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US-Wahlkampf XV: Sarah Palin inside

In die Kritik ist im US-Wahlkampf erneut Sarah Palin geraten, weil ihre private E-Mails auf Wikileaks auftauchten. Die Republikaner stellen den jüngsten Hacker-Angriff auf Sarah Palin als schockierenden Eingriff in die Privatssphäre der Gouverneurin von Alaska dar, wollen den für sie peinlichen Vorgang jedoch schnell in Vergessenheit bringen, weil er erheblich an der Reputation der Vizepräsidentschaftskandidatin kratzt. Sie hatte das Pech, dass Hacker ihren Yahoo-Zugang geknackt hatten und dadurch Zugang auf private Bilder und die E-Mail-Korrespondenz der US-Politikerin erhalten haben. Screenshots davon tauchten auf der umstrittenen Website WikiLeaks auf. Deren Echtheit wird nicht bestritten.
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Die Anschuldigungen gegen Palin werden auf Wikileaks.org anonym erhoben, liefern aber gleichzeitig umfangreiches Hintergrundmaterial, so dass die Besucher des Online Prangers sich detailliert informieren können. Zu den Betreibern des Online-Angebots sollen 22 chinesische Dissidenten, Mathematiker und Technologen junger Unternehmen aus den USA, Asien, Europa, Australien und Südafrika stehen. Sie sehen in ihrem Projekt Wikileaks ein Ventil für jeden Regierungsbeamten, jeden Bürokraten, jeden Angestellten, der über beschämende Informationen stolpert und von der die Öffentlichkeit Kenntnis haben sollte. Der Begriff „Leaks“ steht für eine Information von Insidern, die ohne Genehmigung durchgesickert ist.

Sarah Palin hatte in der Vergangenheit selbst für offizielle Schreiben und Regierungsangelegenheiten zwei Webmail-Adressen genutzt, die nicht den Sicherheitsbestimmungen der US-Politik genügten. Außerdem steht sie jetzt in einigen Medien aufgrund der Nutzung von Yahoo Mail unter Verdacht, die Archivierungspflicht umgehen zu wollen. Das könnte die republikanische Hoffnung noch unter erheblichen Druck setzen, weil in ihrer „privaten“ Korrespondenz noch Hinweise auf die Troopergate-Affäre entdeckt werden könnten, die bislang für die Staatsanwaltschaft nicht auffindbar waren.
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Demgegenüber scheint Barack Obama mehr Glück zu haben, als sein E-Mail-Account scheinbar gehackt worden ist. Er ist nur ein Opfer der Satire geworden. Und darf sich über den Palin-Fall freuen.

>> Spiegel: Hacker knackt Sarah Palins E-Mail-Konto
>> TP: Sarah Palins E-Mail-Geheimnisse
>> DenQuer: Sarah Palins E-Mail-Postfach gehackt (?)
>> TheOnion: Obama Deletes Another Unread MoveOn.org E-Mail
>> PR Blogger: US-Wahlkampf XIV: Read my lips & Googles Videosuche

Klaus Eck