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E-Mails werden unwichtiger

Ist die E-Mail ein Auslaufmodell? Glaubt man Travis Katz, der bei Online-Community MySpace das internationale Geschäft verantwortet, könnte es für reine E-Mail-Services schon bald ein böses Erwachen geben. So kündigte er vor kurzem selbstsicher in einer dpa-Meldung an: "Wir werden reine E-Mail-Dienste tendenziell ersetzen.
Junge Nutzer senden keine E-Mails mehr, denn Communities bieten viel
bessere, interaktivere Möglichkeiten der Kommunikation. Das
E-Mail-Geschäft wird von den sozialen Netzwerken kannibalisiert."

Das kann ich in vielen Bereichen durch meine eigenen Erfahrungen bestätigen. Inzwischen nutze ich zahlreiche Alternativen zur E-Mail, um meine Informationen mit Freunden und Geschäftspartnern auszutauschen. Erst vor wenigen Tagen wollte ich Christiane L. eine E-Mail schreiben; dabei stellte ich überraschenderweise fest, dass ich schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr ihre aktuelle E-Mail-Adresse habe. Sie fehlte mir gar nicht, weil sie jederzeit via Xing, Twitter oder Skype erreichbar war.

Meine Informationsgewohnheiten haben sich angesichts des Information Overloads ohnehin ein wenig gewandelt. In meiner Mailbox sammelt sich trotz Spamfilter viel zu viel Spam an. Deshalb bestelle ich seit Jahren keine Corporate Newsletter mehr, sondern abonniere stattdessen RSS-Feeds, die ich im Feedreader Bloglines lese. Meine Kontakte verwalte ich lieber über Xing als via Outlook. Darüber verschicke ich regelmäßig kleine Einladungen zum Social Web Breakfast.

Ansonsten informiere ich meine Kontakte via PR Blogger, Skype, Facebook, Twitter, Flickr und Mister Wong über neue Links, Videos, Bilder und lesenswerte Berichte. Jeder kann bei Interesse selbst entscheiden, wann er welche Informationen lesen möchte und diese sogar via RSS bei mir abonnieren. E-Mails benötige ich für meine Informationspolitik deshalb immer weniger. Ich nutze die E-Mails allerdings sehr wohl noch in der Geschäftskommunikation, um Angebote, to-do’s und Rechnungen zu verschicken. Der Wandel verläuft langsam, aber in der Many-to-Many-Kommunikation verliert die E-Mail (zumindestens bei mir) an Bedeutung.

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Klaus Eck