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Keine Hetzkampagnen mehr gegen Ackermann

Die Kommunikationspolitik der Deutschen Bank war 2005 nicht besonders glücklich und die Krise eher Normalität. Als der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Anfang des Jahres einen Milliardengewinn zu verkünden hatte, verband er damals die gute Nachricht mit der Ankündigung eines massiven Stellenabbaus im eigenen Hause. Das kam einem PR-Gau gleich. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit wurde ihm daraufhin von der Politik sofort die rote Karte gezeigt und in der öffentlichen Wahrnehmung schien er den Heuschreckenkapitalismus zu personifizieren. Gegen Ende des Jahres war die Finanzbranche darüber entsetzt, dass die Deutsche Bank den Immobilienfonds Grundbesitz-Invest überraschend schloß und damit rund 400.000 Anleger verärgerte. Erst verspätet bot die Bank ihren Kunden Hilfe an. Und zuletzt wurde der Freispruch für Ackermann im Mannesmann-Prozess wieder aufgehoben.

Der bayerische Unternehmer Stefan Engelsberger vertritt auf einer eigens dafür eingerichteten Initiative namens Pro Deutsche Bank die Ansicht, dass die Deutsche Bank lange genug kritisiert worden sei. Völlig zu Unrecht werde das Geldinstitut zur Ikone für Geldgier und "Heuschreckenkapitalismus" stilisiert. Dabei freut sich Deutsche Bank-Aktionär über die "Medienbombe", in der die Financial Times über seine Initiative Pro Deutsche Bank berichtet.


Weniger nett findet der Aktivist, dass die dpa nicht über seine Aktion berichtet: " Aber
dpa bringt es nicht fertig über eine Initiative zu berichten, die in
der Nr. 1 der Finanzmedien dargestellt wird. Warum? Weil sie Angst hat
vor neuen Entwicklungen? Oder die Sache nicht versteht? Oder
grundsätzlich gegen die Deutsche Bank ist?" (Stefan Engelsberger) Er unterstellt der Nachrichtenagentur sofort, dass sie in gewisser Weise Interessenspolitik betreiben würde.

Engelsberger will Schluss mit der Negativkampagne gegen die Deutsche Bank machen und mit der initiative@prodeutschebank.de daraufhin wirken, dass die Kommunikation mit den Aktionären und die Krisenkommunikation der Deutschen Bank
insgesamt verbessert wird. Dabei setzt er vor allem auf seine eigene
Website und auf ein Aktionärsforum im elektronischen Bundesanzeiger.
Es wäre wirklich spannend, wenn in Zukunft die Aktionäre nicht nur in
Foren diskutieren, sondern ihre Kampagnen und ihre Kommunikation via Blog abwickeln
würden. Dazu könnte es angesichts der Empowerment-Entwicklung bei Konsumenten auch schon bald bei Aktionären kommen. Dann stellt sich auch die Frage nicht mehr, ob DAX-30-Unternehmen bloggen sollen, sondern vielmehr wann und wie…

>> Manager Magazin: So gehts nicht, Herr Ackermann
>> FAZ.net: Deutsche Bank: Josef Ackermann: Rücktritt nicht ausgeschlossen
>> Die Zeit: Mensch, Ackermann
>> Blog-Suche: Ackermann in Google-Search

Klaus Eck