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Sharing: Das Prinzip kostenlos

Prinzip kostenlos„Du kannst (fast) alles verschenken, was du weißt – wenn du das verkaufst, was du kannst!“ Nach diesem Prinzip agieren immer mehr Unternehmen und Berater, vor allem im Internet und in Sozialen Netzwerken. Das neue Buch von PR-Doktor Kerstin Hoffmann „Prinzip kostenlos“ liefert erstmals eine komplette Strategie dazu. Für die Praxisbeispiele hat die Autorin acht bekannte Wissens-Teiler interviewt, darunter Sabine Asgodom, Gunter Dueck, Kathrin Passig und mich.

Das vollständige Interview können Sie vorab im PR-Blogger nachlesen. Außerdem hat uns Kerstin Hoffmann zwei Exemplare zur Verfügung gestellt, die wir ab sofort unter den Kommentaren hier im Blog und auf unserer Facebook Seite verlosen.

Herr Eck, Ihr „PR-Blogger“ ist für die Kommunikationsbranche sozusagen die Mutter aller Fachblogs. Wie sind Sie auf die Idee gekommen zu bloggen?

Meine ersten Blogerfahrungen habe ich schon sehr früh gemacht. Mitte der 90-er Jahre bin ich auf die Frankfurter Buchmesse gereist, habe dort mit einer der ersten Digitalkameras Fotos gemacht und über die Messe berichtet. Daraus entstanden Artikel, die sofort bei der Fachzeitschrift Buchmarkt publiziert worden sind. Damals nannten wir das Cyberjournalismus, heute würde man es als Bloggen bezeichnen. 1999 habe ich dann anfangs anonym gebloggt, später auf unterschiedlichen Plattformen experimentiert, bevor ich den PR-Blogger gegründet habe. Dabei habe ich sehr früh auf das Konzept Reputation und Selbstvermarktung durch Content gesetzt.

Wie hat sich das für Sie beruflich ausgezahlt?

Mit den Ergebnissen bin ich sehr zufrieden. Anfangs bin ich sicherlich durch meine Bloginhalte in Fachkreisen bekannter geworden, später kamen meine Bücher „Corporate Blogs“ und „Karrierefalle Internet“ dazu. Ich konnte meine Texte für meine persönliche Positionierung im Online Reputation Management (siehe auch „Transparent und glaubwürdig„) nutzen und dadurch mein Unternehmen Eck Kommunikation auf- und ausbauen. Wir beraten vor allem große Markenunternehmen. Aufgrund unserer Unternehmensentwicklung habe ich mich immer mehr auf die eigentliche Beratung konzentriert. Deswegen kann ich selbst nicht mehr so aktiv wie früher im Blog schreiben. Daraus habe ich die Konsequenz gezogen, Autoren zu gewinnen, darunter Mitarbeiter von Eck Kommunikation sowie Kooperationspartner.

Haben Sie nie Bedenken gehabt, so viel hochwertiges Wissen im Netz zu teilen? Hat das jemals jemand ausgenutzt?

Wir leben in der Sharing Economy, wenn man so will. Dabei geht es nicht mehr darum, sein Know-how zu verstecken, sondern es mit anderen zu teilen. Das ist ein sehr gutes Investment in die Zukunft. Denn Menschen merken sich sehr wohl, wer sie inspiriert oder ihnen geholfen hat. Je mehr ich von meinem Wissen preisgebe, desto stärker positioniere ich mich darüber online wie offline. Letztlich kann ich ohnehin immer nur einen Bruchteil davon abgeben.

Sie sind seit so vielen Jahren auf allen wichtigen Kanälen aktiv. Wird Ihnen das nie zu viel?

Natürlich sollte jeder  seine persönliche Grenzen kennen und nicht immer auf allen Hochzeiten tanzen. Wenn ich keine Lust mehr auf  einen Kanal habe, verabschiede ich mich von diesem wieder. Ich probiere viele aus, um meine Kunden besser beraten zu können. Ohne eine persönliche Erfahrung kann ich nicht wirklich glaubwürdig über eine Social-Media-Strategie sprechen. Meine begrenzte Zeit verteile ich immer auf die für mich wichtigsten Kanäle und gebe mit der Zeit an meine Mitarbeiter ab. Vom Gedanken, alles selbst zu machen, habe ich mich lange verabschiedet. Aber ein Gefühl dafür möchte ich weiterhin aufrechterhalten.

Sie beraten auch Consumer-Marken. Sich selbst müssen Sie aber als Berater für Unternehmen – also B2B – vermarkten. Wo sehen Sie da die wesentlichen Unterschiede?

Es gibt zwar einige Unterschiede in der jeweiligen Ansprache, aber für jede Marke benötige ich die Öffentlichkeit, eine klare Positionierung und gute Ideen. Letztlich geht es immer um eine punktgenau Ansprache der Adressaten. Dazu sind Blogs, Twitter, Facebook, Google+ und andere Kanäle geeignet. Nur muss ich jeweils deren Stellenwert unterschiedlich gewichten, wenn ich damit erfolgreich sein will.

Wo klicken Sie im Social Web sofort weg? Und welche Art von Beiträgen, welchen Content lesen Sie am liebsten?

Reine Unterhaltung reizt mich wenig, kostet vor allem viel zu viel Zeit. Daher verzichte ich bislang auch auf Social Games auf Facebook und co. – Diskussionen um ihrer selbst willen, nach dem Motto „Wer ist der beste oder größte?“ – darauf kann ich gerne verzichten. Stattdessen bevorzuge ich fachliche Inhalte, die direkt mit meiner Arbeit in Social Media zu tun haben.

Alle Details zum Buch: Hoffmann, Kerstin: Prinzip kostenlos. Wissen verschenken – Aufmerksamkeit steigern – Kunden gewinnen. Mai 2012.

Weitere Informationen gibt es auf der Website zum Buch „Prinzip Kostenlos“.