buble arrow12

Amerikanische Journalisten rebellieren gegen Web 2.0

Zahlreiche amerikanische Journalisten ärgern sich über die Ausbeutung der Web 2.0 Bewegung. So sollen Journalisten heutzutage neben ihren klassischen Aufgaben zusätzlich ein Blog schreiben, bzw. ein Podcast aufnehmen und am Besten noch in Echtzeit auf die Kommentare der Leserschaft reagieren. Fazit: Die neuen Aufgaben bringen viel Stress und lassen damit Unmut in den Redaktionsräumen der großen Zeitungen entstehen.

Redakteure der Washington Post beschwerten sich jetzt öffentlich darüber, dass die Extrazeit, die sie zum Schreiben von Blogartikeln für die Zeitung aufwenden, von ihrem Arbeitgeber nicht bezahlt wird. Während aber Blogger, die unter ihrem eigenen Namen Blogartikel schreiben, dafür bezahlt werden.

Ein New York Times Journalist fasste die Bewegung des so genannten Journalismus 3.0  in einem Interview mit der Zeitschrift  Vanity Fair  wie folgt zusammen: "Das Internet fordert, dass man mehr für umsonst macht."

Der wachsende Zeit- und Aufgabenumfang – ohne angemessene Entlohnung – ist meiner Meinung nach ein Garant dafür, dass Journalisten immer gefrusteter ihren Job nachgehen. Immer mehr amerikanische Journalistenvereinigungen sprechen sich deshalb gegen das Halten von kostenlosen Interviews ihrer Kollegen aus und fordern, dass Interviews in Video- und Podcasts in Zukunft nur gegen Bezahlung produziert werden sollen. So kostet das Halten eines Interviews eine Menge Zeit und Zeit ist in der schreibenden Zunft die Ressource, die wirklich Geld kostet. Das ist allerdings bei einigen Bloggern auch nicht anders…

Verena Schmunk

>> Editorsweblog.org: US: More Journalists revolting against new media tasks