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Studie: Transparenz macht Unternehmen vertrauenswürdiger

Wie wichtig wird in Zukunft Transparenz als Unternehmensstrategie? Dieser Frage ging eine Pilotstudie (PDF) der Johannes-Gutenberg Universität Mainz nach, die 267 angehende Akademiker über ihre Meinung zu transparenten Unternehmen befragt hat.
Ergebnis: 72 Prozent der befragten Studenten beantworten die Frage zur Transparenz als Unternehmensstrategie mit „wichtig“ bzw. „sehr wichtig. 45 Prozent der Studierenden sind der Meinung, dass Transparenz einen Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens hat. 82 Prozent stimmen der Frage zu: „Je transparenter ein Unternehmen ist, desto vertrauenswürdiger ist es“.

Vertrauen-Befragung-Studie
In punkto Transparenz haben McDonald’s, Volkswagen und BMW die Nase vorn. Im Rahmen von persönlichen Befragungen bekamen die Studierenden die Logos von 16 verschiedenen, namhaften Unternehmen. Sie sollten ihre Meinung sagen, welches Unternehmen als transparent oder intransparent wahrgenommen wird. Mit 160 Stimmen führt McDonald’s die Liste vor VW (133 Stimmen) und BMW (115 Stimmen) an. Die weniger transparenten Unternehmen sind nach Ansicht der Studienteilnehmer die Deutsche Telekom, E-on und die Commerzbank.

Einen ersten Eindruck gibt diese Studie in jedem Fall, allerdings bezweifle ich, dass die Berücksichtigung von gerade einmal 16 Unternehmen zu einer hohen Aussagekraft der Studie führt. Auch die nur geringe Zahl der Teilnehmer lassen nur geringe Rückschlüsse auf die tatsächliche, öffentliche Wahrnehmung der Unternehmen zu. Aber immerhin vermittelt die Analyse einen allerersten Eindruck.

Dass die Nutzung von Social Media bei Studierenden weit verbreitet ist, zeigen die Ergebnisse der Studie ebenfalls. So nutzen 70 Prozent der Befragten täglich Facebook, StudiVZ oder MySpace, jedoch wünscht sich gerade einmal ein Drittel dort auch eine Webpräsenz ihrer präferierten Unternehmen. Ein Drittel findet auch, dass die Präsenz eines Unternehmens im Social Web zu mehr Transparenz beiträgt. Sehr deutlich fällt das Ergebnis bei der Frage aus, wie authentisch die Befragten die Auftritte im Social Web als Informationsquelle finden. 30 Prozent sehen die Auftritte als informativ an, doch nur 20 Prozent empfinden sie als glaubwürdig. Das zeigt, dass vor allem dort noch sehr viel Nachholbedarf bei den Unternehmen besteht, damit ihre Social Media Aktivitäten nicht als reine PR- und Marketingmaßnahme empfunden werden, sondern vielmehr als Strategie zu mehr Transparenz und letztlich Glaubwürdigkeit.

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Wieder einmal wird deutlich, dass nicht nur klassische Websites, sondern auch Social Media Aktivitäten eine geringere Glaubwürdigkeit haben, wenn sie von abstrakten Organisationen erstellt werden. Je persönlicher und fachlicher ein (Corporate) Blog, eine Facebook Fanpage oder ein Twitter-Account ist, desto eher profitieren Unternehmen davon. Aus diesem Grunde sollten Sie immer auf Ihre Mitarbeiter als Markenbotschafter setzen. Diese verleihen Ihren Online-Aktivitäten erst Glaubwürdigkeit und erzeugen Vertrauen. Je geschickter Sie hierbei als Unternehmen vorgehen, desto eher wird das auch auf Ihre Reputation einzahlen. 

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Klaus Eck

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