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Wie Sie das Facebook-Tagging richtig nutzen können

Wer kennt es nicht: Ehe man sich versieht, wird man auf Facebook mit seinem Foto verlinkt und muss entscheiden, ob die dortige Darstellung der gewünschten Reputation entspricht – jeder hat wohl schon einmal eine Verlinkung löschen müssen, dabei sind die Querverweise auf Privatfotos nicht die einzigen Anwendungszwecke für die Tagging-Funktionalität: Besonders im Business-Kontext können diese Möglichkeiten ganz gezielt genutzt werden.

Facebook bietet drei Arten des Taggings. Am bekanntesten ist wohl das Photo-Tagging, welches seit einiger Zeit eine der Grundfunktionalitäten des Netzwerkes darstellt. Ähnlich lange existent, aber nicht annähernd so oft genutzt ist die Möglichkeit, innerhalb von Notizen Personen zu verlinken.

Facebook | Fotos von Social Media Club München.jpg

Im vergangenen Jahr ist eine dritte Art des Taggings hinzugekommen: User können nun innerhalb von Status-Updates und geposteten Inhalten verlinkt werden. Dazu bedient man sich des von Twitter bekannten @-Symbols, welches daraufhin die Auswahl des gewünschten Users möglich macht. Grundsätzlich kann jeder User, der in der eigenen Freundesliste vertreten ist, diese Verlinkungen anlegen, sofern dies bestimme Privatsphäre-Einstellungen nicht verbieten. Diese Art des Querverweises erlaubt es zudem, Facebook Fanpages zu verlinken.

Facebook_tagging_status.jpg

Auch auf Fanpages kann getaggt werden. Hier greifen die gleichen Beschränkungen wie für das Tagging auf Personenprofilen: So muss die zu taggende Person gleichzeitig auch ein "Freund" des taggenden Users sein. Eine Einschränkung, die große Implikationen zum Beispiel für die Personenprofile hinter kommerziellen Facebook Pages mit sich bringt – wer nicht auch mit den gewünschten Personen befreundet ist, dem entgeht die Möglichkeit des Taggings. Diese Vorsichtsmaßnahme seitens Facebook zeigt die Bedeutsamkeit stark vernetzter Personenprofile wieder einmal auf.

Doch wann und wie wendet man diese Möglichkeiten denn sinnvoll an? Ein Weg ist es, ausgewählte Fotos von Events im nachhinein zu taggen: Die Besucher erinnern sich wieder, können eventuell sogar neue Kontakte knüpfen – bei angeregten Gesprächen kann es schonmal passieren, dass man den Austausch der Visitenkarten schlicht und einfach vergisst. Von der wahllosen Verlinkung von Nutzern auf geposteten Flyern oder Einladungen sollte man aber absehen – oftmals wird dieses Verhalten als Spam oder gar verzweifeltes Bewerben einer Veranstaltung aufgefasst.

Da sich durch die Notizen-Applikation auch problemlos RSS-Feeds Ihrer Blogbeiträge importieren lassen, ergibt sich hier die Möglichkeit, genannte Personen wie Interviewpartner oder Zitatgeber, sofern sie im eigenen Freundeskreis sind, zu verlinken. So taucht der Artikel auch im Stream des Getaggten auf und kann zusätzliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Auch sehr kreative Anwendungszwecke können durch Fototagging realisiert werden – der Möbelhersteller IKEA hat in einer erfolgreichen Kampagne diese Funktionalität in spielerischer Art und Weise genutzt, um Nutzer mit den eigenen Möbelstücken vertraut zu machen:

Anzumerken ist jedoch, dass die Facebook-Richtlinien für Promotions eine solche Nutzung zu Marketingzwecken sehr stark einschränken. Die passive Nutzung des Features ist jedoch nicht untersagt – so lädt zum Beispiel DJ Tiesto seine Fans dazu ein, sich auf Partyfotos zu taggen.

Bei alledem ist zu beachten, dass das Tagging von den betroffenen Personen ganz unterschiedlich aufgenommen wird – es ist vielleicht nicht nötig jedes mal eine Einverständniserklärung des betroffenen Users einzuholen, jedoch sollte vor diesen Maßnahmen zumindest über den Nutzen und die Aussenwirkung nachgedacht werden. Dann gelingt es auch, das richtige Maß zu finden und den Anstand zu bewahren. 

Welche Anwendungszwecke fallen Ihnen für das Tagging auf Facebook noch ein? Kennen sie andere Kampagnen, die sich dieser Funktionalität bedient haben?

Christoph Bauer