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@KT_Neumann: Social CEO erreicht 10.000 Twitter-Follower

Dr. Karl-Thomas Neumann ist der erste europäische Vorstandschef eines Autoherstellers bei Twitter. In seinem ersten Tweet hatte der Opel-Chef seinen Followern versprochen, sie über Opel und das größte Comeback in der Automobilindustrie auf dem Laufenden zu halten. Mit dieser Social-CEO-Kommunikation auf Twitter setzt er neue Maßstäbe in digitaler Nahbarkeit. Dass er als digitaler CEO überzeugt, zeigen nicht nur 10.000 Follower auf Twitter, sondern auch sein Videocast, mit dem er auf YouTube erfolgreich ist.

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Herzlichen Glückwunsch zu mehr als 10.000 Followern auf Twitter. Damit sind Sie ein digitaler Vorreiter in Deutschland. Ein CEO hat sehr wenig Zeit, aber Sie nehmen sie sich dennoch, um zu twittern. Warum eigentlich?

Weil wir bei Opel etwas verändern und bewegen wollen. Die Marke hatte in den letzten Jahren an Strahlkraft verloren, vor allem in Deutschland. Als ich im März 2013 bei Opel anfing, habe ich sofort meiner Belegschaft gesagt, was meine Prioritäten sind: Wachstum einleiten und Kultur ändern. Zum Kulturwandel gehört für mich in Zeiten des Medienwandels auch, dass man als CEO digital kommuniziert.

Für mich überraschend: Ich bin einer der wenigen CEOs in Europa, der aktiv auf Twitter ist. In der Autobranche bin ich sogar der Einzige. Daran hat sich seit meinem Einstieg auf Twitter Mitte 2013 auch nichts geändert. Dabei birgt das Kommunizieren auf Social-Media-Kanälen aus meiner Sicht viele Chancen. Jeder kann mit mir in den Dialog kommen – sei es als Konsument, Händler oder Mitarbeiter.

Der direkte Austausch ist mir wichtig, denn ich kann hier – quasi als oberster Markenbotschafter – den Wandel der Marke Opel mitgestalten. Schließlich ist Nahbarkeit einer unserer Markenwerte. Klar kostet das auch Zeit, aber die nehme ich mir. Zumal ich mich sehr für Technik und Gadgets interessiere.

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Wie kommen Sie zu Ihren Tweets? Wie werden Sie dabei unterstützt?

Da sind wir komplett transparent: Ich tweete vieles selber, gebe Einblicke in Dinge, zu denen man sonst keinen oder erst verspätet Zugang bekommt. Da ist auch schon mal ein Bild aus meinem Urlaub oder von meinen Flugexperimenten mit Drohnen dabei – ein „Drohnie“.

Wenn ich selbst tweete, kennzeichne ich diesen Tweet mit „\KTN“. Das ist also klar erkennbar. Natürlich werde ich aber auch von meinem Social-Media-Team unterstützt. Das ist auch notwendig, da ich einen sehr engen Zeitplan habe und nicht immer sofort reagieren kann. Social Media lebt aber von der Schnelligkeit – aber es verlässt kein Tweet meinen Account, den ich nicht vorher abgesegnet habe.

Was reizt Sie persönlich an Twitter besonders? Was gefällt Ihnen daran am besten?

Der persönliche Austausch ist das Spannende. Natürlich halte ich mich auch über meinen Feed auf dem Laufenden, sei es über die aktuelle Nachrichtenlage oder auch über die Aktivitäten der Leute, denen ich folge. Ganz besonders interessant finde ich auch das Kommentieren und Diskutieren parallel zu Events.

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Wie reagieren Ihre Mitarbeiter auf das Twittern? Werden Sie darauf angesprochen?

Das Echo ist sehr positiv. Ich kann nicht jeden Opel-Mitarbeiter dazu überreden, sich bei Twitter anzumelden. Aber habe eine ganze Menge Follower, die Mitarbeiter sind. Auch das sehe ich als Chance. Denn ich kann nicht mit allen Kollegen persönlich in Kontakt sein.

Twitter erlaubt es jedoch, den mehr als 34.500 Opel-Mitarbeitern, näher an mir als CEO dran zu sein und über Entscheidungen und neue Fahrzeuge informiert zu werden. Übrigens gibt es neue Produkte immer zuerst auf meinem Twitter-Kanal zu sehen – das Folgen lohnt sich also.

Antworten Sie Ihren Followern auf Twitter? Wie gehen Sie dort mit Feedback und der Twitter-Kommunikation insgesamt um?

Es liegt auf der Hand, dass ich nicht jede einzelne Frage oder Anmerkung auf Twitter persönlich beantworten kann. Aber wenn ich die Gelegenheit habe oder mir ein Thema besonders wichtig ist, dann antworte ich selbstverständlich. Ab und zu gibt es dann natürlich auch Diskussionen, aber ich sehe Feedback generell als etwas Wertvolles an. Nur wenn wir darauf hören, was die Menschen wollen, gelingt auch das Comeback der Marke Opel. Wir sind auch hier auf einem sehr guten Weg!

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Twittern? Was wollen Sie damit konkret erreichen?

Ich arbeite ganz konkret am Umbau der Marke. Unsere Produkt- und Motoren-Offensive, unsere Werbekampagnen, wie Umparken im Kopf, und gute PR- und Social Media-Arbeit: All das sind Bausteine, die zum Erfolg führen werden. Davon bin ich überzeugt. Im Zusammenspiel sind diese Maßnahmen sehr schlagkräftig, wie man an unseren Erfolgen in den vergangenen zwei Jahren sehen kann.

In Deutschland gibt es erst wenige twitternde CEOs. Sollten auch andere CEOs twittern? Was raten Sie denjenigen, die es versuchen wollen?

Ich kann nur den Rat geben: digitalisieren Sie sich! Ich glaube, alle CEOs, die das Potenzial nicht erkennen, machen einen Fehler. Der CEO ist das Gesicht einer Firma: Unternehmensentscheidungen werden mit der Person in direkten Zusammenhang gebracht. Ich bin quasi Unternehmenslenker und Chief Reputation Manager in einer Person. Wer sein Business heute nicht konsequent auf den digitalen Wandel hin ausrichtet, ist möglicherweise in einigen Jahren nicht mehr im Geschäft. Warum sollte das in der Kommunikation anders sein?

Wer den Schritt macht, der sollte einen klaren Plan haben, festlegen wofür er steht, welche Themen in den Vordergrund gerückt werden. Entscheidungswege müssen schnell und kurz sein. Twitter funktioniert in Echtzeit, einen Tweet in eine Freigabeschleife zu geben, der drei Tage dauert, ist nicht zeitgemäß. Deshalb bin ich für mein Social-Media-Team auch immer greifbar.


Bilder: © GM Company

  • http://www.verteidiger-stuttgart.de Michael Erath

    Sehr guter Artikel. Strategie ist auch bei Blogs, wie im richtigen Leben, das Wichtigste. Ohne richtige Strategie wird das Ziel nicht erreicht.

    http://www.verteidiger-stuttgart.de

  • http://www.MyTree.TV/ TreeMagazine

    Es braucht eindeutig mehr social CEOs…