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Das Zusammenspiel von Blogs und Journalismus

Wie viel Einfluss nehmen Blogger wirklich auf die Meinung der Öffentlichkeit? Wird ihrer Rolle bislang eher überschätzt? Dieser Frage ist eine Forschungsgruppe des Instituts für Kommunikationswissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in ihrer lesenswerten Analyse (17 Seiten – PDF) bisheriger Forschungsergebnisse zum Verhältnis Blogger und Journalisten nachgegangen. Enthalten ist in der Forschungssynopse auch eine gute Übersicht über bisherige Blogstudien.

In der Metastudie kam allerdings wenig Überraschendes heraus: So stimmen das Selbst- und Fremdbild der Blogger und Journalisten laut der betrachteten Studien weitgehend miteinander überein: Während den Bloggern Meinungsfreude und Subjektivität zugeschrieben wird, achtet der professionelle Journalismus vor allem auf die Richtigkeit, Relevanz und Neutralität.

Letztlich dürfte das Studienergebnis einige Journalisten beruhigen. Denn die meisten Blogger streben überhaupt nicht an, diese in ihrer Rolle als Gatekeeper und Meinungsmacher zu beerben. Zudem fehlt ihnen in der Regel dazu das Handwerkszeug und das Bedürfnis, universell und aktuell zu berichten und zu recherchieren. Vielmehr besteht nach Ansicht von Christoph Neuberger, Christian Nuernberk und Melanie Rischke eher eine komplementäre als eine konkurrierende Beziehung.

In den USA kam ganz aktuell  eine
landesweite Umfrage von Zogby Interactive zu einem etwas anderen Ergebnis: Demnach sieht etwa jeder zweite US-Bürger Blogger als einen wichtigen Teil für die Zukunft des Journalismus an und rechnet deshalb damit, dass Blogs und Bürgerreporter großen Einfluss auf
den “professionellen Journalismus” in den Vereinigten Staaten haben
werden. Begründet wurde diese Einschätzung mit der Unzufriedenheit mit der  Qualität des traditionellen
Journalismus.

Ich bin gespannt, wie sich unsere Diskussion zum Thema "Journalismus & Blogger" auf dem morgigen Social Web Breakfast in Berlin entwickelt. Meiner Meinung nach wird sich der Journalismus in Zeiten von Web 2.0 gewaltig verändern müssen, wenn er weiterhin seine bisherige Rolle behaupten soll. In der Aufmerksamkeitsökonomie haben sich inzwischen zahlreiche Kleinst-Alternativen im Video-, Podcasting- und Blogbereich entwickelt, die für sich genommen vielleicht noch nicht mit den Medien konkurrieren können, doch in ihrer Masse durchaus eine negative Wirkung auf die Resonanz der klassischen Medien haben können. Schließlich verteilen die Onliner ihre Zeitbudgets neu und orientieren sich an ihre spezifischen Vorlieben.

Diskutieren Sie doch mit uns darüber auf unserem kleinen Social Networking Event inBerlin. Ich würde mich freuen.

>> PR Blogger: Einladung zum Berliner Business Breakfast am 14. März
>> Diskussionsteilnehmer des Business Frühstücks laut Xing in Berlin
>> taz: "Das muss man aufschreiben!" – "Die Blogger Katharina Borchert, 34, und Stefan
Niggemeier, 37, über alte und neue Medien, die Zukunft der
Massenkommunikation und die Mission der Blogger2
>> via PR-Journal: Weblogs und Journalismus
>> via Focus Medialine: Bernd Pitz: US-Bürger: Journalismus profitiert von Blogs und Bürgerreportern
>> Studienbericht von Christoph Neuberger, Christian Nuernbergk und Melanie Rischke in "Media Perspektiven" Nr. 2/2007

Klaus Eck

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