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Morgenwelt 11: Quo vadis Privatsphäre

Während der Staat nur noch bei der Verfolgung schwerer Straftaten auf Vorrat Telefonverbindungsdaten nutzen darf, wird unser digitaler Schatten immer größer. Wissen Sie wie Ihrer aussieht? Immerhin gibt es Möglichkeiten, sein Privatleben zu schützen. Darüber mehr in der heutigen Morgenwelt:

Digitaler Schatten: Mit jedem Mausklick, Einkauf und Anruf produzieren wir Datensätze, die Spuren hinterlassen. Allein diese Nutzerdaten verbrauchen laut einer IDC-Studie doppelt so viel Speicherplatz wie Digitalfotos, E-Mails oder Texte, die Sie jeden Tag speichern.Wie groß ist Ihr persönlicher digitaler Schatten. Wie viele Bytes an Daten erzeugen Sie eigentlich jeden Tag? Erste Antworten liefert das IT-Unternehmen EMC mit einem Digital Footprint Calculator, den jeder auf seinen Rechner laden kann: Übrigens produziere ich demnach jeden Tag einen Datendurchsatz von 3.860 Megabytes.

Privatsphäre: Die Bild-Zeitung berichtete gestern auf der ersten Seite über das "traurige Geheimnis" der neuen Tagesschausprecherin Judith Rakers und nimmt dabei wenig Rücksicht auf deren Privatsphäre, meint das Bildblog. Auf die Frage eines Journalisten der "Neuen Westfälischen" Zeitung: "Spüren Sie langsam die Schattenseiten, wenn man prominenter wird?" antwortete die Nachrichtensprecherin: "Das gehört wohl dazu. … Vermutlich ist das Interesse an meinem Privatleben auch deshalb da, weil ich dazu partout nichts sage. Privat ist Privat."

Facebook: Mehr Kontrolle der eigenen Privatsphäre verspricht das Social Network. Dadurch ist es möglich, den jeweiligen Kontakten unterschiedliche Zugriffsrechte zu gewähren und beispielsweise private Fotos nicht den Geschäftsfreunden zugänglich zu machen (via ReadWriteWeb).

Google Maps: In den USA kann ab sofort jeder seine Dienstleistungen mit Adresse in dem Kartenangebot der Suchmaschine selbst eintragen. Leider ist das Editieren eines Ortes in Deutschland bisher noch nicht möglich.

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PR: Im PRX Builder können Sie Ihre Pressemitteilung kostenlos als Social Media Release direkt bloggen. Es gibt dort auch schon einige deutschsprachige Beispiele.
Allerdings stellt sich die Frage, warum Sie dazu eine fremde Plattform
wählen sollen, die zumindest hierzulande kaum jemand kennt. Ein eigener
RSS-gestützter Pressebereich kann ebenfalls Wunder in der Kommunikation
bewirken.

Digitale Identität: Im Vorfeld des Trendtags erläutert der Sozialwissenschaftler Jan Schmidt im Blog des Trendbüros die Bedeutung des Identitätsmanagements für den Einzelnen: "Anwendungen des Social Web erleichtern es, seine eigene Identität (oder Facetten davon) inklusive der sozialen Beziehungen zu artikulieren und davon ausgehend mit anderen zu kommunizieren."

Ungelesene E-Mails: Verschicken Sie eigentlich einen Corporate Newsletter? Dann sollten Sie dessen Erfolg evaluieren. Denn nur neun Prozent der Onliner lesen sämtliche eingehenden Newsletter, heißt es in einer kleinen Analyse der Münchener Kommunikationsagentur Dr. Haffa & Partner, die dafür etwa 70 Führungskräfte und Meinungsmacher befragt hat. Meistens landen die  E-Mail-Newsletter ungelesen im digitalen Papierkorb.

Corporate Blogs: SinnerSchrader hat seine Blogs einem Relaunch unterzogen. Ab sofort sieht man beispielsweise auf dem Fischmarkt mehr Fische und Gräten. Ganz richtig heißt es zum Blog in der Selbstbeschreibung über die eigenen Unternehmensbotschafter: "Wie jeder Fischmarkt lebt auch dieser von seinen gut gelaunten und motivierten Verkäufern. Was wir unseren geneigten Marktbesuchern verkaufen wollen, sind Fakten und Meinungen, die sich aus unserer täglichen Arbeit am Thema E-Commerce ergeben." Darüber hinaus sucht Yvonne Neubauer neue Agenturmitarbeiter für SinnerSchrader in dem recht neuen Human Ressources-Blog radicalmonday, indem sie authentische Einblicke in den Arbeitsalltag wirft und das Unternehmen für Bewerber transparenter macht.

Klaus Eck