Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

Online-Videos ohne Zuschauer?

48 Sekunden Lesedauer

Jeden Tag werden mehr als 100 Millonen Videos von Youtube abgerufen. Wirklich imposante Zahlen. Doch interessanterweise erzielen die meisten Online-Filme bislang keine nennenswerten Abrufzahlen. Was niemanden interessiert, wird auch nicht angesehen. Nur 1 Prozent der Youtube-Videos kommt auf mehr als 500.000 Views. Das ergab eine kleine Untersuchung des ViralManagers. Demnach erhalten 70 Prozent der Online-Videos auf der Plattform gerade einmal 20 Abrufe. 50 Prozent erzielen eine Rate von 100 Ansichten. Weniger als 20 Prozent der Videos liegen bei mehr als 500, weniger als 10 Prozent bei mehr als 1.500. Nur die wenigsten Online-Videos entfalten demnach wirklich virale Effekte. Laut Viralmanager schaffen 3 Prozent der Youtube-Videos eine Reichweite von 25.000 Views.

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Grundlage der nichtrepräsentativen Analyse war das dritte und vierte Quartal 2007. Eine Angabe zur genauen Datenbasis fehlt bei der Untersuchung leider. Comscore fand im September 2007 heraus, dass die durchschnittliche Online-Video-Nutzung 2,7 Minuten beträgt. Viel Zeit nehmen sich Onliner für das einzelne Video also nicht. Pro Tag haben die Onliner zwei Videos heruntergeladen und sich somit im Durchschnitt insgesamt 68 Filme im Monat angesehen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Online-Videos gemacht? Schauen Sie sich nur unterhaltsame Video-Schnipsel an oder informieren Sie sich auch über Fachvideos? Und welches haben Sie sich zuletzt angesehen?

>> via Alexander Wunschel: Pimp your Brain: 50% der Youtube-Videos bringen es auf maximal 100 Views
>> Globeinvestor: YouTube Continues to Lead U.S. Online Video Market With 28 Percent Market Share, According to comScore Video Metrix

Klaus Eck

Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

7 Replies to “Online-Videos ohne Zuschauer?”

  1. Auf derlei Videos klicke ich nur, wenn sie mir von jemandem empfohlen werden (Blog, Forum, Bekannter). Auch dann sehe ich sie mir nur ganz selten komplett an, dazu fehlt mir der Nerv. Alles was länger als 10 Minuten ist, hat bei mir nicht die geringste Chance.
    Gerhard Zirkel

  2. Ist das nun aber so verwunderlich?
    Es gibt Millionen von Internetseiten, die über sehr bescheidenen Traffic verfügen. Die wirklich stark frequentierten Seiten befinden sich doch auch in der Minderheit.
    Ebenso die Parallele bei Blogs: Die meisten Blogs verzeichnen nur ein paar Besucher. Diejenigen, die wirklich bekannt und beliebt sind, machen doch unter dem Strich nur einen Bruchteil der existierenden Angebote aus.

  3. Wie würde denn die Welt aussehen, wenn alle Videos auf YouTube virale Effekte erzielen würden … wieviel Stunden hat der Tag?
    Aber nach dieser Übersicht bin ich doch sehr zufrieden, dass meine Interview-Schnipsel aus dem Karl Richter in München Projekt Zugriffszahlen zwischen 6.793 und 649, im Schnitt so 2.000 Zugriffe erzielt haben.
    Stimmt die Auswertung oder bedeutet das, das eher konservative, sehr spezifische Themen auf YouTube ihr Fachpublikum (immerhin fast alle Video sind unter den Top 10)
    Zur Information
    Karl Richter war einmal (von 1951 – 1981) einer Lieblinge der Münchener Musikwelt – heute ist übrigens sein 27 Todestag

  4. Das ist doch genau das tolle an Web2.0 – jeder findet seine Zuschauer, auch wenn es nur 100 oder 50 sind. Für Unternehmen vielleicht schwierig, aber wer die Möglichkeiten des Web2.0 gezielt einsetzt, wird auch die Zuschauer finden, die man sucht.

  5. Die Zahlen sind auch für die Deutung der zukünftigen Ereignisse durchaus interessant. Derzeit befinden wir uns ja in der Hochphase der Webvideos : Sehr viele Berichte und jeder scheint daran interessiert.
    Während sicher die Zahl der Anbieter (gerade in Nischen wird es spezialisierte Dienste geben) und der Videos noch deutlich steigt, dürfte jedoch die Zahl der Zuschauer in genau die entgegengesetzte Richtung abfallen.
    Für mich persönlich sind die Videoportale eine der größten Blasen die wohl in 2-3 Jahren leise vor sich hinplatzen werden.

  6. Mal abgesehen davon, dass es neben Youtube Plattformen gibt, auf denen Videos leicht auf fünfstellige Abrufzahlen kommen können, mal abgesehen davon, dass der Begriff „Internet-Video“ zu viel verschiedenes umfasst, um überhaupt mehr auszusagen, als dass es sich um bewegte Bilder handelt, die im Internet ausgestrahlt werden, mal abgesehen davon, dass es bei den meisten dieser sog. Videos das Beste wäre, sie würden weder hochgestellt noch jemals angeschaut – wird doch niemand ernsthaft die These aufstellen wollen, dass es sich bei der Nutzung von Bewegtbild im Internet um einen kurzfristigen Hype handelt, der bald wieder verschwindet. Ganz im Gegenteil. Heute noch ist das Betrachten von Filmen im Internet unkomfortabel: die Suche ist umständlich, Bild- und Tonqualität verbesserungswürdig, die Plattformen mit Trash zugemüllt, überhaupt ist der PC, nach wie vor meist am Schreibtisch aufgestellt, nicht der Ort, an dem sich jemand in einen Film hinein vertiefen kann oder will. Aber Leute, wir sind hier im Internet! Seit wann gilt der status quo? Die Entwicklung hat doch erst begonnen. Aber warum sollte sich Bewegtbild im Internet – mit und ohne Medienkonvergenz – nicht genauso durchsetzen, wie sich Film und Fernsehen gegen Print und Radio durchgesetzt haben? Warum sollte man auf die Vorteile bewegter Bilder gegenüber Text und statischem Bild verzichten wollen?

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