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Sind Corporate Blogger austauschbar?

Ohne die Persönlichkeit ihrer Autoren sind Corporate Blogs in der Regel nicht wirklich erfolgreich. Erst die Menschen hinter dem Online-Magazin vermitteln eine gewisse Glaubwürdigkeit und Authentizität. Sie verleihen der Unternehmensmarke ein Gesicht und lassen sie lebendig erscheinen. Wenn ein Corporate Blog ohne Bilder und Kontaktdaten auskommt, dann heißt es in der Blogosphäre gleich, er sei nicht transparent genug. Schließlich wollen die Blogleser wissen, mit wem sie es zu tun haben und erfahren, wessen Meinungen und Gedanken sie lesen. Außerdem geht es darum, eine Beziehung aufzubauen. Zuweilen gibt gar Blogs, die vor allem wegen der Personenmarke und nicht so sehr wegen dem Unternehmen selbst gelesen werden.

Was sollen aber Unternehmen tun, wenn ein Mitarbeiter Karriere macht und sogar ganz geht? Darf man sich überhaupt abhängig  von einzelnen bloggenden Angestellten machen? Nicht wirklich, aber deshalb setzen viele Corporate Blogs auch auf mehrere Corporate Blogger. Darüber hinaus ist es entscheidend, den Übergang zu moderieren. Wie das geschehen kann, hat vor einiger Zeit Otto sehr gut vorgemacht.

Beim bekannten Modeblog Two for Fashion ist die Fashion-Bloggerin Mahret Kupka gegangen. Eine andere Personenmarke: Thuy Ha hat ihre Position im August übernommen. Die 19-Jährige bloggt schon länger in ihrem persönlichen Blog Shoupett erfolgreich über Modethemen.

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Die Situation des Übergangs war für den Versandhändler Otto durchaus heikel. Denn in der jüngeren Leserschaft gibt es eine nahezu freundschaftliche Bindung zur Markenbotschafterin Mahret. Denn das letzte, was durch einen solchen Wechsel hervorgerufen werden sollte, sind negative Reaktionen oder gar eine schwindende Leserschaft.

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Um die Leser langsam an die Umstellung zu gewöhnen und sie nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen, hat Otto bereits frühzeitig damit begonnen, den Wechsel zu kommunizieren. Es sollte bei einem derartigen Wandel nie darum gehen, einen leeren Platz zu besetzen, sondern erst gar keine Leere entstehen zu lassen. Getreu diesem Grundsatz hatte Mahret ihren Abschied bereits zwei Wochen im Voraus angekündigt und nur zwei Tage nach dieser Ankündigung Thuy als ihre Nachfolgerin vorgestellt. Auf diesem Weg waren beide für eine Zeit lang als Autorinnen tätig und das freundschaftliche Verhältnis zwischen der alten und der neuen Bloggerin hat sich schnell auf die Leserschaft übertragen. Durch die direkte Ansprache der scheidenden Bloggerin und den Einblick in ihren künftigen Lebensweg wurde darüber hinaus Verständnis geschaffen und die Beziehung zum Blog Two for Fashion intensiviert.

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Für Otto ist dieser Wechsel durchaus gelungen. Denn Thuy wurde nicht nur direkt von der Leserschaft akzeptiert, sie hat zusätzlich auch noch ihre eigene große Fangemeinde mit an Bord genommen und dadurch die Reichweite des Corporate Blogs vergrößert. Kommuniziert wurden die Veränderungen in einem Zeitraum von zwei Wochen über diverse Kanäle: Two for Fashion natürlich, aber auch über die Facebook Profile des Blogs und der Autorinnen sowie über Twitter und die Kommunikationskanäle von Thuy, der Nachfolgerin (ihr Blog und Twitteraccount). Der Spannungsbogen, der in dieser Zeit aufgebaut wurde, sorgte für eine steigende Zahl an Kommentaren, Followern auf Twitter und RSS-Abonnements.

Haben Sie schon Erfahrungen mit dem Abschied eines Unternehmensbloggers gemacht? Oder sind selbst gegangen? Wie haben Sie das erlebt? Wie haben die Leser darauf reagiert?

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Klaus Eck