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Eine digitale Reputation via Twitter erwerben

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble geht manchmal in den KitCatClub und erlebt Mücken-Luftangriffe im Schlafzimmer, glaubt man einem Twitter-Kanal namens Twitter.com/schaeuble. Was in Deutschland eine Parodie darstellt, ist in den USA längst politische Wirklichkeit. Dort nutzt der  demokratische Präsidentschaftskandidat John Edwards das Kommunikationstools Twitter im Vorwahlkampf.

Wer online bislang noch nicht so häufig gefunden wird, der kann mit Twitter eine interessante Möglichkeit nutzen, etwas für seine eigene digitale Reputation zu tun. Denn es reichen dort oft schon Kleinstbeiträge in einer Länge von 140 Zeichen, um bei Google positive Effekte zu erzielen. So stellte Michael Domsalla, KMTO, vor einigen Wochen mit Verwunderung fest, was passiert, wenn jemand live vom Social Web Breakfast twittert, während er dort referiert. Bereits auf Platz 5 bei Google findet sich der Twitter-Content-Schnipsel zu seinem Vortrag. Mitunter indexiert die Suchmaschine Twitter-Beiträge schon innerhalb von rund 30 Minuten. Und die Twitter-Einträge bleiben stehen und wirken…

Vor einigen Wochen habe ich mich deshalb mit dem Wirtschaftswoche-Ressortleiter Jochen Mai über die Twitter-Effekte in Google unterhalten. Einen richtigen Sinn konnte er – wie so viele Journalisten – (zunächst) nicht im Twittern entdecken, allenfalls die netten Entertainment-Elemente nachvollziehen. Inzwischen hat der Journalist aufgrund unseres Gesprächs selbst einen kleinen Twitter-Channel angelegt.

Twitter ist längst mehr als nur ein Gimmick. Es gibt uns sicherlich das nette Gefühl, Teil einer kleinen Gemeinde zu sein, erleichtert den Online-Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg und ersetzt dabei den Flurfunk genauso wie den Trendscout.Denn immer wieder erlebe ich es, wie ich via Twitter auf neue spannende Tools, Webtexte, Videos und Trends aufmerksam gemacht werde.

Interessant finde ich dabei vor allem, wie leicht es ist, via Twitter etwas für die eigene oder fremde Reputation zu tun. Zum einen knüpfe ich gerne via Twitter Kontakte und baue diese aus. Darüber hinaus genügt es, einige kleine Beiträge auf Twitter zu plazieren, um bestimmte Google-Ergebnisse zu erzielen. Kurz nach unserer Unterhaltung habe ich bewusst einige Male "Jochen Mai" getwittert und auch auf sein Buch und Blog "Karrierebibel" verwiesen. Das stellte keinen großen Aufwand dar, erzielte aber recht schnell eine Wirkung. Wer heute nach "Jochen Mai" recherchiert, findet immerhin auf Platz 15, 16 und 17seinen Namen. Etwas besser steht sogar seine Karrierebibel dar: Platz 8 und 9 im Google Ranking. Dazu habe ich jeweils drei bis vier kurze Twitter-Texte verfasst, mehr nicht.

Social Networker Frank Hamm, Injelea, twittert gerne und sehr viel, das macht sich bei ihm bereits im Google-Ranking bemerkbar. Sein Twitter-Angebot findet sich immerhin bei der namentlichen Online-Recherche an sechster und siebenter Stelle. Aber nicht nur Personen, auch Unternehmen können vom Twittern profitieren, wenn sie es bewusst einsetzen, um ihr Klientel anzusprechen bzw. Influencer für sich zu gewinnen. Das haben vor allem Start-ups und Medienunternehmen erkannt. Via Twitter können sie eigene Channel aufbauen und darüber ihre Leserschaft mit geringstem Aufwand via Microblogging mit Inhalten und Ideen versorgen. So hat das Unternehmen Qype einen eigenen Twitter-Kanal, der für Platz 13 auf Google sorgt. Nicht viel schlechter schneidet das Twitter-Cellity-Angebot mit Platz 20 ab.

Natürlich ist noch wesentlich leichter, via "Unternehmen" + "Twitter"-Suche Personen und Unternehmen anzutwittern. Das zeigt sich deutlich am Beispiel Greenpeace, die ich am vergangenen Freitag in Hamburg besucht habe. Welche weiteren Erfahrungen haben Sie vielleicht mit der Twitterisierung Googles gemacht?

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Klaus Eck