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Morgenwelt 25: Weinblogger ade?

Barack Obama hat in seiner gestrigen Berliner-Ansprache ganz selbstverständlich das Wort "Blogger" in den Mund genommen. Ohnehin ist der US-Präsidentschaftskandidat im Web zuhause und nutzt die innovativen Möglichkeiten der Politik 2.0 um für sich erfolgreich Aufmerksamkeit zu generieren. Das sieht hierzulande in der Parteienlandschaft noch anders aus. In Frankreich gibt es sogar Versuche, das Weinbloggen zu unterbinden. Ganz so einfach dürfte es jedoch nicht sein. Darauf weisen einige Themen in dieser Morgenwelt hin, die nicht zuletzt deutlich machen, wie sehr die PR insgesamt weiterhin im Wandel ist.

Politik 2.0: Gestern haben über 200.000 Berliner der Obama-Rede gelauscht. Online gab es ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten, die Rede des Präsidentschaftskandidaten Barack Obama zu verfolgen. Im Friendfeed-Raum Politik habe ich einige lesenswerte Links zum Thema Politik 2.0 und zum Obama-Campaigning zusammengetragen.

Obamarede

Wein-PR: In Frankreich wird ein Gesetz vorbereitet, nachdem künftig Alkohol im Internet genauso zu behandeln sei wie Pornographie. Demnach sollen alle Weinseiten – darunter auch die Weinblogs – zu normalen Tageszeiten abgeschaltet werden, wenn Kinder und Jugendliche das Internet unbeaufsichtigt nutzen könnten. Jede Alkohol-Werbung und -PR wäre online weitgehend verboten. Darauf weist Weinblogger Mario Scheuermann hin.
>>PR Blogger: 40 Weinblogs auf einem Blick

Schleichwerbung: Die Recherchen einiger Blogger haben zur Trennung des WDR von Prof. Hademar
Bankhofer geführt, weil der
Gesundheitsexperte unter dem Verdacht steht, immer wieder im ARD-Morgenmagazin den Gebrauch von Klostermelisse empfohlen zu haben. Auf dem Video-Portal YouTube wurde zudem ein Bankhofer-kritisches Video gestellt.
>> Online-PR Links

Social Media Release: Timo Lommatzsch hat seine Bachelorarbeit zur Social Media Release als eBook online gestellt: "Der Social Media Release – Eine neue Form der Online Veröffentlichung und Verbreitung von Nachrichten und Informationen" (PDF). Darin fasst er im Prinzip den Stand der aktuellen Diskussion zusammen.

Corporate Blogs: Ein neues Branded-Entertainment-Blog mit zwei Modebloggerinnen gibt es vom Hamburger Versandhändler Otto. Darin wird aus den Fashion-
und Lifestylemetropolen New York, Hamburg und Berlin berichtet. Es hebt sich sehr positiv von den bisherigen Blog-Versuchen Ottos ab. Auf Two for fashion begleiten die Modeblogger Otto-Fotoshootings und sprechen mit Designern,
Marketingprofis und Einkäufern des Hamburger Multichannel-Unternehmens. „Das Blog dient als Plattform, um den persönlichen Dialog mit den Usern zu
intensivieren. Two for Fashion bietet unseren Usern spannende und
hochaktuelle Einblicke in die Mode-Szene, in das Unternehmen Otto und
natürlich jede Menge Inspiration“, erklärt Dr. Rainer Hillebrand, Sprecher
des Otto Vorstands die Ziele des Blogs. Der Ansatz des Corporate Blogs gefällt mir, weil er thematisch und von der Umsetzung her durchaus zu einem E-Commerce-Anbieter in dem Mode-Sektor passt und die Marke Otto positiv auflädt.

Google Knol: Der Suchmaschinenriese hat das Google-Lexikon Knol gestartet. Jeder kann dort Fachbeiträge zu seinem Thema verfassen und selbst veröffentlichen. Zurzeit leider nur in Englisch. Anders als bei der Wikipedia entscheidet der Verfasser jeweils selbst darüber, welche Veränderungen er an dem Text noch vornimmt. Aus Reputationssicht lohnt sich das Engagement von Experten im
Knol-Angebot. Schließlich dürften gut bewertete Artikel sehr schnell in
der Gunst der Nutzer steigen und dank Google viel Aufmerksamkeit auf
sich ziehen. Demgegenüber spielt der Autor in der Wikipedia nur eine
untergeordnete Rolle. Aber auch in anderen Bereichen dürfte Google
seine Stärken ausspielen. Warum soll ich als Autor noch in bestimmten
Fachcommunities veröffentlichen, wenn ich via Knol viel mehr
potenzielle Leser erreiche? Warum sollten Experten weiterhin nur
Fachartikel in renommierten Zeitschriften publizieren, wenn sie
alternativ ihre Reichweite über das Google-Expertennetz steigern
können? Durch Knol werden die Online-Publikationsmöglichkeiten für den
Einzelnen erneut erweitert, so dass es für jedermann immer spannender
wird, selbst online bewusst in Erscheinung zu treten, statt es
weiterhin dem (digitalen) Zufall zu überlassen.
>> Rivva-Suche

Xing: Dem Social-Network-Gründer Lars Hinrichs ist es gelungen, mit einem sehr guten Service innerhalb von Xing
einen Online-Stellenmarkt zu etablieren, der im ersten Halbjahr 2008 bereits
einen Umsatz von 1,96 Millionen EUR erwirtschaftet hat. Damit steht Xing inzwischen durchaus im Wettbewerb mit anderen Jobbörsen und den Anzeigenangeboten von Verlagen.

Klaus Eck