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Morgenwelt 42: Ade Gatekeeper! Pressekonferenzen für alle

Pressekonferenzen sind für Journalisten gedacht! Oder? Anscheinend hat sich die PR grundsätzlich gewandelt. Jedenfalls scheint das Vodafone in Teilen anders zu sehen. Sie öffnen sich via Facebook der digitalen Öffentlichkeit und laden zu ihrer Social Media Pressekonferenz auf geschickte Art und Weise ein. Außerdem geht es in dieser Morgenwelt um die Kanzlerfrage, die Horst Schlämmer neu stellt.

Pressekonferenz 2.0:  Vodafone veranstaltete am heutigen Mittwoch ab 11 Uhr eine Pressekonferenz, die nicht allein den klassischen Gatekeepern (Journalisten) vorbehalten ist. Vielmehr wird sich das Event live in den Browsern vieler Influencer abspielen: Man bietet erstmals einen Livestream in Kooperation mit Facebook an und nutzt dazu eine neue Livestreaming-Technologie, bei der alle Onliner durch die Einbindung von Facebook Connect zum Verlauf der Pressekonferenz Nachrichten abgeben sowie Fragen stellen können. Damit werden die Social Media Bestrebungen von Vodafone, welches erst vor kurzem mit der Implementierung eines Blogs und Twitter die ersten Schritte gewagt hat, intensiviert. Die Diskussionen finden gleichzeitig auch in den Facebook Profilen statt, sodass die Reichweite der PK enorm sein könnnte. Allerdings müssen die Unternehmen dann auch mit Kritik rechnen, wie man auf Facebook nachlesen kann. Auf der Pressekonferenz hat Vodafone unter andere die Social-Media-Kampagne "Es ist deine Zeit" vorgestellt.

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Personal Branding:  Markus Albers (twittert unter @albersmark) hat ein zweiteiliges Interview mit mir zum Thema "Jeder Mensch ist eine Marke" auf seinem Blog veröffentlicht. Es dient als Grundlage zur Recherche für sein nächstes Buch.

Identitätsdiebstahl: Die Zeit Online wehrt sich auf transparente Weise gegen einen Fake-Account im Microblogging-Netzwerk Twitter. Nach erfolglosen Kontaktversuchen mit dem unbekannten Betreiber des Fake-Accounts, der unter http://twitter.com/ZEIT_ONLINE Meinungsumfragen und News gepostet hat, fordert der Chefredakteur Zeit Online Wolfgang Blau in einem Blogpost, dass der Betreiber des Accounts sich "umgehend mit der Geschäftsführung" in Verbindung setzt, um rechtlichen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen. Jede Marke sollte Twitter so ernst nehmen, wie das die Zeit tut und sich um ihre Online-Identität und ihren Markenschutz kümmern. Ansonsten übernehmen andere die Regie. Das kann mitunter die Marke beschädigen.

Online-Reputation: Nichts ist mehr privat. Selbst im kleinen Familienkreis müssen Sie mit allem rechnen. Das zeigt das Beispiel eines Neuseeländers: Anstatt die Garage aufzuräumen, hat ein Jugendlicher Nacktfotos seiner Mutter im Internet feilgeboten. Die Erziehungsberechtigte war darüber nicht erfreut und ließ das Angebot löschen. Nach genauerer Überlegung stimmte sie aber einem nochmaligen Verkauf der Bilder zu – doch der Betreiber von "Trade Me", bei dem die Fotos eingestellt werden sollten, nahm die delikaten Fotos nicht an.

Social Networks: Comscore hat sich in einer neuen Studie den Social Networks gewidmet. Die Forschung zeigt, dass besonders in Russland und Brazilien die Netzwerkbindung am höchsten ist: In Verweildauer und Page Visits gemessen, führen diese Länder das Ranking an. Deutschland ist erst auf dem achten Platz zu finden, hinter Ländern wie Spanien, Finland, Canada und Puerto Rico. Der Netzökonom hat weitere Details.

Top 20 Highest Engagement Social Networking Country Audiences

Ranked by Average Hours per Visitor*

May 2009

Total Worldwide, Age 15+ – Home & Work Locations

Source: comScore World Metrix

Country Average Hours per Visitor Average Pages per Visitor
World-Wide 3.7 525
Russia 6.6 1,307
Brazil 6.3 1,220
Canada 5.6 649
Puerto Rico 5.3 587
Spain 5.3 968
Finland 4.7 919
United Kingdom 4.6 487
Germany 4.5 793
United States 4.2 477
Colombia 4.1 473
Mexico 4.0 488
Chile 4.0 418
Ireland 3.8 462
Turkey 3.7 427
Venezuela 3.7 454
France 3.6 526
Australia 3.4 374
New Zealand 3.4 386
Switzerland 3.2 430
Italy 3.2 399

Ade Unternehmenswebsite: "Google ist deine Homepage" postuliert Bastian Serbeck bei "digital-conversation". Er meint damit, dass die meisten Internetaktivitäten bisher mit einer Suche beginnen – sagt jedoch voraus, dass sich dies bald ändern könnte. Social Media Plattformen werden als relevante Contentlieferanten immer stärker, so dass Unternehmen sich darauf einstellen müssen, mit Aspekten des Social Webs versehen zu werden. Meiner Ansicht nach wird das SEO dadurch unwichtiger. Stattdessen geht es darum, alle Online-Aktivitäten in der Aufmerksamkeit zu unterstützen. Und diese finden an vielen Orten statt und bedürfen daher Social Media Optimazation (SMO).

Politsatire: Gabriele Pauli erhält Konkurrenz: Horst Schlämmer aka Hape Kerkeling hat die HSP (zumindest virtuell) gegründet: die Horst Schlämmer Partei - eine Art Kanzlerwahlverein für die Bundestagswahl. Die ganze Aktion steht im Zeichen seines neuen Films "Isch kandidiere!". Zumindest zeigt das folgende Bild-Voting, dass Horst Schlämmer gewisse Chancen hätte:



Kampagnenkritik: Philips´ neue Social Media Kampagne mag kreativ sein, stößt aber bei genauerem Hinsehen nur auf geringe Resonanz. Im Viralblog wird der Buzz, den die Aktion erzeugt hat genauer untersucht – Philips setzte auf usergenerierte Medien, die wiederum eine hohe Einstiegsbarriere mit sich brachten. User waren aufgefordert, Philips-Produkte ihren Alternativen gegenüber zu stellen. Die Frage ist, ob die Aufgabe zu schwer war oder ob Internetnutzer langsam müde werden angesichts laufender ähnlich gearteter Kampagnen.

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Klaus Eck