Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

E-Mail als zentrale Instanz des Online-Lebens

1 Minuten Lesedauer

Es gibt zahlreiche Alternativen zur herkömmlichen Nutzung von E-Mail, sodass sich die Frage stellt, wie gehen wir in Zukunft mit der E-Mail um. Gewöhnen wir uns an den zeitfressenden Information Overload und werden einfach in der Verwaltung der überflüssigen Texte und Spamfilter besser? Oder gibt es einen radikaleren Wandel und verabschieden wir uns von unserem jetzigen Umgang mit der E-Mail?

Nun verzichten braucht auch künftig niemand auf die E-Mail. Aber die Zeiten sind vorbei, in denen jeder Sender erwarten konnte, dass die Empfänger zeitnah auf E-Mails reagieren. Zudem bleibt eine gewisse Unsicherheit. Stimmt die E-Mail-Adresse überhaupt noch? Landet die E-Mail vielleicht in den Spam-Filter? Hat der Empfänger überhaupt die Zeit, um die – hoffentlich relevante – Botschaft in seiner überfüllten E-Mail-Box zu finden? Nicht jeder nutzt ein ausgefeiltes persönliches Informationsmanagement. Deshalb ist es beim E-Mailen nicht weiter verwunderlich, wenn eine E-Mail-Nachricht völlig im Orkus verschwindet. Oder haben Sie etwa noch nie eine E-Mail übersehen?

Wer sich schnell mit jemanden austauschen will, sollte lieber zu anderen Kommunikationsinstrumenten wie Twitter, Skype, Wikis, Facebook oder einem anderen Social Media-Tool greifen. Zumindest die Adressaten dürften in der Regel stimmen und die Reaktionen auf Anfragen sind oftmals zeitnaher. Problematisch hierbei ist es allerdings, dass der Austausch immer fragmentarischer wird. Denn es erfordert ein bewusstes Channel-Management, um nach längerer Zeit noch zu wissen, ob ich mich via Blog-Kommentar, Skype, Xing, Twitter oder E-Mail mit meinen Kontakten ausgetauscht habe. Doch woran orientiert man sich dann, an den eigenen Bedürfnissen oder an denen der anderen Nutzer, die eben nur über ihre jeweiligen Lieblingstools erreichbar sind…

Zurzeit erreichen Sie mich am schnellsten über Twitter oder Friendfeed. Das Telefon – selbst das Handy – ist bei mir weniger verlässlich, weil ich es häufiger ausstelle, um in Ruhe schreiben oder einen Workshop durchführen zu können. Wenn Sie mir eine Nachricht via E-Mail hinterlassen und dabei die richtige Adresse nutzen, geht die elektronische Botschaft in der Regel nicht unter, weil ich eine neue relativ spamfreie E-Mail-Adresse habe.

Einen spannenden E-Mail-Ansatz verfolgt Hutch Carpenter (siehe Grafik) in seinem Blog: Er meint, dass die Zukunft der E-Mail in der Funktion eines Clearinghouses liegt, da wir zahlreiche Social Media-Identitäten auch irgendwie verwalten müssen. Schließlich müssen die Bacn-Meldungen an eine zentrale Adresse versandt werden.

Emailmanagement

Via E-Mail können die Nutzer in der Regel erfahren, ob sie auf Facebook, Xing oder in einem anderen Social Media-Tool neue Kontakte oder Nachrichten haben. Wer weiß, vielleicht hat die E-Mail als Centralized Identity Management-System sogar eine Zukunft. Was denken Sie darüber?

>> ReadRightWeb: Is Email In Danger?
>> Email’s Changing Role in Social Media: Digital Archive, Centralized Identity
>> Zoli’s Blog: Email is Not in Danger, Thank You CollaborationPersonal Productivity
>> PR Blogger: Die Zukunft der E-Mail fraglich
>> PR Blogger: E-Mail-Newsletter oder Spam?
>> PR Blogger: 10 Tipps zur E-Mail-Reduktion
>> PR Blogger: E-Mails werden unwichtiger
>> PR Blogger: Unproduktive E-Mail-Junkies
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Klaus Eck

Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

5 Replies to “E-Mail als zentrale Instanz des Online-Lebens”

  1. Personal Communicator als zentrale Instanz des Online-Lebens

    Wird E-Mail die zentrale Instanz des Online-Lebens? Das fragt sich Klaus Eck im PR Blogger. Ich denke, dass E-Mail das nicht leisten kann.
    Persnlich orientiere ich mich bei den Kommunikationskanlen an den Bedrfnissen meiner Kunden….

  2. Dafür spräche: Ich habe in den letzten 15-20 Jahren immer wieder Projekte gesehen, wo der Login-Name eine gültige E-Mail Adresse sein muss. Erstaunlicherweise kommen Generationen von Anforderungsmanagern bzw. technisch Verantwortlichen immer wieder auf diese Lösung, allein weil es eine ordentliche RFC Spezifikation dafür gibt, die jeder Programmierer vernünftig umsetzen kann.
    Anforderungen für eine stärker präsente E-Mail Adresse wären: Wenn diese E-Mail Adresse dann noch via OpenId o.ä. die Pest der 1000 Accounts (eine echte Schattenseite und ein Wachstumsbremser von Web 2.0) über einen faktischen single-sign-on kuriert und die Identität womöglich noch mit einem harten Zertifikat untermauert wäre, ja dann sähe ich die Zukunft der guten alten E-Mail in sonnigen Licht.
    So recht sehe ich das noch nicht, wenn ich an E-Mails und Sicherheit denke. Denn wie wenig E-Mails werden verschlüsselt, weil die dafür nötige seit Ewigkeiten existente Technik eben nicht plug and play selbsterklärend oder zu Ende gedacht zu teuer für die breite Anwendung ist?

  3. Das wäre nun wirklich eine Herausforderung. Allerdings muss man sagen, dass Geschichten wie Twitter noch ziemlich neu sind. Firmenintern funktioniert die E-Mail ziemlich gut, wenn sie nicht im Internet steht, sich ein Wurm in das Outlook-Adressbuch einschleicht und die Adressen klaut oder man den Spamfilter vernüntig konfiguriert. Twitter ist hingegen so gut wie gar nicht bekannt. Bei so vielen möglichen Kanälen bräuchte man einen eigenen Guide, der alle Kontake verwaltet oder ein entsprechendes Online-Poratl, das aber bombensicher sein muss.

  4. Ich stelle bei mir selber fest, dass meine E-Mail Accounts immer mehr die Rolle der Verwalter für die Social Media Portale spielen. Wenn man für sich selber ein System gefunden hat, geht dies auch mit relativ wenig Aufwand. Der Haken an der Sache ist, dass ich mich beruflich schon sehr viel damit abgebe und somit auch erkennen kann, wie das Zusammenspiel funktioniert. Anders sieht es bei Laien aus. Dort verlässt man sich auf die entsprechenden Dienste und wundert sich, dass mal was untergeht.
    Ein gutes Beispiel ist Twitter, wenn ich nicht Zeitnah am Bildschirm sitze, kann ich die für mich relevanten Twitts per SMS zukommen lassen und bin so auch sehr schnell informiert.

  5. @Yves More – Solange die E-Mail irgendwie „funktioniert“, wird es dafür weiterhin Nutzer im herkömmlichen Sinne geben. Hierbei werden sich Normalanwender sich ganz sicher anders verhalten wie Poweruser, die jeden Tage auf mehr als 100 E-Mails reagieren müssen. Die Bedürfnisse unterscheiden sich hierbei stark. Twitter kann man wunderbar über andere Social Media Services wie Friendfeed nutzen oder per Summize.com monitoren, sodass man nichts Wichtiges mehr verpasst. Aber das erfordert erst einmal vertiefende Kenntnisse der neuen Tools. Daran werden sicherlich viele Nutzer scheitern. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass das alles noch wesentlich einfacher bedienbar sein wird.

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