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Der Musiker 2.0

Es ist kein Geheimnis, dass es
der Musikindustrie in den letzten Jahren nicht besonders gut ergangen
ist. Die CD-Verkaufszahlen befinden sich kontinuierlich auf dem
absteigenden Ast und auch die legalen Download-Angebote können dies bis
dato noch nicht kompensieren. Kurzum: Musiker müssen sich zunehmend
bemühen, um mit der Musik ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Daher
wird eine Personengruppe künftig noch wichtiger: Die Fans. Nur wer eine
loyale Fanbasis hat und aktiv den Kontakt sucht, kann seine Musik
überhaupt noch gegen Geld an den Mann bringen. Auch Livetourneen,
Merchandising und Weiterverwertung der Musik, all dies funktioniert
nur, wenn ausreichend Fans vorhanden sind. Zudem haben sich die
Anforderungen der Fans heute gewandelt. In Zeiten von MySpace,
Youtube und Co., in denen der Einzelne zunehmend transparenter und
zugänglicher wird, fordern dies die Fans natürlich ebenso von den
Künstlern.

Deshalb kommt heute kaum noch ein Musiker ohne MySpace-Profil
oder Blog aus. Gerade unbekanntere
Künstler haben das Internet schon lange für sich als Vermarktungsplattform entdeckt: So hat es zum Beispiel Kate Walsh auch ohne Plattenvertrag an die Spitze der iTunes-Verkaufscharts
gebracht.

Doch mit dem Anlegen einer MySpace-Seite und dem Hochladen seiner Musik
ist es natürlich nicht getan. Wer das Internet zum Einstieg ins
Musikgeschäft nutzen will, muss vor allem eines erreichen: Präsenz.
Dabei hilft natürlich, dass das Mitmachnetz teilweise erstaunliche
virale Effekte hervorbringt, wie im Falle der umstrittenen Grup Tekkan.
Doch für den langfristigen Erfolg braucht es mehr: treue Fans. Die wollen gepflegt werden und möglichst nah an
ihren Stars sein. Auch dies lässt sich nirgends so leicht realisieren wie im Internet. Dort kann
ein Künstler mit seinen Fans tatsächlich kommunizieren, sie mit
Appetithappen wie einem kostenlosen Track immer wieder auf sich
aufmerksam machen und sich mittelfristig einen großen Kreis an
Unterstützern aufbauen, der  dann auch Geld für Musik,
Fanartikel und Konzerte ausgibt.

Damit die Online-Aktivitäten von Erfolg gekrönt
sind, müssen ein paar Dinge beachtet werden: Am wichtigsten ist es, dass alle Channels gleichermaßen
gepflegt werden. Das Web 2.0 ist sozial. Deshalb wird heute erwartet, dass sich die Künstler nicht nur online auf MySpace oder in einem Blog präsentieren, sondern sich auch tatsächlich dem Dialog mit ihren Fans stellen. Je besser die Interaktivität geplant und auf den verschiedenen Online-Kanälen realisiert wird, desto mehr Aufmerksamkeit und letztlich Verkaufserfolge kann ein Künstler erwarten.

Thomas Euler