Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

Vertrauen aufbauen durch mehr Kommunikation

1 Minuten Lesedauer

In Zeiten des Wandels (oder der Wirtschaftskrise) wird die Online- wie Offline-Kommunikation immer wichtiger. Wer sich in seine Organisation (Schneckenhaus) zurückzieht, aus allem ein Geheimnis macht und sich nur mit sich selbst beschäftigt, verliert schnell den Kontakt zu seinen Kunden. Es fällt vielen Unternehmen schwer, den richtigen kommunikativen Zugang zu ihren Zielgruppen zu gewinnen. Hierbei wird vor allem die Online-Kommunikation häufig vernachlässigt und nur auf statische Texte gesetzt. Dabei reicht es heute längst nicht mehr aus, manchmal eine Pressemitteilung oder eine News auf der eigenen Website zu aktualisieren und sich ansonsten in Schweigen zu hüllen.

Aber  worüber sollen wir denn schreiben, heißt es immer wieder. Es sei doch alles gesagt oder offensichtlich. Meistens suchen die Unternehmen einen konkreten Anlass, ein berichtenswertes Thema. Sie stellen dann ein neues Produkt oder auch nur ein Feature oder einen weiteren Service vor, ohne zu bedenken, dass sich ihre Kunden auch für das Innenleben der Organisation oder für Branchenerfahrungen interessieren könnten und die Mitarbeiter kennenlernen wollen. 

Schließlich will ich vielleicht als Käufer auch einmal mehr über die Marke erfahren und fühle mich gut unterhalten, wenn diese entsprechend inszeniert wird. Selbst die Köpfe hinter einer Marke können von Interesse sein, weil sie ein persönliches Vertrauensverhältnis aufbauen helfen. Schließlich will ich als Kunde durchaus wissen, für welche Werte eine Marke steht. Dafür muss ich nicht unbedingt einen ganzen CSR-Bericht lesen. Oft genügt es mir bereits, einen kleinen Eindruck von der Unternehmenskultur zu erhalten. 

In der Unternehmenskommunikation geht es nicht nur um Produkte und um die Reaktion auf eigene Fehler (Krisen-PR). Daher sollten Sie die Online-Kommunikation dazu nutzen, ihre Kunden unmittelbar in Ihren Kommunikatinsbemühungen einzubeziehen. Teilen Sie Ihrer Community mit, worüber in Ihrem Unternehmen diskutiert wird. Zeigen Sie, wie sich bei Ihnen kleine wie große Dinge bewegen, damit Ihre Zielgruppe Veränderungen und Entscheidungen nachvollziehen kann.

Aus diesem Grunde empfiehlt es sich immer, die eigenen Kunden über einen Relaunch, Produktveränderungen oder Personalwechsel auf den Laufenden zu halten. Denn wie es Peter Y. Solmssen, Siemens-Vorstand für Recht und Compliance, in einem Manager Magazin-Interview ausdrückte: "You can never communicate enough! Wir Vorstände müssen intern unbedingt noch mehr kommunizieren." 

Das gilt sicherlich auch für die Außendarstellung von Unternehmen.

Klaus Eck
Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

11 Replies to “Vertrauen aufbauen durch mehr Kommunikation”

  1. Genau meine Meinung. Unternehmen vergessen leider oftmals, dass Konsumenten auch bereit sind eine Beziehung einzugehen, die tiefer greift als der einfache Konsum.Wenn ich schon eine Produktneuheit vorstelle, kann ich doch auch eine kleine Story damit verbinden.
    Hier zum Beispiel eine kleine Geschichte zur Enstehung der ersten DigiCam, die sich schön aufbereitet eigentlich wunderbar geeignet wäre um Kodak zu pushen. So aufbereitet entsteht jetzt leider das Bild eines verschlafenen Haufens.
    http://www.brandeins.de/ximages/66974_030kodak.pdf

  2. Tja,dazu fällt mir dieser Tage nur ein: Hätte sich das Unternehmen Vatikan mit seinem CEO Papst auch mal vorher Gedanken darüber gemacht, welche Auswirkungen die geplanten internen Kommunikationsbemühungen (in Richtung der Pius-Brüderschaft) auf die übrigen Zielgruppen (Bischöfe, Katholiken, Juden, Weltöffentlichkeit)haben, dann … hätte solch ein Image-Debakel, wie es der Papst derzeit hat, leicht verhindert werden können.

  3. Lieber Klaus,
    richtig: Unternehmen müssen mit der Öffentlichkeit kommunizieren, viele müssen auch lernen mehr zu kommunizieren, statt sich abzuschotten, doch was das Schwerste für Unternehmen ist, das ist richtig zu kommunizieren.
    Dazu gehört die richtige Haltung einzunehmen, um auf ein offenes Ohr bei der Öffentlichkeit zu stoßen.
    Insbesondere in Deutschland vermisse ich bei Unternehmenskommunikation oft etwas, was sich allgemein mit Respekt umschreiben lässt: Respekt und Achtung den Kunden und der Öffentlichkeit gegenüber. Oft reduziert sich Kommunikation auf Verkaufe.
    Wer hingegen ein klassisches Wertesystem seiner Kommunikation zugrunde legt, kann im Verhältnis zu anderen Unternehmern und Wettbewerbern leichter Punkte sammeln als diese.
    Hilfreich bei der U-Kommunikation kann schon die kleine Frage sein: Welchen Nutzen schaffe ich mit meinen Kommunikationsanstrengungen bei meiner Zielgruppe.

  4. Im Grund alles richtig, aber nicht die einzige Wahrheit.
    Manchen Unternehmen (Aldi, Cerberus, etc.) fahren mit einer strikten No-Comment-Politik und quasi ohne öffentliche Kommunikation auch sehr gut.
    Zudem bedarf für eine offen Kommunikation, vor allem online, wo schlecht kontrolliert und gemessen werden kann, ein entsprechenden Firmenkultur und erst einmal Vertrauen zu den eigenen Mitarbeitern. All zu häufig wird einfach die gedungene PR-Agentur mit der Online-Kommunikation beauftragt und jede Authentizität so verhindert. Eine offene Unternehmenskommunikation stellt viele Unternehmen vor zu große Veränderungsprozesse, als dass BWLer und Controller den Mittelfristigen Nutzen erkennen könnten.

  5. Der zu erkennende Nutzen ist ja ein alt bekanntes Thema 😉 Ich bin ein Aldi Victim, habe aber ständig das Gefühl, dass die Mitarbeiter gestresst sind, die Produkte dann doch nicht so gut sind (Gemüse!!!) etc. Würde ein Unternehmen auf den Plan treten und ein wenig mit mir in Kontakt treten, dass ähnlich aufgestellt ist wie Aldi, hätte ich glaub ich kein Problem nie wieder bei Aldi einzukaufen. Die Kommunikation von Lidl (Wir sind billig und mit unseren Produkten kann man Spaß haben/Emotionen erleben) greift jedenfalls bei mir nicht

  6. Lieber Herr Eck,
    ich sehe das anders und behaupte: „Nur wer zuhört, kann auch gut kommunizieren und Vertrauen aufbauen!“.
    Im Gegensatz zu Ihrem Artikel oder zur Aussage „You can never communicate enough!“ liegt das Kernproblem nicht darin, dass zuwenig oder das falsche kommuniziert wird. Es wird zu wenig oder gar nicht zugehört.
    Eine gute Kommunikation zeichnet sich durch Zuhören aus und nicht darin, Inhalte in griffige Worte, inspirierende Bilder oder aussagekräftige Zahlen zu packen! In meiner Arbeit erfahre ich laufend, dass stabiles Vertrauen nur solche Unternehmen und Personen aufbauen können, die gelernt haben „richtig“ zuzuhören. Aktives Zuhören und die richtigen Fragen zu stellen, sind entscheidend für den Erfolg von Kommunikation.
    Das stellt die gängige Unternehmenkommunikation komplett auf den Kopf. Es sollte meiner Meinung nach in der Unternehmenskommunikation weniger darum gehen, zu zeigen worüber innerhalb eines Unternehmens diskutiert wird. Gute Unternehmenskommunikation sollte sich vielmehr (ausschließlich?) als (Zuhör-)Ohr verstehen, das daran interessiert ist was die Kunden, Mitarbeiter und Partner bewegt. Das braucht Mut und die richtigen (Zuhör-)Methoden.
    Könnte deshalb Kommunikationsverweigerer „Aldi“ deshalb so erfolgreich sein, weil Aldi verstanden hat seinen Kunden zuzuhören anstatt dauernd auf sie einzureden?
    Viele Grüße
    Joachim Simen

    1. Eine gute Unternehmenskommunikation, wie bei einem guten Coaching auch, bedeutet: Gut zuhören können, authentisch, glaubwürdig und integer sein. Eine gute Unternehmenskommunikation fördert das Feedback der Zielgruppe. Eine gute Unternehmenskommunikation bedeutet aber auch: Präsent, einfühlsam und urteilsfrei zuhören. Und wir müssen uns damit wohlfühlen, dass wir dem Kunden nicht immer eine optimale Lösung bieten können. Kommunikation erfordert Sensibilität, Empathie, Lösungsorientierung, und die Zuversicht für die Zielgruppe, hinter möglichen Hindernissen, die Möglichkeiten zu sehen. Wir tun gut daran, an unserer Beziehungsfähigkeit zu arbeiten. Wie beim Coaching spielt in der Unternehmenskommunikation die Fähigkeit der Selbstführung eine entscheidende Rolle. Wer mit anderen gut klarkommen will, muss erst einmal mit sich selbst im „Reinen“ sein. Und wer andere führen will, muss sich zunächst selbst führen können. Selbstführung ist die Fähigkeit, seine Emotionen und sich selbst bewusst und zielgerichtet zu steuern, statt unreflektiert zu reagieren. Wir müssen lernen, die eigenen Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse und Überzeugungen bewusst wahrzunehmen und zielgerichtet zu beeinflussen, statt unreflektiert auf die Aussage unseres Gegenübers zu reagieren. Eine gute Selbstführung ist dann die Basis für einen konstruktiven und kooperativen Austausch. Unerlässlich ist es auch, ab und zu mal den eigenen Blickwinkel zu erweitern. Jeder Mensch hat seine eigene Weltsicht und nur durch etwas mehr Verständnis für andere Ansichten schaffen wir Vertrauen.

      Viele Grüße
      Karin Sebelin

  7. Den Überlegungen stimme ich zu 100% zu, möchte aber noch eins ergänzen: Mit der einen „Community“ zu kommunizieren ist nicht einfach, da diese sich oft komplett im Netz verläuft. Es scheint da einfacher zu sein, eine entsprechende Firma mit der Kommunikation zu beauftragen, die diese dann je nach Wunsch offiziell oder inoffziell durchführt.
    Oder man müsste eine eigene Community aufbauen, was nicht so leicht möglich ist, denn ein firmeneigenes Forum wird sicherlich nicht wirklich frequentiert und ein Blog ist wieder eher einseitige Kommunikation.

  8. da müsste man als unternehmen/unternehmer/in eben auch offener sein, gerade in der krise. offen im sinne: auch dann kommunizieren, wenn ich noch nicht genau weiss, wo es hingeht. aber das hat ja das krisengeschüttelte publikum auch nicht so gern, alle wollen sicherheit.

  9. Das Problem besteht wohl darin, dass PR-Abteilungen eher versuchen, ihr Unternehmen aus der Presse rauszuhalten als es reinzubringen. Nach dem Motto, keine Kommunikation ist besser als schlechte Kommunikation. Ich bin mal gespannt, um eine neue Generation von PR- und Marketingleuten sich an die nicht mehr ganz so neuen Medien dran traut.

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