen übertragen. Das ist ein großer Fortschritt für alle, die noch nicht so lange und aktiv auf Google+ sind und auf diese Weise neu und professionell starten können und wollen.

Konsequenzen für den Betrieb einer Unternehmensseite auf Google+: Wer migriert, kann nicht die Administrationsrechte seiner Page automatisch übernehmen. Dazu müssen vom alten Account als Eigentümer zunächst selbst die Adminrechte überschreiben lassen. Wenn Sie diese Rechte ohnehin nicht haben, müssen Sie erneut als Admin eingeladen werden, um auf Google+ für das Unternehmen aktiv zu sein. Falls Sie selbst als Admin für eine Seite verantwortlich sind, ist es erforderlich den Migrationsprozess mit dem Eigentümer abzustimmen.

Auszeit: Zwei Tage ohne Google+ wird für die meisten Nutzer zu verschmerzen sein. Doch nach einer hoffentlich gelungenen Migration können Sie für das darauffolgende halbe Jahre keine weitere Migration vornehmen und auch nicht zurückkehren. Sobald Sie den Google+ Transfer gestartet haben, ist er nicht mehr zu stoppen.

Content is King: Anscheinend wird die Bedeutung des Inhalts auf Google+ in diesem Falle ein wenig unterschätzt.  Wenn ich heute Google TakeOut nutze, sollte ich als erstes ein komplettes Backup meines alten Accounts vornehmen. Denn bei einer Migration kann ich nur mein Netzwerk mitnehmen. Der bisherige Google+ Content bleibt zurück bei der Quelle und kann somit eigentlich nicht mehr wirklich von mir als Plusser genutzt werden.  Das hat zur Folge, dass alle Fotos, Videos, Postings und Kommentare im alten Account liegen bleiben.

Gleichzeitig empfiehlt Google mir, den alten Account (mit all seinen Inhalten!) zu löschen, damit es zu keinen Verwechselungen kommen kann. Wer zwei Accounts unter seinem Namen hat, muss immer deutlich machen, welcher aktiv oder wofür genutzt wird. Das führt allzu schnell zur Verwirrung der Plusser, die nicht mehr wissen, wen Sie ihren Kreisen hinzufügen sollen. Aus diesem Grunde ist es aus dieser Sicht sicherlich richtig, den alten Account zu löschen. Allerdings erst nach einem Backup. Nur kann man es sich als erfolgreicher Google Plusser leisten, all seine Postings aufzugeben?

SEO: Auf Google+ habe ich inzwischen rund 37.000 Follower und Hunderte von Postings veröffentlicht. In der Regel tagge ich diese Inhalte. All das gebe ich bei einer Migration vermutlich auf, zumindestens wenn ich den Ursprungsaccount lösche. Wie wirkt sich der Abschied vom alten Account (inkl. Löschung) auf die Suchmaschinen aus? Viele Fragen werden erst nach einer gewissen Erfahrung mit den Neuerungen zu klären sein.

Fazit: Solange der Content bei dem Transfer draußen bleiben muss, ist der Migrationsprozess nicht besonders ausgegoren. Für Influencer, die früh und erfolgreich mit Google+ arbeiten, ist es nicht unbedingt empfehlenswert, einen Transfer vorzunehmen. Es gibt einige Workarounds, über die sich die Inhalte aus Google+ ziehen und an anderer Stelle wieder online stellen lassen.

Aber lieber wäre es mir, einen kompletten Transfer oder eine einfache Umbenennung meines Accounts zu erreichen. Aus Reputationssicht machen erst die Inhalte einen Google+ Account aus. Wenn ich auf den Content verzichte, verliere ich auch die alte Vertaggung und Verlinkung ein Stück weit. Das wirkt sich unmittelbar auf meine Online-Reputation aus. Wer über Google+ sucht, findet dann vermutlich nur alte Inhalte, die von anderen geteilt worden sind. Das heißt, der Content Owner verliert alles, während andere davon profitieren. Ich würde mir eine komplette Migration wünschen, die dem Content seinen wahren Wert beimisst. Es geht nicht nur um Menschen und ihr Network, sondern auch um ihre inhaltlichen Beziehungen.

>> Google+: Apps-Account lässt sich auf normalen Account übertragen und vice versa