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Nur wenige Networker sind aktive Kommunikatoren

Der Begriff "Networker" täuscht ganz gewaltig. Nur weil Sie Mitglied in einem sozialen Netzwerk sind, müssen Sie noch kein aktiver Networker mit vielen Kontakten sein. Wie intensiv werden Social Networks überhaupt genutzt? Ist das nicht alles ein einziger Hype? Auf diese Fragen sollte eine kürzlich erschienene Studie von Fitkau & Maass erste Antworten liefern. Zu den wichtigsten Ergebnissen gehört: 

"…Die Bedeutung von sozialen Netzwerken im deutschsprachigen Internet (ist) in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen – und dass nun offensichtlich ein Sättigungspunkt erreicht ist. Im Vergleich zum Herbst 2009 konnten sich die Nutzeranteile nicht steigern. Insgesamt besuchen heute 62% der Nutzer Social Networks; der Anteil der regelmäßigen Besucher (Nutzung mindestens einmal pro Woche) stagniert bei 35%."

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Weiterhin heißt es in der W3B-Analyse, unter den regelmäßigen Network-Besuchern gehe über zwei Drittel nicht davon aus, die eigene Social-Network-Nutzung in der Zukunft zu intensivieren. Zudem sei ein regelmäßiger Nutzer von sozialen Netzwerken nicht automatisch auch ein Prosument, der eigene Inhalte veröffentlicht oder andere kommentiert und weiterempfiehlt. 40 Prozent der regelmäßigen Besucher von Social Networks seien aktiv involviert, während sich 55 Prozent passiv und beobachtend verhielten.

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Im Fazit heißt es: "Hochgerechnet auf die Gesamtnutzerschaft bedeuten diese Daten: Nur 14% aller Internet-Nutzer sind aktiv kommunizierende, gestaltende Social Networker." Die Social Networks, die am stärksten von aktiven Networkern besucht werden, sind (überraschenderweise) MySpace, gefolgt von StudiVZ, MeinVZ sowie Facebook. 

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Auf dem ersten Blick erstaunen diese Erkenntnisse, weil viele annehmen, dass in einer funktionierenden Social Media Welt alle tatsächlich mitmachen. Doch die Wirklichkeit sieht eben anders aus. Dazu genügt schon ein Blick auf die Blogosphäre. In der Regel hinterlassen nur sehr wenige Besucher und Leser eines Blogs einen Kommentar. Noch weniger Onliner betreiben selbst ein Blog. Generell gilt, dass 90 Prozent der Onliner ein Community-Angebot besuchen, ohne inhaltlich irgendetwas hinzuzufügen. 

Der Usabiltiy-Papst Jakob Nielsen ging schon 2006 in einer Studie davon aus, dass nur 9 Prozent in Blogs abundzu einen Kommentar hinterlassen, während die meisten Community-Aktivitäten von gerade einmal einem Prozent der Besucher stammen. Warum sollte sich das in Social Networks anders verhalten? 14 Prozent Aktive entsprechen den bisherigen Erfahrungswerten. Letztlich bestätigt die Fittkau & Maass-Analyse somit die alten Nielsen-Erkenntnisse erneut. 

Es sind immer nur wenige Meinungsmacher (Influencer), die aktiv in Social Networks unterwegs sind und mit ihren Veröffentlichungen die digitale Öffentlichkeit prägen. Bei den anderen Nutzern stellt sich zudem die Frage, ob sich durch das Nutzen von Social Networking-Tools das Informations- und Kommunikationsverhalten verändert. Nutzen Sie noch E-Mail oder setzen Sie bereits auf Social Network Mail (SNM)? Viele Digital Natives gehen völlig anderes mit Social Networks um und teilen darüber viele ihrer Informationen. Das könnte erklären, warum Myspace-Mitglieder besonders aktiv miteinander interagieren.

Wie hat sich Ihr Kommunikationsverhalten durch Social Networks verändert? Drängen Xing, Twitter, Blogs und Facebook Ihre E-Mail-Nutzung zurück? Oder ist alles beim alten geblieben, sodass ich mich fragen muss, woher nehmen Sie dafür die Zeit…

Klaus Eck