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Morgenwelt 50: Social Media Monitoring im Echtzeitnetz

Nach dem 5-jährigen Bestehen des PR-Bloggers gibt es heute das nächste Jubiläum: die 50. Ausgabe der Morgenwelt. Am 29. Februar 2008 war Premiere der Rubrik und seit einigen Monaten präsentiere ich Ihnen jeden Mittwoch an dieser Stelle regelmäßig Informationsschnippsel rund um PR- und Marketing-Trends, Medien und sonstige interessante Fundstücke aus dem Bereich Social Media. An dieser Stelle möchte ich mich für das positive Feedback und Ihr Interesse an der Morgenwelt-Serie ganz herzlich bedanken und freue mich auf die nächsten 50 Ausgaben! 

Diese Woche geht es in der Morgenwelt um ein neues Tool, das sich anschickt zumindest etwas Ordnung in das Informationschaos des Echtzeitwebs zu bringen und damit der Informationsüberflutung Einhalt gebieten könnte. Außerdem geht es um Internetsperren am Arbeitsplatz, aktuelle Zahlen zu User-Generated-Content und um mangelnde Persönlichkeit bei der Piratenpartei.

Internet-Manifest: Einige bekannte Namen der Social-Media-Szene haben 17 Behauptungen thesenartig zusammengestellt, wie Journalismus heute wirklich funktionieren würde. Das Ganze hört auf den Namen Internet-Manifest. Interessant ist die rege Diskussion und Kritik, die das kleine Manifest ausgelöst hat. Es sei dahin gestellt sein, ob wir wirklich neue Regeln und Vorgaben für ein freies Internet und einen ebenso freien Journalismus benötigen. Aber zumindest haben wir mal wieder darüber diskutiert, einander verlinkt und einen Sturm im Wasserglas ausgelöst. Meiner Ansicht nach müssen sich "die Medien" nicht anpassen, auch der Journalismus muss sich gar nicht verändern. Dem Internet und den Social Media-Nutzern ist all das ohnehin völlig egal. Schließlich gibt es auch jenseits der klassischen Medienangebote noch sehr viel Lesenswertes im Netz. Der digitale Darwinismus wird es richten; und vielleicht bleibt hierbei auch der Qualitätsjournalismus (jenseits von Medienangeboten) übrig. Gesammelte Links zum Internet- Manifest gibt es auch von mir in Delicious.

Information Overload by Monster

Social Media Monitoring: Zur Bewältigung des Informationsaufkommens gibt es zahlreiche Tools, doch die ultimative Lösung steht noch immer aus. Immerhin geht Twingly mit dem Service Twingly Channels schon sehr weit in Richtung einer Infolösung. Dank der Twingly Blogsearch, Microblog Search und Twingly Ping ist die Firma nicht ganz unbekannt. Was das Unternehmen in seinem Blog zu Twingly Channels erzählt, klingt spannnend: "A Twingly Channel acts as a social filter on top of feeds and realtime search, allowing you to set up a social memetracker for any topic or event.". Wenn das Instrument tatsächlich hält, was es verspricht, könnte es eine interessante Lösung für's Monitoring des Real-Time-Webs darstellen und dabei helfen, plattformübergreifend Gespräche, Meinungen und Feedback im Auge zu behalten. 

Das Social Media Monitoring stellt für professionelle Kommunikatoren noch immer eine große Herausforderung dar. Content ist auf einer Unzahl von Stellen im Internet verteilt, sodass man selten weiß, welche Gespräche gerade wo über Marken stattfinden. Wer dies versäumt, bekommt ein Issue oft dann erst mit, wenn es sich schon in einer handfesten Krise mit Millionenreichweite offenbart hat – wie erst letzte Woche das Beispiel Jako zeigte. 


Websperren am Arbeitsplatz: Jochen Mai fasst auf der Karrierebibel eine Studie zu den am Arbeitsplatz gesperrten Websites zusammen. Immer mehr Firmen (20 Prozent) greifen demnach auf restriktive Maßnahmen zurück, um ihre Mitarbeiter vom vermeintlich privaten Surfen abzuhalten. Spitzenreiter unter den gesperrten Seiten sind – wenig überraschend – dann auch Social Networks, die von 76 Prozent der Unterrnehmen mit Sperren nicht gestattet werden. 

Corporate Blogs: Im Forum von DNAdigital findet aktuell eine interessante Diskussion über das Blog der Telekom statt. Die primäre Forderung ist bisher die nach mehr Persönlichkeit. Die Leser wollen wissen, aus wessen Feder ein Beitrag stammt und wer dieser Jemand ist. 

Bundestagswahl im Netz: Google hat eine Trends-Page speziell zur Bundestagswahl eingerichtet, auf der die Anzahl der Suchabfragen zu den einzelnen Parteien, Spitzenkandidaten und Wahlkampfthemen visualisiert werden. Interessant: Zwar ist die Piratenpartei mit 21,6 Prozent im letzten Monat übermäßig stark vertreten, doch das Personal Branding ihres Spitzenkandidaten Seipenbusch lässt sehr zu wünschen übrig: Mit 0 Prozent im Interessensindex findet er praktisch nicht statt. 

ScreenshotGoogleWahltrends 

Buch-Tipp: Thomas Kilian, Geschäftsführer der Werbeagentur Thoxan, bietet in "Der Igel-Faktor: Erfolgreiche Neukunden-Gewinnung im Internet" einen guten Einstieg in das Thema Online-Marketing und gibt zahlreiche Tipps, die einfach umzusetzen sind. 

Keyword-Branding: Aufgabe des (Online-)Brandings ist es, unter anderem, eine Marke mit gewissen begrifflichen Assoziationen – also Keywords – aufzuladen. Denn jeder Mensch hat ohnehin bestimmte Assoziationen zu ihm bekannten Marken. Durch gezieltes Branding gilt es diese im eigenen Sinne zu beeinflussen. In diesem Zusammenhang ist die Werbung auf www.wohnen.de für Küchen Quelle spannend. Geschickt werden hier durch die Rotation viele Schlüsselwörter mit dem Brand verbunden. Da die Werbung zudem auf der kognitiven Ebene bleibt, wirkt sie nicht plump, sondern nützlich: Ein Klick und ich erreiche genau den Teil der Website, der mich interessiert. 

Mehr Fotos/ Videos online: Laut einer aktuelle BITKOM-Studie wächst die Zahl der aktiven Contentproduzenten in Deutschland stark weiter. Besonders verbreitet ist das Veröffentlichen von eigenen Fotos und Videos im Netz. 15 Millionen Deutsche laden demnach Fotos hoch – 32 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch eigene Videoclips gibt es nun von 5,6 Millionen deutschen Usern, ein Plus von 1,2 Millionen im Vergleich zu 2008. Besonderer Katalysator für das Wachstum sind laut BITKOM die Social Networks, die zunehmend Verbreitung finden und es den Nutzern sehr einfach machen, eigenen Content zu publizieren.

Online Reputation Management: Nicht nur Unternehmen achten bei der Selektion künftiger Angestellter auf deren Reputation, auch Bewerber legen sehr viel Wert auf das Image ihres künftigen Arbeitgebers. Besonders wichtig ist den Jobaspiranten, dass sich ein Unternehmen sozial engagiert. Eine aktuelle Studie zu dem Thema fasst es zusammen

>> Bildnachweis Foto "Information Overload" von Monster


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Klaus Eck