Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

Ohne Blog-Promotion bewegt sich wenig

2 Minuten Lesedauer

Wer ein erfolgreiches Blog betreiben will, sollte nicht davon ausgehen, dass hierbei allein die Losung zählt: Content is King! Das ist in der Tat ein Mythos in der Blogosphäre, wie Rene Kriest in seinem Blog zurecht schreibt. Natürlich sind gute Inhalte die wichtigste Voraussetzung für den steigenden Traffic auf den eigenen Seiten. Wer keine gute Titel, Einstiege oder Stories zu bieten hat, darf sich als Blogger nicht wundern, wenn die Besucherzahlen schwinden. Doch gute Inhalte bieten inzwischen viele. Hierbei konkurriert jeder Blogger in der Aufmerksamkeitsökonomie mit anderen Blog- und Medienangeboten und unterliegt einem Content-Darwinismus. Warum soll also gerade das eigene Corporate Blog von anderen besser gefunden und genutzt werden? 

Das rein technische Aufsetzen eines Blogs reicht heutzutage nicht mehr aus, schafft zunächst einmal nur eine neue Blog-Insel. Die Kunst besteht nunmehr darin, Verkehrsysteme online so aufzusetzen, dass die Blogleser ihren Weg zum Blogangebot überhaupt finden. Von selbst verlinkt sich ein Blog nicht und entfaltet auch keine Google-Wirkung. Somit kommt es auf eine intelligentes Kommunikationskonzept und hierbei auf die Blog-Promotion selbst an. Fehlt ein Gesamtkonzept, darf sich niemand über Misserfolge wundern. Das Warten auf den digitalen Godot reicht auch nicht aus. Besucher finden uns vielleicht zufällig via Google, wieder kommen sie aber erst, wenn wir ihnen jeweils einen eindeutigen, nicht nur unterhaltsamen Mehrwert bieten, den sie nicht schon woanders gefunden haben.

Wenn ich gefragt werde, wie viel Zeit man für das Corporate Blogging eigentlich aufwänden müsse, erläutere ich immer, dass man dafür in der Regel mindestens eine Stunde am Tag rechnen müsse: Hierbei geht die wenigste Zeit ins Schreiben selbst, die meiste hingegen fließt in die Themenrecherche und ins Monitoring/Tracking der eigenen Themen. Auf diese Weise erkennt man sehr deutlich, welche Blog-Themen auf Interesse stoßen und kann sein Corporate Blog entsprechend weiterentwickeln. D.h. von einer Stunde Arbeit fließen vielleicht 15 bis 30 Minuten ins Schreiben, der Rest entsteht durch die Online-Recherche und den Aufbau und die Pflege von Online Relations.

Unter Online Relations verstehe ich den gezielten Aufbau von Vertrauensverhältnissen zu anderen Blogger und Social Media Nutzern. Das kann durch Kommentare, E-Mails, Telefonate und Social Networks wie Xing oder Facebook wie auch via Twitter geschehen. Es ist ein kunterbuntes Zusammenspiel zahlreicher Maßnahmen, die letztlich zur Folge haben, dass Aufmerksamkeit und Vertrauen generiert wird. Aufmerksamkeit für die gebloggten Beiträge, für die Ideen und Konzepte, die sich online nicht nur in Blogs niederschlagen. All das tun wir in der Regel nicht allein mit dem Ziel, das eigene Blog zu pushen und den Traffic somit zu steigern. Aber diesen kleinen Nebeneffekt hat das Social Networking durchaus. Schließlich wollen wir immer wissen, was unsere Netzwerkkontakte zurzeit so treiben. Je näher uns jemand hierbei ist, desto gezielter verfolgen wir ihre Online-Aktionen.

Kriest geht in seinem Blog-Artikel auf die Blog-PR oder das Blog-Marketing kurz ein und empfiehlt hierbei besonders das Verlinken anderer Blogs, die Mehrfachverwertung eigener Inhalte in Social Community Sites, das E-Mail-Marketing, Blog-Karnevals, Keyword-Analysen und Einträge in Toplisten. Alles richtig, doch ohne eine Blog-Promotion-Strategie oftmals zu kurzsichtig angelegt.

Vor einem Jahr hat Neil Patel bereits in einem Artikel auf Blog Pronet Advertising auf fulimante Art und Weise erläutert, worauf Blogger besonders achten sollten, wenn sie im Kampf um Aufmerksamkeit erfolgreich sein wollen. Es gibt durchaus einfache Strategien, mit denen Blogger den Stellenwert ihres redaktionellen Angebots verbessern können:

  1. Content (Qualität)
  2. Usability (Lesbarkeit und Navigation)
  3. Visibility (in Suchmaschinen)
  4. Uniqueness (Differenzierung von anderen Blogs)
  5. Leser (der eigenen Community zuhören)

Bis morgen Nacht läuft auch noch meine Umfrage: "Wie viele Blog-Artikel lesen Sie in einer Woche?" Sie gibt auch ein wenig Aufschluss darüber, wie viel Aufmerksamkeit wir den Blogs überhaupt schenken können…

>> Pronet Advertising: 5 ways to building a better blog
>> PR Blogger: Wie promote ich mein Weblog?
>> PR Blogger: Wie mache ich mein  Blog bekannt?
>> PR Blogger: 6 Tipps für das richtige Blog-Marketing
>> ProBloggerworld: Traffic-Frust: Begehst Du einen der größten Fehler, den ein Blogger begehen kann?

Klaus Eck

Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

7 Replies to “Ohne Blog-Promotion bewegt sich wenig”

  1. Einerseits und andererseits. Klaus, du weißt, dass wir da nicht immer einer Meinung sind – wozu es führt, wenn unbedarfte Akteure deine Tipps wörtlich nehmen, lässt sich beispielsweise bei der Kaltmamsell besichtigen: http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2007/08/linkscheisser.htm
    Meine Position habe ich im Februar aufgeschrieben – auch in Abgrenzung zu deinen Tipps: http://luebue.blogspot.com/2007/02/blogmarketing-und-kommentarspam.html bzw. http://luebue.blogspot.com/2007/02/lass-sie-schreien.html

  2. Durch Kommentarspam wird man in der Tat kein Vertrauen aufbauen, aber dennoch geht es darum, sich bewusst auf andere Blogger und Social Media Akteure zuzubewegen.
    Kommentare sind hierbei nur ein Werkzeug unter vielen, die natürlich eine gewisse Kommunikationskompetenz und Feinfühligkeit voraussetzen. Ich glaube, dass die Lernkurve hierbei sehr groß ist, wenn jemand auf falsche Art und Weise kommentiert und dadurch eher Reputationsschäde als -gewinne einfährt.

  3. Naja, der Realitycheck in der unaufgeregten erwachsenen Blogosphäre hilft ja immer – und deine, nennen wir es mal, Auseinandersetzung mit der zauberhaften Kaltmamsell
    http://pr-blogger.de/2006/07/wie_mache_ich_m.html#comment-78523292
    ist ja nur der Schlusspunkt des Problems, das solche „Machen Sie dies und das“-Listen mit sich bringen: Sie sind die Einladung zur Hirnamputation.
    Das ist auch der Grund, warum ich solche Tipp-Listen ablehne und in meiner gesamten Arbeit „bekämpfe“ (einzige Ausnahme: Netiquetten).

  4. Wo liegt das Problem? Es liegt im Spam an sich – und nicht in der Tatsache, dass der PR-Blogger hier eine völlig legitime Methode anspricht, deren Nebeneffekt die Promotion für das eigene Blog ist. Ich kann mir nicht vorstellen, das es irgendjemanden gibt, der ernsthaft bloggt, dann aber zur Promotion seines Blogs sinnlose Kommentare wer weiß wo verteilt. Sinnlose Kommentare weisen doch auf einen genauso sinnlosen Hintergrund und damit ist es schlicht und einfach Spam. Wer dennoch sinnfrei kommentiert um ein sinnhaftes Blog zu fördern wird schnell von selbst merken, dass das Nichts bringt.
    Ernsthaften Spam hingegen, werden wir wohl so schnell nicht los werden.

  5. um es mit paracelsus zu sagen: die dosis macht das gift. ich habe nichts gegen blogger, die mich via kommentar, email oder trackback auf ihr blog aufmerksam machen wollen. werbung hat ja durchaus ihren nutzen und nervt nicht nur. vielleicht ist ja wirklich eine perle dabei. aber es ist natürlich etwas anderes, wenn der verlinkte beitrag überhaupt nichts mit dem ursprünglichen zu tun hat oder ein kommentar inhaltsleer bleibt sowie erkennen lässt, dass derjenige den beitrag gar nicht gelesen hat. das ist ärgerlich – kommt aber vor. nur wird sich das nie verhindern lassen.
    ansonsten kann ich mich voll und ganz bastian scherbeck anschließen: es dürfte unwahrscheinlich sein, dass der betreiber eines gehaltvollen blogs, gehaltlose kommentare spamt.

  6. Mit unserem neuen Corporate Blog sind wir jetzt gerade gute 2 Monate „am Start“. Von Anfang an haben wir versucht, möglichst professionell alle Maßnahmen für einen Erfolg zu ergreifen. Schon jetzt ist absehbar, dass trotzdem auch Zeit und Geduld erforderlich ist. Dies gilt um so mehr, wenn sich ein Corporate Blog in einem „kleinen“, eingegrenzten Markt positioniert. Der Zeitaufwand zur „Blogpflege“ ist zunächst sicher erst einmal zeitaufwendiger, eine Stunde pro Tag reicht da wohl nicht ganz aus.
    Ob nun „gehaltvoller“ Content ja oder nein, liegt wohl auch im Nutzen des Contents für den Leser und dies ist natürlich sehr subjektiv. Kommentar-Spam ist aber wohl kaum der Königsweg für eine gute Blog-Promotion.

  7. So dann setzen wir uns mal und fangen an.
    Als erstes…
    …nehmen wir uns nur noch halb so wichtig und uns gehts gut.
    Pfeife.

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