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Warum man auf Social Media Release 1.0 verzichten sollte

Was bringen innovative Kommunikationsansätze, wie eine Social Media Release oder ein Social Media Newsroom, wenn diese wieder an der klassischen E-Mail-Kommunikation scheitern… In meiner Mailbox traf vor kurzem unaufgefordert eine Pressemitteilung 2.0 ein, die sehr gut als Beispiel für unser Social Web Breakfast in Hamburg gepasst hätte. Sie macht mir deutlich, dass es noch ein weiter Weg für viele PR-Agenturen sein dürfte, bis sich die Ansprache von Bloggern und Journalisten im Web 2.0-Sinne professionalisiert.

Warum hat mir A.J. von FLUIDFORMS Walter & Williams ein Social Media Release als Pressemitteilung zugeschickt? Inhaltlich passt das Thema 3-D-Druck nun wirklich nicht zum Fokus des PR Bloggers. Dazu sollte ein Blick in mein Blog genügen. Andererseits könnte ich vielleicht Interesse an seinem durchaus gut gemachten Social Media Newsroom haben, das mag sein. Jedenfalls geht es aus der E-Mail nicht hervor, da sie nicht personalisiert worden ist.

Stattdessen heißt es sehr kryptisch

„Hallo "Digital Natives", Wir sind Fluid Forms, ein Österreichisches Unternehmen, das sich auf User Manufacturing im Allgemeinen und 3D Druck im Speziellen spezialisiert hat. Vielleicht haben Sie bereits über unsere EARTH Serie von uns erfahren, die Prosumer (mit Hilfe von Google Maps) zu Designern edler Obstschalen werden lässt.Wir möchten Ihnen gerne unser neues Produkt CASSIUS vorstellen, das User Manufacturing und Individual Design wieder einen Schritt vorantreiben wird:…"

Gegen Ende werde ich dazu aufgefordert, einen News Feed zu abonnieren oder gegebenenfalls sogar von meinem Rücktrittsrecht per E-Mail Gebrauch zu machen. Aber warum soll ich überhaupt eine E-Mail mit dem Betreff „No PR“ an Herrn J. schicken? Meine Zusage für den Verteiler hat er zuvor nicht erhalten. Ein Double Opt-in gab es nie. Ist es meine Aufgabe die Hausaufgaben eines sauberen Verteileraufbaus zu übernehmen? Wohl kaum. Derartiges regt mich keinesfalls auf, aber es kostet definitiv Zeit, seine E-Mail-Box Spam-, Newsletter- und Pressemitteilungsfrei zu halten. An dieser Stelle hätte ich auch einfach ein anderes Beispiel nehmen können. Jeden Tag erhalte ich ungewollt viele Pressemitteilungen, lieber hätte ich von PR-Agenturen und Unternehmen spannende Gesprächsangebote oder exklusives Material. Aber nicht eine PM, die an einen anonymen Verteiler geschickt wird und zudem ohnehin im Netz gut zu finden sein dürfte.

Ich lege sehr viel Wert auf persönliche Kontakte, weil es meine Arbeit wesentlich effizienter macht, nur relevante E-Mails zu erhalten, auf die ich wirklich reagieren will und muss. Ein Newsletter und eine Pressemitteilung sind für mich hingegen mit keinem realen Business- oder Schreibprozess verbunden. Ich lösche derlei Daten schnellstmöglich, um den Überblick in meinen Mail-Verzeichnissen zu behalten. News & Trends rezipiere ich lieber auf anderem Wege via Twitter, Friendfeed und RSS oder durch eine wirklich persönliche Ansprache, dann gerne auch per E-Mail.

Aber … könnte der berechtigte Einwand lauten … wie erreicht man dann mit einer Social Media Release die Influencer dieser Welt? Was meinen Sie? Welche Erfahrungen haben Sie (als Blogger oder Journalist) mit Pressemitteilungen gemacht?

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Klaus Eck