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Erfolgreich die Transparenz nutzen

Awired1
Wieviel Transparenz mag sich ein Unternehmen selbst verordnen, wie offen und authentisch können Unternehmen überhaupt kommunizieren? Darüber werden wir morgen Vormittag auf dem Social Web Breakfast in Hamburg diskutieren. Ob Blog oder Brand Community: Die jüngsten Studien von McKinsey und Forrester Research bescheinigen, dass Unternehmen ins Web 2.0 drängen. Angesichts der Imageschäden, die Marken von Microsoft, Apple bis Calvin Klein in Blog-Enthüllungen davontragen, forderte das US-Branchenmagazin Wired im April von Unternehmen die radikale Transparenz. „Get Naked“ hieß die These, die auch hierzulande in die Diskussion geworfen wurde. Erste Gedanken dazu, in welchen Bereichen schonungslose Offenheit angebracht ist, welche Marken sie beeinträchtigen kann und wieviel Nacktheit der Konsument wirklich will, kommen diesmal von Viral-Marketing-Stratege und Psychologe Markus Roder von der Dialog Solutions GmbH.

Unternehmen müssen sich heute im Klaren darüber sein, dass die Welt der Wikis, Blogs, Twitter und Social Bookmarking vieles Unsichtbare auf brutale Art und Weise ins Sichtfeld rücken. Jeder Fehler wird plötzlich via Google gefunden und ist auch noch Jahren ein kleines Issue. Manchmal versteckt unter den hinteren Google-Treffern mit geringem Aufmerksamkeitswert. Aber wer sucht, der findet sehr viel über die Historie eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter heraus. Diese brutale Transparenz ist bereits in der Welt und zwingt zunehmend die Entscheider, ihr bisheriges Verhalten zu überdenken und vielleicht sogar ihr Verhalten zu ändern, wollen sie weiterhin in einer Welt 2.0 erfolgreich Karriere machen.

Während man es früher nur seinen Freunden erzählte, wenn man mit seinem Arbeitgeber oder Kollegen unzufrieden ist, findet derlei Information oder Gerücht heute den direkten Weg ins Netz und wirkt sich unter Umständen sogar auf die Reputation der Manager aus. Unzufriedene Kunden und Mitarbeiter teilen ihren Unmut via Blog mit und andere lesen und verlinken das. Letztlich entsteht durch diese Mundpropaganda eine soziale Kontrolle, die sehr viel Ähnlickeit mit dörflichen Strukturen hat. Nur wer Corporate Social Responsibitly künftig wirklich ernst nimmt, kann genügend Vertrauen gegenüber seinen Kunden aufbauen, um langfristig mit seiner Marke erfolgreich zu sein.

Im Manager Magazin werden die Vorteile dieser radikalen Transparenz benannt:

"der Zwang, soziale Normen einzuhalten, erzeugt Vertrauen. Und Vertrauen wiederum sorgt für effizientere Abläufe. Dieses Prinzip spiegelt sich in den unterschiedlichsten Bereichen wider. Zulieferer öffnen in der Automobilbranche ihre Geschäftsbücher für ihre Abnehmer. Gemeinsam suchen die Unternehmen nach Möglichkeiten, die Kosten zu reduzieren – und nach einem für beide Seiten befriedigenden Weg, Profit zu machen. Außerdem kann der interne Einsatz der Web-2.0-Tools dazu beitragen, dass die wertvollen Talente im Unternehmen bleiben, weil die Möglichkeit, mit anderen eng vernetzt zu sein, für sie sehr wertvoll ist."

>> Manager Magazin: Unternehmen 2.0

Klaus Eck