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Influencer sprechen über Personal Branding: Frank Behrendt

Frank Behrendt treibt es gerne bunt, weil er die Popkultur über alles liebt. Außerdem sagt er dem PR-Blogger in unserem Interview, dass es wichtig ist, selbst für etwas Aufmerksamkeit zu sorgen: Wer sich als Personal Brand nicht um seine Wirkung kümmert, findet faktisch im Netz nicht statt. Außerdem erläutert er, warum Pippi Langstrumpf für ihn ein gutes Vorbild ist.

Als Buchautor und Speaker ist der „Guru der Gelassenheit“ einem breiteren Publikum bekannt. Der Kommunikationsexperte aus Köln ist seit gut 20 Jahren in der Agenturwelt unterwegs. Behrendt arbeitet für die Agentur Serviceplan Public Relations & Content. Zuvor war er Deutschland-Chef bei KetchumPleon und Vorstand bei fischerAppelt.

Winnetou Frank Behrendt

Wie ist es für Dich, als Personenmarke in der Öffentlichkeit zu stehen?

Ich bin ein extrovertierter Typ, daher habe ich damit keine Probleme. Im nächsten Leben werde ich ja sowieso TV-Entertainer, YouTube-Star oder was es dann als Nachfolgeplattform gibt, da wäre ich dann auch wieder permanent in der Öffentlichkeit.

Was hat sich für Dich durch die Aufmerksamkeit am meisten verändert?

Ich bekomme sehr viel direktes Feedback, das gefällt mir. Ich bin sehr schnell am Smartphone, viele die mich kennen, sagen, ich benutze es wie einen Colt (lacht). Ich antworte auch immer, außer bei Beleidigungen von irgendwelchen Hatern. Die lösche und blockiere ich immer sofort, da bin ich eisenhart. Ich habe durch das Netz auch schon viele tolle Menschen kennengelernt, die waren dann im realen Leben mindestens so nett wie im Social Life.

Nicht jeder Influencer mag es, wenn andere über ihn schreiben oder sprechen. Wie ist es für Dich, wenn andere das öffentlich tun und manchmal auch Kritik über Deine Person äußern? Oder spielt das keine Rolle?

Das gehört dazu und das muss man aushalten. Wer damit nicht klar kommt, sollte sich besser aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Ich bin jemand, der polarisiert, auch ganz bewusst. Da gibt es natürlich auch Leute, die einen nicht leiden können. Aber nur die, über die man diskutieren kann, sind schließlich relevant. Wenn sich keine Sau für dich und das was du schreibst interessiert, gibt es dich faktisch im Netz nicht.

Was hat Dich zum Influencer gemacht?

Das kam step by step. Ich bin ja erst relativ spät in die Sozialen Netzwerke eingestiegen. Dann habe ich aber festgestellt, dass ich großen Spaß daran habe. Und immer mehr Leuten hat es gefallen, was ich da gepostet habe. Die Follower wurden immer mehr, das hat mich weiter angestachelt. Der Durchbruch kam dann final mit meinen 10 Thesen, wie man lockerer durchs (Berufs)Leben kommt, die das Magazin „Clap“ veröffentlicht hat und die anschließend viral steil gingen.

Welche Tipps hast Du für diejenigen, die davon träumen, Influencer zu werden?

Sei du selbst. Sei besonders. Sei kreativ. Höre auf dein Bauchgefühl. Bleib dir treu. Das ist eigentlich das Geheimnis meines Erfolges im Netz. Ich mache da keine große Strategie, sondern bin eher wie Pippi Langstrumpf unterwegs — „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“.

Du hast in der Neuverfilmung von Winnetou 2016 eine kleine Rolle übernommen. Viele Influencer sind erst über YouTube, Instagram oder ihre Blogs bekannt geworden und haben dann kleine und größere Filmrollen übernommen. Ist das ein Teil des Selfmarketings oder Egomanie? Was sagst Du den Bedenkenträgern, die das nicht verstehen?

Ich mache mir nicht so viele Gedanken, warum und wofür ich was mache oder nicht. Ich mache viele Sachen, weil sie mir einfach Spaß machen. Im Winnetou-Film mitspielen etwa. Ich spiele jetzt wieder in einem anderen Film mit, just for fun. Ich bin wie ich bin und berichte darüber, authentisch und ungeschminkt. Andere Sachen mache ich und berichte nicht drüber, hat auch was.

Viele verfolgen das mit Spaß oder werden inspiriert, das freut mich dann. Bedenkenträgern sage ich gar nichts, es interessiert mich schlicht und einfach nicht, was die stört. Wem ich auf den Keks gehe, der muss mir nicht folgen und kann mich gerne blockieren. Da bin ich ganz gelassen. Am Ende halte ich es wie Udo Lindenberg, der in einem meiner absoluten Lieblingssongs singt: „Ich mach mein Ding, egal was die anderen labern.“

Was bedeuten Dir Haltung und Persönlichkeit?

Sehr viel. Das habe ich von meinen Eltern vorgelebt bekommen. Mein privater Kosmos besteht ausschließlich aus solchen Menschen – ich liebe sie alle.

Ist daraus Deine Buchidee „Die Winnetou-Strategie: Werde zum Häuptling deines Lebens“ hervorgegangen?

Ja, ich habe mit meiner Literaturagentin Hanna Leitgeb zusammengesessen und ihr erzählt, welche realen Helden am Wegesrand mich während meines bisherigen Lebend beeindruckt und beeinflusst haben. Da war dann der Ritt zur Winnetou-Strategie nicht mehr weit.

Die Bilder vieler Influencer auf Instagram wirken ziemlich inszeniert. Wie perfekt müssen Influencer heutzutage eigentlich sein?

Für mich schlägt Kreativität und Witz immer die High-End-Qualität. Zu inszeniert finde ich persönlich zu wenig echt, mich sprechen eher Leute an, die real sind und nicht aussehen, als ob sie am Computer entstanden sind. Aber da sind Geschmäcker verschieden. Wer Barbie und Ken in echt in seiner Timeline will, auch fine. Mir reicht, dass meine Tochter Holly mit denen spielt.

 

Frank Behrendt Sascha Pallenberg Personal Branding Influencer

Bildquellen: Frank Behrendt, Stephanie Kowalski