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Wir brauchen mehr Medienkompetenz

Im Rahmen der Social Media Week Berlin veranstaltete die Welt Kompakt ein Podium mit dem Titel "Von einer Generation, die nicht mehr offline sein kann". Die Diskutanten – Jürgen Nerger, Dr. Hans G. Zeger, Arwin Hambasic, Sachar Kriwoj, Dieter Willinger sowie der aus Tirol zugeschaltete Frank Schmiechen – waren sich zumindest in einem Punkte einig: Die kommenden Generationen werden zwischen online und offline nicht mehr trennen. Stattdessen wird die ubiquitäre Verfügbarkeit einer Internetverbindung für sie der Normalfall und der ständige – auch mobile – Zugriff aufs Netz schlicht die Regel sein. 

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 Und was machen mobile Surfer? Eine der beliebtesten mobilen Beschäftigungen ist der Besuch von Social Networks, allen voran Facebook, das laut der "State of the Mobile Web" Studie von Opera nunmehr meistgenutzte mobile Netzwerk. In einem Zeitalter also, in dem das Leben so sehr vom Digitalen durchdrungen ist, brauche es vor allem mehr Medienkompetenz, so eine mehrfach zu hörende These. Rund um dieses Thema entspann sich dann auch die größte Diskussion. 

Keiner der Podiumsteilnehmer zweifelte an, dass Medienkompetenz nötig und gut sei, doch wie diese erlernt bzw. vermittelt werden sollte, sahen sie teilweise recht unterschiedlich. Während etwa Dr. Zeger durchaus für eingreifende Regulierung plädierte, konnte er Sachar Kriwoj (besser bekannt als @sachark) davon nicht überzeugen. Stattdessen plädierte dieser, ähnlich wie Frank Schmiechen, für einen mutigeren Umgang mit den Möglichkeiten des Social Webs, anstelle nur fortwährend nach möglichen Risiken zu suchen, die sich dank der neuen Kommunikationstools auftun. Durch genug positive Vorbilder, so meinte auch eine Stimme aus dem Publikum, würde schließlich auch die Allgemeinheit souveräner im Umgang mit Social Media

Was in meinen Augen allerdings zu kurz kam während der gesamten Diskussion ist die Frage danach, welche Kompetenzen es eigentlich im Einzelnen sind, die unter dem Begriff "Medienkompetenz" subsumiert wichtig sind im Kontext der sozialen Medien? Und weiter gefragt, bedarf es eigentlich wirklich neuer Kompetenzen, abgesehen vom technischen Know-how? Oder ist es nicht viel mehr einzig der Mangel am Bewusstsein dafür, dass im Internet im Grunde nichts privat, sondern öffentlich ist, der die meisten Probleme verursacht? Denn verhielte sich online jeder so, wie er es bei einer öffentlichen Veranstaltung täte – Public Fußball Viewing mal ausgenommen – gäbe es mit Sicherheit weniger Social Media-Malheure mit unerfreulichen Auswirkungen. 

Soweit meine Thesen bzw. Fragen, die ich gerne diskutieren würde. Denn auch ich bin überzeugt, dass Medienkompetenz ein wichtiges Thema unserer Zeit ist, deshalb sollten wir den Begriff mit Inhalt füllen. 

Thomas Euler