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Einige Erkenntnisse der BILDblog Leserbefragung

Im Herbst vergangenen Jahres hatte das BILDblog seine Leserschaft darum gebeten, an einer Befragung teilzunehmen. Abgefragt wurden darin Nutzungsgewohnheiten, Einstellungen gegenüber dem Angebot des Blogs und weitere Merkmale. Insgesamt sind nahezu 20.000 Leser der Aufforderung gefolgt. Nun liegen die Ergebnisse der Studie vor.

Da es sich bei dem BILDblog um eines der erfolgreichsten deutschen Weblogs handelt, das zudem nicht als Metablog verstanden werden kann, sind einige der Ergebnisse auch allgemein interessant. Dies wird untermauert von den statistischen Daten über die Leserschaft selbst: nur 13 Prozent der Umfrageteilnehmer sind selbst aktiver Bestandteil der Blogosphäre, sprich betreiben selbst ein Blog. Daher stelle ich hier einige interessante Ergebnisse vor, die auch über das BILDblog hinaus relevant sein dürften.

RSS-Nutzung

Bei den Fragen, die das Nutzungsverhalten des RSS-Feeds betreffen, fällt zunächst auf, dass nur 12,5 Prozent der Befragten den Feed abonniert haben. Im Vergleich dazu rufen 85,4 Prozent das Blog manuell oder via Bookmark direkt auf. Dies spiegelt sich auch darin wieder, dass 31 Prozent der Leser den Blogbereich "RSS" gar nicht erst kennen. Wieviele derjenigen Leser, die den Bereich kennen, tatsächlich etwas mit dem Begriff anfangen können, bleibt leider unbeantwortet.

Auf der anderen Seite beurteilen diejenigen Leser, die RSS kennen das Feature größtenteils als wichtig. Die Schlussfolgerung daraus lautet also, dass RSS eine interessante Technologie ist, die ein Nutzer in der Regel nicht mehr missen möchte, jedoch in der Allgemeinheit noch größtenteils unbekannt ist. 

Weiterhin ist aufschlussreich, wie die Abonnenten des RSS-Feeds diesen Nutzen:

16,2 Prozent lesen die Artikel nur in ihrem Feedreader
46,1 Prozent lesen die Artikel in ihrem Feedreader, rufen die Website allerdings dennoch gelegentlich auf
37,7 Prozent nutzen den Feedreader als Newsalarm und rufen bei nach der Meldung eines neuen Artikels direkt die Website auf

Wer sich also bis dato scheute, einen Newsfeed bereit zu stellen, da er Angst um seine Seitenaufrufe hatte, scheint widerlegt zu sein. Zwar besucht tatsächlich ein Teil der Abonnenten die Website nicht mehr, doch mit 37,7 Prozent ist der Anteil derer, die die Website dank RSS vermutlich wesentlich öfter aufsuchen, als sie es ohne Feed tun würden, wesentlich größer.

Werbung im Blog

Wenn man die Diskussionen um Werbung in Blogs verfolgt, wächst in der Regel der Eindruck, dass dies ein absolutes No-Go sei. Doch die BILDblog-Leserbefragung fördert gegensätzliche Erkenntnisse zu Tage.

Gefragt wurde, ob die Leser, falls das BILDblog künftig mehr Werbung enthalte, dieses …

…häufiger nutzen würden (0,1Prozent)
…genauso häufig nutzen würden (90,4 Prozent)
…seltener nutzen würden (8,6 Prozent)
…gar nicht mehr nutzen würden (0,8 Prozent)

Der überwiegende Teil der Leserschaft hätte also kein Problem mit einer Zunahme der Werbung. Wichtig, wie in offenen Antworten häufig betont wurde, sei allerdings, dass es sich nicht um Pop-up-Werbung handele. Außerdem wurde abgefragt, wie sich die Leserschaft die Verwendung zusätzlicher Werbeeinnahmen wünschen würde. Hier sind neben "generelle Untersützung" "bessere Recherchebedingungen" und "mehr Beiträge" die Topnennungen.

Bei einem informativen und hochwertigen Blog scheint es also kein Problem darzustellen, wenn eine Monetarisierung unternommen wird. Letztlich ist dies nur verständlich, da ein gutes Angebot eben Resourcen erfordert.

Wer sich für weitere Ergebnisse der umfangreichen Studie interessiert, findet sie als kostenloses PDF auf den Servern der Uni Bamberg.

>> BILDblog: Du bist BILDblog
>> Schmidt mit Dete: Ergebnisse der BILDblog-Befragung
>> Studie: BILDblog-Nutzerbefragung 2007

Thomas Euler