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Morgenwelt 59: Behörden im Social Web

PersonalBrandingEditedWir geben freiwillig immer mehr persönliche Informationen in den Social Networks preis. Auf diese Weise wollen wir uns intensiver mit unseren persönlichen oder beruflichen Kontakten vernetzen und als Personen greifbarer werden. Doch das Netz ist nur vermeintlich ein privater Ort, in Wahrheit sind alle Informationen, die wir in den Netzwerken oder auf ähnlichen Plattformen einstellen, öffentlich. Da ist es wenig verwunderlich, wenn auch offizielle Behörden und ähnliche Institutionen die neuen Tools nutzen, um ihre Arbeit zu erledigen. Dies und andere Themen in der neuen Ausgabe der Morgenwelt.

Twitter-ROI: In zwei Jahren auf Twitter konnte Dell nunmehr 6,5 Millionen US-Dollar (ca. 4,4 Mio. Euro) Umsatz über den Kanal generieren, davon 800.000$ allein in den letzten acht Monaten, wie Bloomberg berichtet. Diese Beträge stellen zwar nur einen Bruchteil des Gesamtumsatzes des Computerherstellers dar, sollten jedoch mehr als ausreichend sein, um alle übrigen, nicht verkaufs-orientierten Twitter-Aktivitäten zu refinanzieren. 

Behörden im Social Web: Vorsicht, wer Ihnen folgt. Es könnte sich um Gerichtsvollzieher handeln, die sich auf Social Networks als "scharfe Blondine" ausgeben, um "Dates" mit säumigen Schuldnern zu arrangieren, Polizisten die lieber Goolge Earth als Hubschrauber zum Auskundschaften nutzen oder Krankenversicherungen, die Depressiven die Leistungen streichen, wenn sie allzu vergnügte Facebook-Fotos posten: Behörden nutzen das Internet und Social Media (zumindest in Russland) verstärkt für ihre Arbeit, wie Spiegel Online berichtet

Interessant wird es sein zu beobachten, ob dem mitunter zweifelhaften Vorgehen der Behörden ein juristischer Riegel vorgeschoben wird, oder ob sich derartige Methoden künftig auch hierzulande etablieren werden. Denn viele Menschen stellen sich und ihre Persönlichkeit online gerne ein Stück weit dar und verzichten so partiell auf ihre Privatsphäre, doch dies in der Regel im Hinblick auf private oder berufliche Kontakte. Die Einmischung des Staates und anderer offizieller Stellen planen sie in der Regel nicht ein. Klar ist jedoch ebenso, dass die Verlockung auf Behördenseite groß ist, die neuen Möglichkeiten zum eigenen Zweck zu nutzen. Daher wird sich bald entscheiden, ob sich eine Kultur der freiwilligen Überwachung durch die Hintertür einschleicht, oder ob sich offizielle Stellen aus Respekt vor dem Grundsatz der informationellen Selbstbestimmung zügeln müssen.

Event-Umfrage: Die Branche trifft sich gern und häufig. Welches Event Ihr persönliches Highlight in 2009 war, können Sie in diesem kurzen Poll verraten. 

Lokales Microblogging: Ein neuer Service namens Dailyplaces kombiniert Twitter, Twitpic und Geotagging zu einem neuen Angebot. Die Stadt Frankfurt etwa nutzt das Tool bereits im Rahmen des Städtemarketings. Ob der Dienst genug Nutzern einen Mehrwert bieten wird, um sich durchzusetzen, bleibt abzuwarten. Interessant ist allerdings, dass damit nun auch das Microblogging mit einem ortsbezogenen Element verknüpft wird. So ist es ein weiterer Indikator für die zunehmende Bedeutung von lokalen Inhalten und Angeboten im Web, wie neue Zahlen zu lokalen Suchen ebenfalls andeuten.


 

Facebook SEO: Suchmaschinenoptimieren können Sie nicht nur Websites, sondern auch Facebook Fanpages. Wie dies in der Praxis funktioniert, hat Thomas Hutter in einem Blogartikel in zehn Punkten erklärt. 

Social Media in 2010: Wie sich die professionelle Kommunikation in und mit den sozialen Medien im nächsten Jahr entwickeln wird, ist eine Frage die sich David Nelles, Olaf Kolbrück und einige andere zu beantworten anschicken. Dazu haben Sie ein Whitepaper veröffentlicht, das einige interessante Gedanken beinhaltet. 

Social Media Communication Forecast 2010

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Thomas Euler