Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

CEO’s ignorieren Social Media lieber

43 Sekunden Lesedauer

75 Prozent aller CEO's der Fortune 100-Unternehmen haben Wikipedia-Einträge, aber weder twittern sie, noch sind sie Mitglied bei Facebook oder Xing. Das verwundert mich zwar kaum, spricht aber dennoch Bände. In einer kleinen Studie hat Überceo analysiert, welche CEO's überhaupt Online-Profile haben: Ganze zwei CEO's twittern, 13 haben im Business-Network LinkedIn ein Profil und 81 Prozent sind nicht mit einem Facebook-Profil vertreten. Auf Blogs verzichten alle CEO's anscheinend lieber. 

Vermutlich liegt es unter anderem an folgenden Gründen:
  1. Angst vor dem Unbekannten
  2. Mangelndem Wissen 
  3. Fehlende Zeit 
  4. Verkennen der Chancen für die Unternehmenskommunikation 
  5. Irrelevanz für den bisherigen Arbeitsalltag 
  6. Funktionierende herkömmliche Netzwerke 


Welche bekannten Unternehmer twittern, bloggen oder facebooken in Deutschland? Es sieht wirklich eher dürftig aus. Noch mag es eine Altersfrage und eine Frage der Herausbildung der persönlichen Reputation sein. Doch in Zukunft dürfte sich auch in dieser Hinsicht einiges ändern. Wer als Wirtschaftsführer künftig auftrumpfen und erfolgreich sein will, sollte sein Personal Brand auch nicht online vernachlässigen.

>> Socialmediatoday: Fortune 100 CEOs "social media slackers
>> Is Best Buy's Brian Dunn the most socially networked CEO?

Klaus Eck
Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

12 Replies to “CEO’s ignorieren Social Media lieber”

  1. Ich habe mal einen Beitrag zu diesem Thema aus Sicht eines CEOs gelesen. Ich glaube IBM…
    Der meinte, dass man ab einem bestimmten „Berufsgrad“ ehr damit beschäftigt ist Kontakte abzublocken als welche aufzubauen.
    Ist sicher alles eine Frage der Perspektive.

  2. Diese Menschen haben sich Jahre auf ihre PR Truppe verlassen. Wenn schon die Politiker das Netz nicht versehen, warum sollen die Manager es dann nutzen. Die Generation C64 sitzt noch nicht auf vielen CEO Sesseln, doch die Zeit hilft…

  3. Von eigenen Kundenrückmeldungen aus Mittelstandsebene kann ich genannten Punkt 3, die fehlende Zeit, als mit hauptsächlichsten Grund nur bestätigen.
    Wobei die Zeit sicherlich immer für den Unternehmer machbar wäre, aber es gibt für ihn „einfach wichtigere Tagesgeschäftsthemen“. Schon das jetzige Internet mit E-Mail und Co nimmt schon einen gehörigen Platz bei ihm ein. „Nicht auch noch XYZ“ hört man dann oftmals zurück. Und das trifft auch zu. Mir geht es da selbst nicht anders. Der Fakt Irrelevanz für den bisherigen Arbeitsalltag trifft da auch klar zu.
    Viele Web 2.0-Themen sind auch erklärungsbedürftig und zu sehr „do-it-yourselfly“. Und wenn es nur darum geht, ein XING-Profilbild zu resizen. Es gibt auch noch zu wenig Digitalisierungsdienstleistungsangebote von Internetagenturen, die diese Unternehmen mit Web & Co. betreuen und das Wissen vermitteln – und so etwa abnehmen.
    Die Internetaffinität möchte (und muss) auch mancher CEO unbesehen des Generationenshifts, der ja noch erschwerend hinzu kommt) nicht haben – so potentialreich das Ganze für ihn wäre. Ihm würde grundsätzlich das Wissen zum Delegieren der Thematik an seine Mitarbeiter genügen.

  4. Also ich kann mich hier Philip May nur anschließen. Ich habe meinem CEO davon abergeraten sich in den breiten Social Medias niederzulassen.
    Sie werden von Werbung, Vertriebs- und Unternehmenspartnerschaftsanfragen überhäuft. Ob aus China, Taiwan, Afrika oder Indien. Man wird einfach zugemüllt von Leuten, die von einem was wollen.
    Es gibt jedoch sehrwohl Online-Plattformen für dieses Klientel. Diese beruhen jedoch auf persönliche Empfehlung und Authorisierung. Finaki und Maleki arbeiten damit. Dort sind die Herrschaften unter sich und werden nicht mit Anfragen bombardiert.

  5. Eins vorweg: Von Facebook würde ich jedem CEO eines größeren Unternehmens – ich schreibe nicht von dynamischen Internet-Buden – dringend abraten. Hier lauern eindeutig zu viele Fallstricke.
    Abgesehen davon: Sollten CEOs sich in Social Networks und Social Media engagieren? – Aus meiner Sicht kann diese Frage nicht pauschal beantwortet werden, sondern nur nach einer individuellen Analyse in jedem Einzelfall. Dabei spielen unterschiedlichste Faktoren eine Rolle:
    – keine CEO-Aktivitäten ohne Rücksicht auf die PR-Gesamtstrategie
    – Sollte der CEO als leuchtendes Beispiel für Social-Media-Nutzung vorangehen und den Rest des Unternehmens mitziehen, etwa mit einem CEO-Blog? Das kann Sinn ergeben.
    – persönliche Reputation des CEO im Web: Man darf nicht übersehen, dass ein erfolgreicher Unternehmenslenker auch ohne Social Media eine solide Reputation im Web aufbaut, dafür sorgt sehr rasch die Berichterstattung in Medien, aber im Social Web. Motto: Gutes tun, aber andere darüber reden lassen. Elegant, oder?
    – time-to-market: Für viele CEOs ist die Zeit, sich dem Social Web zu öffnen, vielleicht einfach noch nicht gekommen. Es gibt noch viele Unsicherheiten. Und die Social-Media-Welle läuft in der Hierarchie eher von unten nach oben. Mal sehen, wie weit sie kommt bzw. sinnvollerweise kommen sollte.

  6. Es liegt wohl einfach am dem großen Alter und Unkenntniss der aktuellen CEOS aber wenn unsere Generatiion erst mal so weit ist dann wird sich das sicherlich auch ändern…

  7. Aus der Sicht eines CEO: Twitter wird unverzichtbar. – nur die Leute, die mich interessieren und denen ich folgen möchte, kommen ins Blickfeld. – Die Realtime-Suche bringt wichtige Infos, die es in dieser Form und Schnelligkeit nicht gibt.

  8. RT Bernhard Jodeleit … mit der Ergänzung, dass es aus meiner Sicht kaum möglich ist, dass ein CEO eines DAX-Unternehmens die Zeit findet, selbst zu twittern, bloggen oder Facebook zu bedienen.
    Wichtig ist doch, ob das Unternehmen die Möglichkeiten des Social Webs erkannt hat und sie entsprechend nutzt. Da muss der CEO nicht unbedingt als Personal Brand vorangehen. Er muss es erkannt haben und die Aktivitäten unterstützen.
    Im Vordergrund sollte m.E. das Branding der Marken oder der Produkte stehen, nicht das von Personen. Die kommen und gehen auch wieder.
    Hätte sich Hartmut Mehdorn ein perfektes Image auf Facebook und Co aufgebaut, hätte es der Bahn vermutlich auch nichts genützt. Und nun ist er weg.

  9. Das größte Problem eines CEOs ist doch sowies dass er zu wenig Zeit für seine wirkliche Arbeit hat und zuviel Zeit mit unnötigen Sachen zu bringt. Gerade diese Socialnetworks würden ja noch mehr Zeit für zweitrangige Sachen verlangen und den eigentlichen Arbetisfokus weiter verzerren. Ich denke Twitter ist wohl die beste Lösung für die Kommunikation eines CEO da sie am wenigstens Zeit verlangt. Auch ein CEO Blog der selber verwaltet wird, kann eine Alternative sein. Aber gerade Soziale Netwerke mit zweiseitiger Kommunikation wie Facebook sind meiner Meinung nach eher ungeeignet, da der CEO mit noch mehr eher unwichtigeren Sachen überhäuft wird.

  10. Auf der anderen Seite sind diese Führungspositionen zum höchsten Grad
    auf Kommunikation angewiesen. Nicht nur informiert zu werden, sondern
    auch ihre Visionen und Standpunkte zu teilen – wie soll das gehen
    ohne interaktive Medienkompetenz?
    Gleichzeitig „rüsten“ beispielsweise die Tarifparteien massiv im
    Bereich Multimedia-Breitenwirkung auf, siehe Gesamtmetall-Beispiel:
    http://www.gesamtmetall.de/gesamtmetall/meonline.nsf/id/DE_S
    witter
    Schade, wenn der Personenkreis, für den die Verbände – ob nun als
    Wiki oder Podcast – ihre Informationen aufbereiten, diese nicht
    nutzen durch Nicht-können!
    Ich sehe vielmehr eine Wende zum „multimedialen CEO Superhero“ zum
    Beispiel in Testimonials, Video-Konferenzen oder Stehgreif
    Präsentationen……
    Damit meine ich nicht jene Persönlichkeiten, die ohnehin nur dadurch
    interessant sind, dass sie ihre eigene Hochzeit TV-Sendern verkaufen.
    Sondern CEOs mit Charisma, wie etwa Steve Jobs, der ohne TED.com
    et.al. gar keine Wirkung hätte.
    Für meinen eigenen Erfahrungsbereich kann ich sagen, dass die
    beschriebenen Ängste nur vorgeschoben sein können. Ein Blick aus dem
    eigenen Elfenbein-Turm könnte hier Wunder wirken. Und übrigens, was
    ist der Unterschied von Blackberry Abhängigen und Web2.o Gourmets?
    Letztere können gezielt neue Medien für sich einsetzen.
    Einfach mal probieren – geht auch zunächst mit Pseudo 🙂 und dann die Net-Etikette(n) kennenlernen.

  11. Das liegt eher daran, die CEO’s haben existente und etablierte Netzwerke – the old way eben – Warum sollten sie existente Netze vernachlässigen wenn sie sich den new ways zuwenden, denn etwas neues machen heisst auch etwas altes weglassen. Also was sollen sie weglassen?
    Wenn diese Generation geht, dann kommen vielleicht die jungen wilden und ihre neuen Netzwerk-Tools…. vielleicht! Denn das Business muss auch zu einem gehörigen Teil in diesen neuen Netzen stattfinden. Aber das dauert sicher noch länger.

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