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Wie Daniel Fürg Content Marketing für die 48forward einsetzt

In München findet am 22. Februar 2018 zum dritten Mal die Innovations- und Zukunftskonferenz 48forward statt, zu der Speaker aus aller Welt eingeladen worden sind. Kulturelle und gesellschaftliche Trends und Visionen stehen im Mittelpunkt der Konferenz. Damit will Veranstalter Daniel Fürg dem üblichen Marketing-Blabla anderer Veranstaltungen etwas entgegensetzen.

Daniel Fürg hat vor einigen Jahren seine ersten Events im Social-Media-Umfeld gestartet. Dabei hat er mit Social Secrets viele Erfahrungen gesammelt, die in das Veranstaltungsformat 48forward (abgekürzt 48FWRD) eingeflossen sind. Sein Kerngeschäft liegt in der Innovations- und Kommunikationsberatung. Im PR-Blogger-Interview liefert Daniel Fürg einige Hintergründe zu seiner internationalen Konferenz.

Wie ist die Veranstaltung 48forward überhaupt entstanden?

Wir schauen uns in unserer Beratung die Kommunikationskultur im Unternehmen an und überlegen uns, wie wir die verbessern können und haben dazu am Anfang relativ monothematische Businessevents rund um Social Media und Digitalthemen gemacht. Doch irgendwann war uns dieses Thema zu eng gefasst. Wir hatten einen zu starken Tunnelblick und wollten uns breiter aufstellen. Aus diesem Grunde haben wir unser Event 48FWRD entwickelt.

48FWRD ist im Endeffekt eine Innovations- und Zukunftskonferenz, bei der wir uns anschauen, welche gesellschaftlichen, kulturellen und technologischen Trends und Entwicklungen sich auf bestimmte Lebens- und Wirtschaftsbereiche auswirken. Deshalb stellen wir uns die Frage, was macht zum Beispiel die Künstliche Intelligenz mit unserem Gesundheitswesen oder was macht Virtual Reality mit Medien, wie verändert die Blockchain unser Bankwesen usw.

Daniel Fürg

Somit geht es bei 48forward um kulturelle und gesellschaftliche Themen und nicht so sehr um Social-Media-Marketing?

Genau, im Endeffekt ist unser Eventfokus sehr breit angelegt. Wir schauen in ganz viele Branchen hinein und überlegen uns, wie diese sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren entwickeln werden.

Du sprichst vor allen Dingen ein internationales Publikum an, obwohl 48forward in München stattfindet. Wie kommst du zu den Referenten und den Teilnehmern aus aller Welt?

Wir haben uns relativ international aufgestellt. In diesem Jahr kommen 50 Speaker aus zehn Ländern und wir erwarten 500 Teilnehmer im Publikum , die auch aus ganz Europa kommen. Die Speaker stammen aus unserem Netzwerk, das sich aus unseren weltweiten Aktivitäten speist. Zudem gehen wir international auf zahlreiche passende Veranstaltungen und versuchen dort die Speaker zu finden, die etwas Spannendes über Innovationsthemen zu erzählen haben oder interessante Dinge erlebt haben. Wir bekommen darüber hinaus auch sehr viele Vorschläge für Speaker.

Neben dem Hauptevent 48forward macht Ihr international auch viele Sideevents. Wie muss man sich das vorstellen?

Unsere Satellite Events machen wir übers ganze Jahr hinweg in verschiedenen Formaten. So machen wir sogenannte Masterclass Sessions, in denen wir unsere 48FWRD-Themen in kleinen Veranstaltungen ausprobieren. Diese führen wir später in unserer Hauptveranstaltung in München zusammen.

Es gibt bei uns unterschiedliche Formate. Eine Masterclass Session kann auch mal einen ganzen Tag dauern, damit wir ein Thema in seiner Tiefe behandeln können. Zudem gibt es Talk Sessions am Abend, wo wir in der Regel ein kleines oder zwei thematische Panels zusammenstellen und das Ganze mit Networking verbinden. Außerdem machen wir noch Side Events während anderer großen Veranstaltungen auf der ganzen Welt, sei es während der Slush in Helsinki oder während der South by Southwest in Austin (SXSW).

Was kann ein Teilnehmer bei Euch erwarten, womit überrascht Ihr ihn?

Wir überraschen ihn mit Speakern, die der Besucher so bestimmt noch nicht auf der Bühne gesehen und gehört hat. Uns ist der Mix aus Leuten, die man irgendwie kennt und Unternehmen, die man kennt, sehr wichtig. Dabei stehen die innovativen Themen und die Geschichte darum herum im Mittelpunkt. Zudem setzen wir auf Speaker, die vielleicht noch nie auf der Bühne waren und noch nie öffentlich über ihre Themen gesprochen haben. Mitunter stellen wir dadurch auf unseren Panels sehr kontroverse Meinungen einander gegenüber und wollen darüber Debatten erzeugen. Was man bei uns nicht erwarten kann, das sind die klassischen werblichen Marketing Präsentationen, wo sich jemand auf die Bühne stellt und zeigt, wie toll sein Produkt oder sein Unternehmen ist, weil wir das grundsätzlich ablehnen.

Das braucht natürlich kein Mensch. Ihr bereitet Eure Events auch dadurch vor, dass Ihr Podcasts macht und ein Blog betreibt und eigentlich auf diese Art und Weise auch Content Marketing mit den Akteuren betreibt. Wie sieht das genau bei euch aus, was macht Ihr alles in dieser Hinsicht?

Unter der Marke bynd48 haben wir all unsere Aktivitäten zusammengefasst. In unserem bynd48 Blog bringen wir regelmäßig Interviews und berichten über aktuelle Themen rund um die 48FWRD. Darüber hinaus machen wir einen Podcast bynd48 weekly, in dem wir auf die spannenden Themen der vergangenen Woche zurückblicken. In einem weiteren Format namens bynd48 Talk laden wir regelmäßig Gäste zum Gespräch ein. Auf diese Weise wollen wir auf unsere Themen neugierig machen und einen Einstieg in unsere Konferenzwelt vermitteln.

48forward conference

Wie läuft das im Vergleich zur klassischen Konferenz Vermarktung, ist es erfolgreicher aus Deiner Sicht?

Über unser Content Marketing sind wir in der Lage, gezielter Interessenten themenfokussiert anzusprechen. Wir können genau erkennen, wer sich für welche Themen interessiert und wer worauf reagiert. Daraus leiten wir den Aufbau unserer Panels und Tracks ab. Wenn sich unsere Besucher für Mobilitätsthemen interessieren, erhalten diese Hinweise auf unser entsprechendes Konferenzangebot. Der Content soll natürlich die Aufmerksamkeit auf unser Event 48FWRD lenken, ohne dabei zu nerven.

Welche drei Themen kannst Du persönlich besonders empfehlen bei Eurem nächsten Event?

Besonders spannend finde ich das ganze Thema Future of Money, also alles, was sich rund um Blockchain, Crypto Currencies, Bitcoin, ICOs und Co bewegt. Zudem rückt das Thema Governance immer mehr in den Mittelpunkt. Wie müssen sich heute die Regierungen oder ein Staat aufstellen, um der Digitalisierung gerecht zu werden? Brauchen wir einen Digitalminister? Oder nicht? Wir haben Kaspar Korjus auf der Bühne, der als Managing Director in Estland für das ganze e-Residency-Thema verantwortlich ist. Als drittes entscheide ich mich für das Social Entrepreneurship, für Startups, die die großen Menschheitsprobleme lösen wollen.

Inwieweit setzt Ihr Euch mit Zukunftsforschung oder Trendforschung auseinander?

Wir sind in erster Linie an Aufklärung interessiert. Unsere Welt wird immer komplexer. Die Veränderungen kommen immer schneller und bringen neue Themen mit sich, ohne dass die Menschen damit mitkommen können. Wenn das Neue nicht verstanden wird, macht es Angst. Daraus erwächst meistens etwas, was nicht gut ist.

Also willst Du den Menschen die digitale Angst nehmen?

Ja, ich will ihnen jedoch nicht nur die digitale Angst nehmen, sondern generell die Angst vor dem Fremdem, was sie einfach nicht verstehen. Das hat nicht unbedingt etwas mit neuen Technologien zu tun. So hat die Flüchtlingskrise hierzulande deutlich gezeigt, wie sehr die Bevölkerung mit Unverständnis und Angst auf schnelle Veränderungen reagiert. Wir leben in einer Zeit der gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche, die erst einmal für Unsicherheit sorgen. Indem wir dieses in unseren Konferenzen aufgreifen, wollen wir ihnen die oftmals unbegründete Angst vor dem Neuen nehmen und Veränderungen als Chance erlebbar machen. Bei 48FWRD kommen die Menschen zusammen, die an einer besseren Welt arbeiten, die Probleme transparenter und verständlicher machen.

All unsere Speaker werden automatisch Mitglied in unserem Green Circle Club. Dadurch werden sie zu all unseren Konferenzen eingeladen. Dabei besteht unser Ziel darin, eine Community aus den zukunftsorientieren Menschen zu bilden. Wir laden alle dazu ein, mit uns über die Zukunft nachzudenken und diese gemeinsam zu gestalten.

Vielen Dank für das Gespräch, lieber Daniel.

 

Bildquelle: Daniel Fürg