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Wie kleine Geschäfte von Social Media profitieren können

Erfolgsbeispiele für Social Media zeigen häufig größere Unternehmen und Konzerne. Dabei können vor allem kleinere Geschäfte von den Vorteilen neuer Technologien stark profitieren. Dirk Spannaus ist Gründer und Geschäftsführer des Start-ups webZunder, das sich auf diese Zielgruppe spezialisiert hat. Im Interview erläutert er, warum sich kleinere Unternehmen häufig noch mit Online-Aktivitäten schwer tun und wie der Schritt ins digitale Zeitalter gelingen kann. 

Dirk Spannaus

Woran liegt es Deiner Meinung nach, dass viele kleine und mittlere Unternehmen den Weg ins digitale Zeitalter noch nicht gefunden haben?

Oft heißt es, Inhaber kleinerer Unternehmen seien beratungsresistent und wenig aufgeschlossen für Innovationen. Für viele Unternehmer stimmt das so nicht. Der Einstieg ins digitale Zeitalter fühlt sich für sie an wie das Öffnen der Büchse der Pandora. In zwei von drei Fällen übernimmt der oder die Chefin das Marketing nebenbei. Das heißt: Es fehlt oftmals an Zeit und Wissen. Da stellt sich unweigerlich die Frage, wie der Einstieg und der Alltag online gemeistert werden kann.

Die Betreuung auslagern ist nicht nur wegen dem dafür notwendigen Budget oft problematisch. Gerade bei den kleineren Unternehmen ist die persönliche Kommunikation mit Kunden wahrscheinlich einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Wenn sich die Social Media-Kommunikation leichter in den Alltag integrieren ließe, würden wahrscheinlich mehr Unternehmer den Einstieg wagen.

Ist es denn für jeden Unternehmer sinnvoll, Social Media zu nutzen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Unternehmen von Social Media profitieren können. Von der intensiveren direkten Kommunikation profitieren insbesondere Anbieter, deren Dienstleistung bzw. Produkte einen gewissen Beratungsbedarf voraussetzen oder viele Kunden durch Empfehlungen generieren, was natürlich auch Vertrauen erfordert.

Es gibt viele Einsatzmöglichkeiten für kleine Unternehmen. Zum Beispiel können sie orts- oder terminbezogene Dienstleistungen anbieten, oder spezielle Angebote und Veranstaltungen zielgruppengenau vermarkten.

Wie startet man seine Aktivitäten sinnvollerweise?

Schritt für Schritt

Ruhig und entspannt – und vor allem nicht Bange machen lassen! So viel kann man gar nicht falsch machen. Auch wenn manche Berater mit Horrorszenarien und hohen Ansprüchen versuchen, ihre Unterstützung zu verkaufen. Es wird ganz sicher nicht sofort ein Shitstorm losbrechen.

Wir empfehlen unseren Kunden ein schrittweises Vorgehen. In die Startphase gehört die Strategie, welche letztendlich die grundlegenden Ziele und Mittel des Social-Media-Einsatzes festlegt. Da empfehlen wir auch professionelle Unterstützung, je nach eigenem Kenntnisstand und Bedarf. In der Phase werden z.B. auch die Präsenzen in den jeweiligen Diensten eingerichtet und ggf. Mitarbeiter identifiziert, die zur Kommunikation beitragen wollen.

In der nächsten Phase geht es um die Identifikation und Erstellung erster Inhalte. Wir haben eine Obst- und Gemüsehändlerin als Kundin. Diese hat zum Beispiel früh am Morgen die leckersten Früchtchen fotografiert, die sie vom Großmarkt mitbringt. Diese Bilder lädt sie dann auf Facebook. So zaubert sie Bilder von Fruchttorten und Obstsalaten in die Köpfe Ihrer Kunden, denen damit schon am Bildschirm das Wasser im Mund zusammenläuft. So einfach ist das natürlich nicht immer.

Apropos Fans: Bislang wurden nur Mitarbeiter, Familie und Freunde auf die neuen Auftritte aktiv hingewiesen. Nun ist es an der Zeit, auch Kunden und Partner zu informieren. Ob auf der Speisekarte, auf Rechnungen oder auf der Visitenkarte – die neuen Kontaktmöglichkeiten sollten ab sofort auch offline bekannt gemacht werden.

Diesen frühen Phasen schließen sich später noch weitere an, die mit den Themen Reputation, Ausbau und Optimierung zu tun haben.

Location-Based-Services sind ja vor allem in den USA ziemlich beliebt. In Deutschland hat z.B. Foursquare nur wenig Erfolg. Woran liegt das?

Check-in

Lange Zeit lag es vielleicht an der vornehmen Zurückhaltung, die wir Deutschen oft bei innovativen Themen an den Tag legen. Natürlich auch an Bedenken in Sachen Privatsphäre. Allerdings hat das die frühzeitigen Ausprobierer nicht davon abgehalten, FourSquare intensiv zu nutzen. In Hamburg – so hört man – finden sich Freundeskreise inzwischen schon via FourSquare in der richtigen Kneipe zusammen.

Viele von uns Early Adopters haben versucht, den anderen FourSquare zu empfehlen: “Wenn der Kneipier mitmachen würde, könnte ich als Mayor z.B. ein Bier aufs Haus erhalten”. In der Realität haben allerdings bislang viel zu wenig Unternehmen die verschiedenen Marketingmöglichkeiten ausprobiert. So blieb es meist beim Konjunktiv. Klassisches Henne-Ei-Problem im Bereich innovativer Dienste: der Adaptionszeitraum für diese Dienste ist zu lang.

Worauf sollte man bei der Nutzung von Social Media achten? Gibt es Tipps, die besonders für KMUs gelten?

Wichtig ist es, sich realistische Ziele zu setzen. Besser in etwas größeren Abständen, aber regelmäßig eigene Beiträge erstellen, die wirklich interessant für Kunden und Interessenten sind. Es bringt nichts, sich anfangs selbst zu sehr unter Druck zu setzen und dann nicht durchzuhalten oder anzufangen einfach irgendetwas zu posten.

Zusätzlich empfiehlt es sich, auch im eigenen Netzwerk aktiv zu werden. Kommentieren Sie auch Beiträge Ihrer Geschäftspartner und Kunden. Teilen Sie die besten Meldungen auch mit Ihren Fans, wenn sie für diese relevant sind.

Kunden sollten auch in sozialen Netzwerken so angesprochen werden, wie es auch beim ersten Kontakt am Telefon oder in Person üblich wäre. Wir haben z.B. für uns entschieden, dass wir unsere Kunden als Gruppe auch auf Facebook “siezen” – es sei denn wir antworten einer uns bereits bekannte Person, mit der wir schon “per Du” sind. All das gehört zu einer nachhaltigen und wertschätzenden Kommunikation.

Wie viel Zeit sollte man für Social Media in der Woche mindestens einplanen?

Um möglichst schnell auf Anfragen oder Erwähnungen zu reagieren, sollte sich ein Unternehmer ein- bis zweimal am Tag für ca. 15 Minuten Zeit nehmen. Das wären so ca. 2-3 h in der Woche. Der Aufwand um eigene Inhalte zu erstellen und zu verteilen variiert sehr stark. Das hängt davon ab, ob ich zum Beispiel eigene Beiträge schreibe, mit Fotos arbeite oder eher interessante Artikel finde und kommentiert weiterverteile. Es lohnt sich auf jeden Fall auch über Unterstützung nachzudenken. Zum Beispiel würde ein Lektorat und die Fertigstellung ersten Artikelentwürfe viel Zeit abnehmen.

Wie kann webZunder kleinen und mittleren Unternehmen helfen, im Social Web aktiv zu sein?

webZunder ist das Social-Media-Dashboard für den Alltag. Damit sparen Unternehmer deutlich Zeit, indem wiederholt anfallende, manuelle Schritte geschickt automatisiert werden. Gleichzeitig wird die Reichweite erhöht, indem verschiedene Kanäle gleichzeitig zur Kommunikation genutzt werden.

Das Team von webZunder

webZunder zeigt alle Kommentare und Anfragen in einem zentralen Stream. Sortiert wird dabei nach öffentlichen und privaten Nachrichten. Die Quelle spielt eher eine untergeordnete Rolle.

Mit Reichweite, Resonanz und Performance werden die wichtigsten Kennziffern zur regelmäßigen Erfolgskontrolle bereitgestellt. Sehr einfach kann auch gelesen werden, was ausgewählte Geschäftspartner und Wettbewerber über ihre öffentlichen Kanäle kommunizieren.

Die Veröffentlichung eigener Informationen wird durch passende Formulare stark vereinfacht. Die Formatierung und Verteilung der Beiträge wird durch webZunder übernommen. Schließlich wollen Unternehmer ja eher Produkte vorstellen und Veranstaltungen ankündigen, als einzelne Nachrichten und Bilder auf verschiedene Kanäle zu verteilen.

webZunder logo

Vielen Dank für das Interview. 

Wer webZunder gerne einmal testen möchte, kann über folgenden Link eine webZunder Starter-Edition für ein Jahr kostenlos gewinnen.

Bildquellen: TwentyZen, Shutterstock