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Netnography08: Die Twitterer

Was bringt die Menschen überhaupt zum Twittern? Darauf gab der Soziologe Dr. Benedikt Köhler von der Universität der Bundeswehr München einige Antworten in seinem Netnography-Vortrag. So meinte er: "Die Twitterer tragen keine Zahnspangen. Die Nutzerschaft ist sehr viel heterogener." Durch den Zwang, sich öffentlich kurzzufassen, entstehen ganz neue Inhalte und emotionale Kontakte.

Köhler setzt bei der Twitterforschung auf ethnografische Ansätze. Dennoch hat er sich gefragt, wie lässt sich überhaupt eine Nutzerschaft analysieren, die sich auf 140 Zeichenbeiträge beschränkt. Er ist zu dem Schluss gekommen, dass es am besten ist, sich selbst daran zu beteiligen. Wer es nicht selbst macht, als teilnehmender Beobachter, dem fällt es seiner Ansicht nach schwer, Twitter zu verstehen.

In der Diskussion wurde gefragt, wer bin ich denn eigentlich auf Twitter. Welche Rolle nehmen die Twitterer ein, sind sie eher privat oder gehen sie sogar beruflich damit um? Dabei wird deutlich, dass das direkte Feedback der Nutzer eine große Rolle spielt. Wer twittert, sollte immer darauf achten, was er der Öffentlichkeit mitteilt.

Der Soziologe zeigte am Beispiel "Wein", wie die Wein-Twitterer in ihren 140-Zeichen-Texten mit bestimmten Weinsorten umgehen, wie sie darüber Online-Gespräche führen und Images entwickeln. Dabei stellte sich heraus, dass der Riesling kein Medien- oder Twitterwein ist. Demgegenüber schneiden der Chardonnay sowie Sauvignon Blanc sehr gut in der Twitterwelt ab. Unternehmen können sehr viel lernen, wenn sie den Twitterern zuhören und semantisch analysieren.

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Klaus Eck