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Google schluckt Jaiku

Das Social-Media-Angebot Jaiku ist von Google übernommen worden. Auf der Plattform hat jeder Nutzer wie bei Twitter nur 140 Zeichen zur Verfügung, um sich öffentlich auszudrücken. Die kleinen Haikus können absolut banal sein oder nutzwerte Informationen enthalten, die man online lesen, auf dem Handy erhalten oder via RSS abonnieren kann. Entsteht durch den Kauf vielleicht sogar eine spannende Alternative zu dem Mikroblogging-Angebot Twitter oder dem Social Network Facebook?

Jaiku
Jeder Jaiku-Nutzer kann seine Online-Aktivitäten anders als bei Twitter darüber hinaus als Minifeed darstellen. Wer seine digitale Präsenz ausbauen und transparent machen will, kann alle Flickr-, Blog-, Twitter- und andere Social Media-Aktivitäten in Jaiku integrieren. Es eignet sich daher sehr gut für das Social Media Marketing, weil
jedermann sieht, was wir gerade online unternehmen. Damit ähnelt es dem
Minifeed auf Facebook. Google wird sicherlich versuchen, den finnischen Service in seine anderen Angebote zu integrieren.

Momentan ist allerdings noch unklar, wie sich der Jaiku-Kauf wirklich auf den führenden Mikroblogging-Service Twitter auswirkt. Denn bislang stellt sich die Frage eines Wechsels gar nicht. Erst wenn viele Twitterati sich für einen kompletten Wechsel auf die Jaiku-Plattform entschließen, werden ihnen andere folgen. Bislang bleiben die meisten Twitterati aus meinem Netzwerk noch Twitter treu, weil eben schon so viele dort sind und sich an diesen einfacheren Service gewöhnt haben.

Im Gegensatz zu Twitter ist Jaiku wesentlich komplexer und bietet darüber hinaus Kommentarmöglichkeiten für jeden einzelnen Feed. Jaiku-Nutzer erhalten dadurch viel mehr Informationen als auf Twitter, sobald sich erst einmal genügend Mitglieder des eigenen Networks für den neuen Dienst entschieden haben. Noch ist es bei weitem nicht so weit. Heute kann man alle seine Social Media-Aktivitäten en passant in Jaiku einfließen lassen, ohne Twitter als Service zu verlassen. Erst wenn die Google-Nutzer direkt auf das Jaiku-Angebot geführt werden, dürfte sich das auf die Bedeutung von Twitter auswirken.

Update: Gibt es wirklich jetzt einen Grund Twitter zu verlassen und zu Jaiku wechseln? Oder bietet Jaiku zu viel des Guten?

>> Mein Jaiku-Social-Media-Feed
>> Mashable:Breaking: Google Acquires Jaiku, Why Not Twitter?
>> PR Blogger: 10 Twitter-Thesen für die Online-Kommunikation
>> PR Blogger: Twitter – das nächste große Ding?
>> PR Blogger: Eine digitale Reputation via Twitter erwerben
>> Masternewmedia: A Beginner’s Guide To Jaiku
>> Telagon Sichelputzer: Jaiku geht zu Google
>> Martin Weigert: Google kauft Twitter-Konkurrent Jaiku
>> Oliver Wagner: Agenturblog: Google kauft Jaiku
>> Neunetz: Google kauft Jaiku
>> Zahlreiche Links zu Twitter auf Mister Wong

Klaus Eck