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Morgenwelt 12: Missverständnis PR 2.0

Falls Sie sich über die mangelnde Produktinnovationsfreudigkeit einzelner Unternehmen aufregen sollten, haben Sie künftig bei Starbucks keine Ausreden mehr. Die ersten Firmen binden ihre Kunden direkt in den Entwicklungsprozess und bei der Markenführung ein und freuen sich über Ihre Anregungen. Das und vielmehr lesen Sie in der neuesten Morgenwelt:

Innovation: Dell hat es vor einiger Zeit mit seinem Portal Dell IdeaStorm vorgemacht und bereits rund 9.000 innovative Ideen seiner Kunden eingesammelt. Jetzt nutzt auch Starbucks das Know-how seiner Kunden. Auf My Starbucks Idea kann jeder seit etwa einer Woche Einfluss auf künftige Produktentwicklungen nehmen und die Zukunft der Marke offensiv mitgestalten. Jeder Onliner erhält zudem die Gelegenheit, die besten Ideen direkt zu bewerten. (via adage)

US-Wahlkampf: Im laufenden US-Wahlkampf informieren sich fast ein Viertel der Amerikaner online über die Präsidentschaftskandidaten, heißt es in einer Studie des “Pew Research Center”.  Dabei bevorzugen sie vor allem Web 2.0-Instrumente. (via Schnipseljagd)

Online-PR: Als PR-Agentur sollten Sie es tunlichst vermeiden, Blogger (oder Journalisten) auf plumpe Art und Weise anzusprechen, wie das der Marketingberater 2.0 Sebastian Voss erlebt hat. So machen Sie sich keine Freunde. Auch wenn viele Journalisten bloggen heißt das noch lange nicht, dass Blogger Journalisten sind, denen Sie Pressemitteilungen einfach so zusenden und von denen Sie ein Clipping erhalten können. EIne PR 2.0 sieht völlig anders aus. Sie berücksichtig – wie die PR 1.0 im besten Falle auch – die Interessen der Adressaten.

Medien: Print ist nicht mehr eine Voraussetzung für den Online-Erfolg, meint Peter Turi n einem Interview mit Readers Edition und findet auch eine Erklärung für die mangelnde Akzeptanz des Mitmach-Webs in der journalistischen Zunft: "Was für die Zielgruppe der Medienmacher definitiv nicht gut
funktioniert, ist das, was ich vor zwei Jahren noch für das Tolle und
Neue am Web 2.0 hielt: das Diskutieren über Themen. Medienmacher, also Profis, die ihr Geld damit verdienen, haben aber leider meistens keine Lust zu diskutieren."

Medien: Neben dem Ex-Kress-Macher beschäftigt sich auch Martin Oetting in einem lesenwerten Beitrag mit der künftigen Entwicklung der Mediengesellschaft und den neuen Gatekeepern, die das Leben so mancher Journalisten nicht leichter machen:

"Die klassischen Medienkanäle, die bislang verlässlich für die
Verbreitung von Inhalten gesorgt haben, bekommen eine sehr
vielschichtige Konkurrenz. Diese Konkurrenz wird sie nicht ersetzen.
Jeder einzelne dieser neuen Kanäle hat – zumindest heute noch – eine
recht beschränkte Reichweite. Selbst vielgelesene Blogger in
Deutschland haben nicht mehr als einige Tausend Leser. Aber
zusammengenommen zweigen die vielen Blogger, YouTube-Filmer,
Facebook-Selbstdarsteller, StudiVZ-Gruschler, Forenautoren und
Web-TV-Produzenten einen nicht unbeträchtlichen Anteil der medialen
Aufmerksamkeit von den Massenmedien ab. Und es werden stetig mehr."

Corporate Blogs: Wie geht man in einem Unternehmensblog damit um, wenn eine Mitarbeiterin gestorben ist? Soll man das, was alle bewegt, ansprechen oder lieber verschweigen? So etwas ist in der Kommunikation immer eine Gratwanderung, andererseits haben die Kollegen ein großes Bedürfnis, sich mitzuteilen und sind froh darüber. Am Beispiel des Cirquent Blogs zeigt sich, wie wichtig gut gemachte Corporate Blogs auch für die interne (=externe) Kommunikation sind.

Web-Controlling: Falls Sie wissen wollen, wer wann welche Artikel in Ihrem Blog liest, sollten Sie das Tool Google Analytics näher betrachten. Es wird im folgenden 8-Minuten Video erklärt.(via Turi2)

Privatsphäre: Erfolgreiche Blogger haben es schwer, das stellte die Amerikanerin Diablo Cody in einem SZ-Interview fest: "Jeder Mensch, der morgens anonym aufwacht, sollte dankbar dafür sein,
weil man dann nur für das gehasst oder geliebt wird, was man
tatsächlich selbst tut. Wenn man in der Öffentlichkeit steht,
projizieren die Leute all ihre eigenen Unsicherheiten und Hoffnungen
auf dich – und sie urteilen völlig irrational."  Die 29-jährige Drehbuchautorin und Pussy RanchBloggerin hat im Februar für ihr Drehbuch
"Juno" den Oscar gewonnen.

Klaus Eck