buble arrow14

CEO-Blogs oder Blopaganda?

Jenseits der Wortartistik bewegt sich meiner Ansicht nach Detlef Guertler, der in seinem Taz-Blog "Wortistik" CEO-Blogs verteufelt und dabei in die unterste Schublade greift:

"Und wenn Siemens-Chef Klaus Kleinfeld seit seinem Amtsantritt vor 18 Monaten ein CEO-Blog im Intranet führt, dann will er damit den Kulturwandel (Scheiß auf Deutschland, her mit der Rendite) und den neuen Führungsstil (Leistungsdruck und Prangersystem) transportieren.Für dieses Bezugssystem ist das auch nichts anderes als vor siebzig Jahren eine via Volksempfänger übertragene Führerrede." (CEO-Blog)

Am liebsten würde Guertler so manche CEO-Blogs umbenennen in "Leaderbuch", "CEO-Bibel" oder "Blopaganda". Er traut den Unternehmen und ihren Entscheidern nicht zu, sich wirklich auf eine offene Kommunikation jenseits eines starren Führungsstils einzulassen und sieht in den CEO-Blogs letztlich nur wieder alten Wein in neuen (Blog-)Schläuchen. Dabei bieten Blogs die Chance, eine andere Form der Kommunikation zu wählen. Das zeigt nicht zuletzt gerade das Beispiel Siemens:

So berichtet Klaus Kleinfeld, der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, seit Ende Februar 2005 einmal in der Woche in seinem internen Blog CEO Corner über neue Technologien, Trends und Innovationen. Sein Intranet-Blog stößt auf sehr positive Resonanz.  Laut Unternehmensangaben wird das CEO Corner von bis zu 30.000 Mitarbeitern im Monat besucht. Es erzielt rund 1.000 Visits pro Tag. Damit erreicht Kleinfeld mehr Leser als viele externe Business Blogs. Beinahe jeder Blog-Artikel wird von den Mitarbeitern bis zu 70-mal kommentiert. Kleinfeld reagiert darauf mit direkten Blog-Kommentaren, die deutlich machen, wie ernst er die neue Kommunikationsform nimmt. Von einem Prangersystem kann also keine  Rede sein…

Klaus Eck

technorati tags:, , , , ,