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Blogger-Kannibalismus

Wenn Blogger über ihre eigenen Befindlichkeiten bloggen und dabei alles andere außer Acht lassen, kann der Informationsgehalt und die Unterhaltsamkeit sehr schnell verloren gehen. Das führt bei einigen Bloglesern zur Frustration oder langweilt sie nur. Doch warum wundern wir Blogger uns darüber? Schließlich scheint die Selbstbetrachtung einfach zum Bloggerdasein dazuzugehören: Je mehr und provokativer man in seinem Weblog über andere Blogs schreibt, desto höher schlagen die Traffik-Wellen. Das verführt so manchen Blogger, sich in die Selbstreferentialität zu begegeben.

Martin Oetting hat in seinem Beitrag "Blogospäre eats itself" völlig recht: Etwas Abstand tut manchmal sehr gut, um sich nicht in Kleinbloggersdorf zu verlieren und sich gegenseitig aufgrund der "wahren Lehre" selbst zu zerfleischen. Weniger Senf, mehr Qualität, das könnte es so manchen Bloglesern erleichtern, die interessanten lesenswerten Beiträge im Informationsüberfluss ausfindig zu machen.

An dem Tanz um das "goldene Kalb Bloggen" muss sich niemand beteiligen, dazu ist die Auswahl an guten Blogs viel zu groß. Insofern ist es immer eine Abstimmung mit dem eigenen Feedreader und abhängig vom persönlichen Informationsmanagement, ob man ein Blog liest. Die Blog-Auswahl ist sehr groß, sowohl im unterhaltenden wie auch News-Bereich. Manchmal hat das Löschen eines Feeds aber durchaus eine zeitsparende und reinigende Wirkung.

Warum soll man sich also so darüber aufregen, wenn vier deutsche Blogger vier Wochen lang einen Opel Astra testfahren dürfen? Niemand muss deren Opel-Beiträge lesen. In den Diskussionen geht es jetzt immer wieder um die Frage, ob die Blogger dadurch nicht ihre Glaubwürdigkeit verlieren und das Vertrauen ihrer Leser missbrauchen würden. Dabei sollte sich jeder selbst nur vergegenwärtigen, dass Blogger erst einmal keine Journalisten sind, sondern nur sich selbst verpflichtet. Wer bloggt, verfolgt mit seinen Inhalten immer ein gewisses Interesse. Manchmal erhält man dafür sogar ein Testfahrzeug oder ein AMD-Notebook.

Klaus Eck