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E-Mail als zentrale Instanz des Online-Lebens

Es gibt zahlreiche Alternativen zur herkömmlichen Nutzung von E-Mail, sodass sich die Frage stellt, wie gehen wir in Zukunft mit der E-Mail um. Gewöhnen wir uns an den zeitfressenden Information Overload und werden einfach in der Verwaltung der überflüssigen Texte und Spamfilter besser? Oder gibt es einen radikaleren Wandel und verabschieden wir uns von unserem jetzigen Umgang mit der E-Mail?

Nun verzichten braucht auch künftig niemand auf die E-Mail. Aber die Zeiten sind vorbei, in denen jeder Sender erwarten konnte, dass die Empfänger zeitnah auf E-Mails reagieren. Zudem bleibt eine gewisse Unsicherheit. Stimmt die E-Mail-Adresse überhaupt noch? Landet die E-Mail vielleicht in den Spam-Filter? Hat der Empfänger überhaupt die Zeit, um die – hoffentlich relevante – Botschaft in seiner überfüllten E-Mail-Box zu finden? Nicht jeder nutzt ein ausgefeiltes persönliches Informationsmanagement. Deshalb ist es beim E-Mailen nicht weiter verwunderlich, wenn eine E-Mail-Nachricht völlig im Orkus verschwindet. Oder haben Sie etwa noch nie eine E-Mail übersehen?

Wer sich schnell mit jemanden austauschen will, sollte lieber zu anderen Kommunikationsinstrumenten wie Twitter, Skype, Wikis, Facebook oder einem anderen Social Media-Tool greifen. Zumindest die Adressaten dürften in der Regel stimmen und die Reaktionen auf Anfragen sind oftmals zeitnaher. Problematisch hierbei ist es allerdings, dass der Austausch immer fragmentarischer wird. Denn es erfordert ein bewusstes Channel-Management, um nach längerer Zeit noch zu wissen, ob ich mich via Blog-Kommentar, Skype, Xing, Twitter oder E-Mail mit meinen Kontakten ausgetauscht habe. Doch woran orientiert man sich dann, an den eigenen Bedürfnissen oder an denen der anderen Nutzer, die eben nur über ihre jeweiligen Lieblingstools erreichbar sind…

Zurzeit erreichen Sie mich am schnellsten über Twitter oder Friendfeed. Das Telefon – selbst das Handy – ist bei mir weniger verlässlich, weil ich es häufiger ausstelle, um in Ruhe schreiben oder einen Workshop durchführen zu können. Wenn Sie mir eine Nachricht via E-Mail hinterlassen und dabei die richtige Adresse nutzen, geht die elektronische Botschaft in der Regel nicht unter, weil ich eine neue relativ spamfreie E-Mail-Adresse habe.

Einen spannenden E-Mail-Ansatz verfolgt Hutch Carpenter (siehe Grafik) in seinem Blog: Er meint, dass die Zukunft der E-Mail in der Funktion eines Clearinghouses liegt, da wir zahlreiche Social Media-Identitäten auch irgendwie verwalten müssen. Schließlich müssen die Bacn-Meldungen an eine zentrale Adresse versandt werden.

Emailmanagement

Via E-Mail können die Nutzer in der Regel erfahren, ob sie auf Facebook, Xing oder in einem anderen Social Media-Tool neue Kontakte oder Nachrichten haben. Wer weiß, vielleicht hat die E-Mail als Centralized Identity Management-System sogar eine Zukunft. Was denken Sie darüber?

>> ReadRightWeb: Is Email In Danger?
>> Email’s Changing Role in Social Media: Digital Archive, Centralized Identity
>> Zoli’s Blog: Email is Not in Danger, Thank You CollaborationPersonal Productivity
>> PR Blogger: Die Zukunft der E-Mail fraglich
>> PR Blogger: E-Mail-Newsletter oder Spam?
>> PR Blogger: 10 Tipps zur E-Mail-Reduktion
>> PR Blogger: E-Mails werden unwichtiger
>> PR Blogger: Unproduktive E-Mail-Junkies
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Klaus Eck