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Gesichtserkennung: Face-to-Face surfen

Ein Foto alleine wird so noch nicht unbedingt im Netz gefunden. Erst wenn ein Name hinzugefügt worden ist, wird es oftmals sichtbar. Deshalb waren viele Onliner bisher recht gut geschützt. Doch was ist, wenn sich dieses ändert und die Gesichtserkennung weiterhin gute Fortschritte macht und bald jedes Foto online auffindbar wird?

Wenn Ihr Foto auf Facebook (mein Online-Profil) getaggt worden ist, kann man den missliebigen Tag einfach entfernen und damit das Problem "Personal Branding" (mal ganz anders verstanden) lösen. Das nächtlich geschossene peinliche Foto verschwindet daraufhin im Nirwana der vielen unbekannten Fotos.

In dem Social Network werden jeden Monat über 700 Millionen Fotos hochgeladen. Damit ist es längst eine der größten Fotoplattformen weltweit geworden. Eine neue Applikation namens "Photo Finder" des israelischen Unternehmens Face macht es möglich, Fotos automatisch zu erkennen und mit dem passenden Namen zu versehen. Bisher benötigt man noch Invites, um dieses Tool zu nutzen.

Photofinder

Wirklich neu ist die Technik dahinter nicht unbedingt. So ermöglicht Googles eigenes Fotoprogramm „Picasa“ seit geraumer Zeit das automatische Taggen von Personen aufgrund ihrer Gesichtsmerkmale. Ist ein Gesicht erst einmal erkannt und verschlagwortet, schlägt Picasa weitere Bilder vor, auf der die betreffende Person auch zu erkennen sein könnte. Dies passierte aber noch lokal auf den Rechnern der User und ist (noch längst) nicht perfekt.

Der Photofinder stellt jedoch eine neue Dimension dar, indem er das Benennen der Fotos auf Facebook und damit direkt online erleichtert und die Fotos aller Freunde zumindest innerhalb des Programms für den Photofinder-Nutzer sichtbar macht. War es vorher noch möglich, durch gezieltes Entfernen der eigenen Tags Bilder vor der Öffentlichkeit zu verstecken, funktioniert dieser kleine Trick nicht mehr. Die Nutzer der Applikation können sich via Facebook einen sehr guten Überblick über alle Fotos der jeweiligen Freunde erhalten, was bei durchschnittlich 200 Kontakten auf der Plattform nicht wenig sein dürfte.

Face macht die unliebsamen Fotos zwar keiner breiten Öffentlichkeit zugänglich, aber schafft dennoch mehr Transparenz. Das lässt sich übrigens auch gut für das Self-Monitoring auf Facebook einsetzen, um herauszufinden, wer mich fotografiert und namenlos auf Facebook abgelegt hat.

Diese Entwicklungen und die Popularisierung der Gesichtserkennungstechnologie zeigt, womit wir in Zukunft rechnen müssen. Alles Digitale bleibt. Und wird irgendwann via Suchmaschine wirklich gefunden. Das ist nichts per se schlechtes. Allerdings führt die zunehmende Digitalisierung unserer Lebenswelten dazu, dass wir uns dem aktiv stellen sollten. Dem Zufall sollte man hierbei nichts überlassen und selbst auch mit Fotos seine eigene Online-Reputation stärken.

>> PR-Blogger – Google setzt bei Picasa auf Gesichtserkennung
>> Spiegel Online – Gesichtserkennung für Facebook-Fotos

Klaus Eck