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Corporate Communication I: Dem Wahren, Schönen, Guten

In loser Folge werde ich im Krisenblogger. und PR-Blogger Beiträge über Corporate Communication (CC) schreiben (Roland Keller). Tatsächlich stört mich aber, wenn ich an die Themen dieser Beiträge denke das Wort Corporate Communication, was auch nicht besser wird, wenn ich schlicht Unternehmens-Kommunikation schreibe. Denn wer kommuniziert hier und um was geht es denn dabei? Geht es darum wie was kommuniziert wird? Tatsächlich scheint dies das Anliegen vieler Unternehmen zu sein.

CC soll das Unternehmen ins besten Licht stellen. Dagegen ist
grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn das Unternehmen tatsächlich im
besten Licht steht oder wie es auf Kapitälen öffentlicher Einrichtung
in Stein gemeißelt steht: sich dem Wahren, Schönen, Guten verpflichtet
fühlt. Provozierend könnte man auch noch den Spruch „Dem Volke dienen“
aus Mao Tse Tungs Roten Buch, auf CC zitieren.

Warum ist das eigentlich provozierend? Erfüllen Unternehmen nicht neben
und – im Idealfall – auch gesellschaftliche Aufgaben und Ziele parallel
zu ihren eigenen? Natürlich sind sie Besitzern (Shareholdern) und
Mitarbeiter verpflichtet, ebenso ihren Kunden, wenn sie diese halten
wollen. Doch eine noble Haltung gegenüber der Allgemeinheit ist nicht
verboten.

Wer allerdings im Internet auf deutschen Unternehmens-Websites stöbert,
wird beim Thema Mission, Vision, Ziele oder gar Selbstverpflichtung
kaum fündig.

Wir betreiben ein Unternehmen – und basta. Mehr oder weniger kryptisch
werden Produkte und Services gerne in modisch verschleiernden und oft
bedeutungsschwangeren Worten dargestellt (ich verallgemeinere – Sie
lieber Leser sind nicht gemeint).

Damit gleich zum nächsten Punkt, der mir immer wieder auffällt und mich
zu der Frage provoziert: Sind viele Unternehmen Autisten? Kommunikation
wird meist als Einbahnstraße verstanden, nicht als Dialog, extern wie
intern. Ja, Dialoge, die Zeit und Argumente erfordern, werden oft gar
als störend empfunden.
Das ist für mich absolut unverständlich, nicht nur, weil damit
Öffentlichkeit und Kunden oft nicht ernst genommen werden, sondern weil
dieses Verhalten Wertvolles verschenkt, auf den Zufluss von
Informationskapital verzichtet, das über das Internet einfach und
günstig akkumuliert werden kann.
Tante Emma war da schon weiter. Die alte Damen hat auch die Chancen und
Herausforderungen des viralen Marketing hervorragend genutzt. Das gab
es schon früher und hieß einfach Mundpropaganda.
Ein weiteres Kapitel, das diese Einführung sprengen würde ist CC und
PR. Darauf komme ich aber noch gesondert in einem der nächsten Teile
der Serie zurück.

Roland Keller