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Morgenwelt 32: Twitter-Kommunikation bewegt Unternehmen

Die Morgenwelt steht diesmal ganz im Zeichen des Microbloggings Twitter. So spielte Twitter eine bedeutende Rolle beim Wechsel des Xing-Gründer Lars Hinrichs und beim Negative Campaigning gegen ein Pharmaprodukt. Passenderweise dazu findet in der kommenden Woche ein Twitter-Businessfrühstück statt:

Social Web Breakfast Frankfurt: 3.12.08: Twitter ist ein sogenannter Micro-Blogging-Service, der immer mehr Leute in seinen Bann zieht. Denn die öffentlichen Statusmeldungen aus dem persönlichen Umfeld bieten eine neue Form der Kommunikation, die zunächst erstmal nur eine indirekte und unpersönliche Information darstellt, aber im Zusammenspiel mit anderen vernetzten Teilnehmern in diesem Netzwerkdienst zu direkten Konversationen bzw. zu sogenannter „ambient awareness“ führen kann. Wie nun dieser Service im Sinne der Unternehmenskommunikation einzusetzen ist und welche Erfahrungen im Unternehmenskontext damit bereits gemacht wurden, diskutiert Carmen Hillebrand, Senior Consultant bei Trimedia, beim kommenden Social Web Breakfast in Frankfurt. Dabei wird sie nicht nur das Hohelied für Twitter anstimmen, sondern auch auf die Anforderungen und Herausforderungen eingehen.
>> Einladung nach Frankfurt via Xing

Social Web Breakfast Berlin: 26.11.08: Online-Recherche – was tun?

Twitter-Kommunikation I: Seit dem 24.11.08 ist es offiziell: Lars Hinrichs, Gründer und Vorstandsvorsitzender des Social Networks Xing gibt im Januar 2009 seinen Posten an Stefan Groß-Selbeck, ehemals E-Bay Deutschland-Chef, ab. Einige Tage zuvor wurde es via Twitter nur halb dementiert.
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Über die Art und Weise, wie Xing den „teilweisen“ Abschied von Lars Hinrichs kommuniziert hat, kann man durchaus streiten. Immerhin sagte der Hamburger der FAZ schon vor längerer Zeit: „Die Idee muss über Technik skalieren. Über Menschen zu skalieren kann nie funktionieren.“ Viel spannender finde ich unter Social Media-Aspekten, wie schnell und viel auf Twitter über Hinrichs „gesprochen“ worden ist und dass der Xing-CEO via Twitter antwortet. Das dürfte hierzulande neu sein und zeigt, wie die Kommunikation insgesamt (auch durch Twitter und Social Media insgesamt) an Tempo gewinnt und immer weniger die Kontrolle behalten kann. Über Google News erhält man allein einige Hundert Berichte über den CEO-Wechsel.

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>> Opensource PR: XING: HALBHERZIGE KOMMUNIKATIONSPOLITIK IST RISKANT
>> Twitter-Account von Lars Hinrichs

Twitter-Kommunikation II: Wie sich die Diskussion auf Twitter negativ auf ein Unternehmen auswirkt, darauf geht Brainwash näher ein, das am Beispiel von Johnson & Johnson, eines der weltweit größten Unternehmen auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge, zeigt, wie schnell sich in Zeiten von Social Media Marken-Krisen entwickeln können. Johnson & Johnson machte in einer unsensiblen Kampagne auf ein Schmerzmittel namens Motrin gegen Verspannungsschmerzen aufmerksam, dass das Tragen von Babies am Bauch oder Rücken erleichtern soll.

Motrin

Doch die Werbetexte provozierten viele Mütter, die ihr Baby eben nicht als Mode-Accessoire sehen wollten. Doch das Negative Campaigning gegen die Werbeanzeigen nahm erst seinen Anfang, nachdem die US-Bloggerin Jessica Gottlieb ihre 1.018 Twitter-Follower darauf aufmerksam machte. Eine weitere TWitterin griff das Thema auf: Katja Presnal hatte jedoch schon 4.221 Twitterleser und rief über die Videoplattform Youtube mit ihrem Video „Motrin Ad Makes Moms Mad“ zum Boykott von Motrin auf. Auf diese Weise erhielt die digitale Mundpropaganda immer mehr Zulauf und führte schließlich zum Absetzen der Kampagne und zur Entschuldigung des Unternehmens:

Vizepräsidentin Kathy Widmer in einer E-Mail an die Blogger: „Im Namen von McNeil Consumer Healthcare und im Namen derer, die bei “Motrin” arbeiten bitten wir Sie unsere aufrichtige Entschuldigung anzunehmen. Wir sind dabei diese Werbung aus allen Medien zu entfernen. Leider wird es ein bisschen Zeit brauchen, bis sie aus den Magazinen verschwindet, da sie im Zeitschriftenhandel und im Verkauf im Umlauf ist.“ (Via Brainwash )

Twitter-Kommunikation III: Manchmal ist es als Unternehmen, Selbstständiger oder auch Angestellter durchaus sinnvoll, nicht immer alles just in Time zu twittern. Warum also nicht einen Twitter-Service nutzen, der es ermöglicht, Tweets vorzubereiten und zu einem bestimmten Zeitpunkt abzusenden? Tweetlater macht es möglich. Das es längst mehr als nur eine Spielerei darstellt, zeigen gerade die obigen Beispiele. Auch per Twitter kann die PR durchaus gezielt kommunizieren…
Tweetlater

Twittern und Facebook kostet mitunter viel Arbeitzeit. Deshalb verbieten immer mehr Unternehmen die Nutzung von Facebook während der Arbeit. – Twitter kennen viele noch gar nicht. – Sie wolllen damit die Arbeitseffizienz sichern, scheitern damit jedoch trotzdem häufiger an der Fantasie ihrer Mitarbeiter. Stattdessen wäre es meiner Ansicht nach besser, die Mitarbeiter an ihren Erfolgen zu messen. Auf das private Tun während der Präsenzzeit sollte es weniger ankommen.

Effizienter arbeiten kann man lernen, wenn man sich Selbstmanagement- und Produktivitäts-Blogübersicht im Contactfactory-Blog ansieht und einzelne Blogs davon in seinen RSS-Feed übernimmt.

Obama Girl: Was hat es eigentlich mit den YouTube-Video auf sich, die mehr als 12 Millionen Menschen im US-Wahlkampf gesehen haben. Antworten liefert das Fox News-Video:

Interview: In einem längeren Online-Reputation-Interview mit den Blogpiloten, erläutere ich, warum ich mein Buch „Karrrierefalle Internet“ geschrieben habe und dass wir alle in einem lebenslangen Bewerbungsprozess stecken.

>> Morgenwelt 31: Social Media Marketing

Klaus Eck