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Morgenwelt 78: Wahre Freundschaften im Netz?

Von den rund 477 Millionen aktiven Facebook-Usern, nutzen 50 % das
soziale Netzwerk täglich. Jedes Mitglied hat im Schnitt 130
Kontakte. Der durchschnittliche Nutzer ist mit 60 Seiten, Gruppen und
Veranstaltungen verknüpft und erstellt jeden Monat 70 Inhalte.
Solche Zahlen
hätte wahrscheinlich selbst Mark Zuckerberg vor einigen Jahren noch
nicht für möglich gehalten. Doch zahlreiche "Freundschaften" im Netz
sagen trotz allem nichts darüber aus, wie beliebt jemand ist. Wer
1.000 Kontakte auf Facebook hat, muss im echten
Leben nicht zwangsläufig ebenso beliebt und kontaktfreudig
sein. Mehr zu
Online/offline-Freundschaften, Suchmaschinen, die die Welt verstehen
und andere spannende Neuigkeiten gibt es in der heutigen
Morgenwelt. 

Brieftaube

Online/offline-Freundschaft: Ein kurzes Statement als
Status-Update, ein schneller Kommentar unter dem Post eines Bekannten,
ein Aufruf zur Beteiligung an einer Petition- alles geht heutzutage
dank Social Networks so schnell, wie die Finger tippen können. Gerade
NGOs profitieren stark von dem reduzierten Aufwand, sich online an
Content und Kampagnen zu beteiligen. Doch in wie fern verändert diese
Schnelllebigkeit unsere persönlich Beziehungen? Dieser Frage ging eine
Studentin
nach und forderte ihre über 500 Facebook-Freunde auf, ihr Postkarten
(keine eCards) zu schicken. Über 60 Stück erreichten sie. Keine
schlechte Quote, lautet ihr Fazit.

Suchmaschinen,
die die Welt verstehen
: Wer heute eine Suchmaschine wie
Google nutzt, kommt nicht um die manuelle Selektion der Ergebnisse
herum. In einem interessanten
Interview schildert Stefan Weiz von
Microsoft die nötigen Ansätze, nach denen Suchmaschinen optimiert
werden müssen, um eine zufriedenstellende Usability zu bieten.
Erste
Prototypen

gibt es schon.

Burda 2.0: Klassische Pressearbeit verlagert sich
immer mehr ins Social Web. Nachdem wir kürzlich über den Tweet von
Lars Hinrichs zur Gründung seines Start-ups HackFwd berichtet haben,
der in 7 Tagen rund 8.000.000 Twitter-User erreicht hat, setzt auch
der Hubert Burda Verlag bei seiner Kommunikation auf Social Media
Tools. Zur Verkündung
der Quartalszahlen
erklärte der Vorstandsvorsitzende Paul-Bernhard
Kallen in einem YouTube-Clip, wie diese zustande gekommen sind. Als
einer der wenigen Verlage in Deutschland besitzt Burda darüber hinaus
einen Social Media Newsroom,
auf dem die diversen Social Media Aktivitäten des Unternehmens
gebündelt werden.

Google versus Facebook: Seit neuestem werden in
die Suchfunktion
von Facebook
auch solche Webseiten mit eingebaut, die den
Like-Button integriert haben. Neben den jeweiligen Ergebnissen der
Suche wird auch die Anzahl der Likes angezeigt. Das bedeute, so Martin
Weigert auf
Netzwertig
, langfristig die Entwicklung hin zu einem
aussagekräftigen Qualitätsmesser für Webseiten und könne gleichzeitig
neue Rahmenbedingungen für die Suchmaschinenoptimierung schaffen.

Transparenz
durch Social Media
: Immer mehr Unternehmen begreifen, wie
wichtig ein durchdachter Social Media Auftritt für die Reputation ist.
Durchdacht bedeutet, auch klare Richtlinien für den Gebrauch der
sozialen Medien zu evaluieren und formulieren. Ein
Artikel
im Tagesspiegel

thematisiert anschaulich die Vorteile, aber auch Gefahren, der Social
Media Nutzung für Unternehmen.

Social Media Strategie: Einen interessanten Ansatz
zur Veranschaulichung der strategischen Ziele einer Organisation –
erweitert um die Social Media Perspektive – hat Roland Fliege
entwickelt. Er integriert Social Media in die bekannte Balanced
Scorecard. Das Ergebnis: Die Social Media Balanced Scorecard, die Ziele aus
verschiedenen Unternehmensbereichen miteinander verknüpft und im
nächsten Schritt mit konkreten Maßnahmen und
Zielvorgaben versieht. Heraus kommt ein Tool, das nicht nur die
strategische Bedeutung der sozialen Medien unterstreicht, sondern auch
dabei hilft, unternehmensspezifische Strategien und Prozesse zu
etablieren. Eine ausführliche Erläuterung seines Ansatzes finden Sie
in seinem Blogpost.
 

SMBC

Führungskräfte im Social
Web
: Eine Online-Umfrage
der Deutschen Telekom, der defacto.x und der Selbst-GmbH unter 477
Führungskräften in Deutschland bringt Erstaunliches zutage: 80 Prozent
der Befragten sind in sozialen Medien engagiert. Dies relativiert sich
allerdings, wenn man sich Ergebnisse ein bisschen genauer anschaut. So
ist die Mehrheit eher passiv unterwegs und nutzt gerademal das
Geschäftsnetzwerk Xing, um sich mit Kollegen zu vernetzen. Jeder
Dritte Befragte kommuniziert aktiv in den sozialen Medien, rund ein
Viertel veröffentlicht Nachrichten oder stellt sein Wissen anderen zur
Verfügung. Facebook folgt bei den Anwendungen auf Platz 2, gefolgt von
YouTube, Twitter und LinkedIn.

Unser Tweet
der Woche
:


Tweet der Woche_01

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77: Skandal – Das iPad stürmt in den
Bundestag

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Bildquellen: Shutterstock

Daniella Dear / Anika Geisel

  • Ich meine, dass Facebook noch keine echte Macht ausüben kann. Sie brauchen noch viel Zeit und bessere Strategien, um die Google zu bekämpfen.