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Social Information Overload

Was machen Sie, wenn Sie jeden Tag oder Woche rund 40 Kontaktanfragen über Ihre Social Networks (Xing, Facebook, StudiVZ etc.) und viele E-Mails von Unbekannten erhalten? All das ist noch längst kein Spam. Schließlich können sich darunter einige relevante Kontaktgesuche verbergen. Das Filtern der nichtpersönlichen Nachrichten (Bacn-Spam) überfordern immer mehr Menschen und wird wichtiger.

Wenn Sie ein höflicher Mensch sind, nehmen Sie vielleicht alle Kontakte an. Doch passt das überhaupt zu Ihrem konkreten Business? Oder sind allzu viele Kontakte in Ihrem Bereich sogar schädlich? Nun, es kommt darauf an, ob Sie Ihre Kontakte als "Freunde", "Buddies" oder "Geschäftspartner" betrachten oder ob Sie als "öffentliche" Person eine gewisse Reichweite mit Ihren Ideen und Botschaften erzielen wollen. Ich habe selbst relativ viele Kontakte in meinen Social Networks, nutze meine Mitgliedschaft allerdings zum Teil auch dazu, andere zu Veranstaltungen einzuladen oder zu Aktionen aufzufordern.

Der Journalist Matthias Hohensee meint in seinem aktuellen Wirtschaftswoche-Valley-Talk: "Beim Web 1.0 ging es darum, Leute für das Internet zu
gewinnen. In der zweiten Stufe wurden sie zum Mitmachen aufgefordert.
Und jetzt ist absehbar, dass beim Web 3.0 der einzelne Nutzer in den
Mittelpunkt rückt: Er wird dann sein eigenes, persönliches Internet um
seine Interessen herum formen können und einen auf ihn zugeschnittenen
Internet-Browser bekommen, der alle Dienste organisiert – und
kontrolliert. Es ist die Rückkehr der Vorzimmerdame in virtueller Gestalt:
Theoretisch ist der Chef wie in den Frühzeiten des Internets zwar noch
immer für alle per E-Mail erreichbar. Aber nicht jeder wird mehr
vorgelassen."

Doch wie grenzt man sich effektiv ab, ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen? Natürlich kann man jederzeit Kontakte ablehnen oder löschen. Doch dann verzichtet man gleichzeitig auf die vielen positiven Effekte eines großen Networks. Bislang fehlt es an einer "virtuellen Vorzimmerdame". Der E-Mail-Network-Dienst Xobni zeigt mir in Outlook, mit welchen Kontakten ich mich am meisten austausche und erlaubt dadurch eine gewisse Priorisierung. Nicht mehr, und nicht weniger.

Einige Schritte weiter in Richtung Social Web gehen Lifestreaming-Services wie Friendfeed. Wenn man dort gute Kontakte mit ähnlichen Informationsinteressen pflegt, teilen diese Social Friends einem letztlich mit, was sie jeweils als relevant erachten. Je besser die Auswahl der eigenen Freunde, desto effektiver wird das individuelle Information Management. Deshalb kommt es immer auf die richtige informationelle Umgebung an. Die Zahl der Kontakte allein ist nicht entscheidend, sehr wohl aber, der (intensive) Austausch untereinander.

Letztlich müssen Sie all Ihre beruflichen Kontakte immer bewerten und im geschäftlichen Miteinander Entscheidungen fällen: Habe ich Zeit für eine Kontaktaufnahme? Oder nicht? Wie sieht meine Social Networking Policy eigentlich aus?

Wie gehen Sie mit Kontaktanfragen auf Xing, Facebook, Twitter, Friendfeed etc. um?

Klaus Eck