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Kein digitaler Tintenkiller in Sicht

Was einmal im Internet steht, das bleibt lange sichtbar, manchmal sogar auf den ersten Plätzen einer Suchmaschinen-Recherche. In den Vor-Netzzeiten war alles einfacher. Niemand zeichnete unser Fehlverhalten auf und machte es einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Wer erinnert sich noch an die ersten ungelenken Fahrversuche mit oder ohne Führerschein, den Abiball, auf dem wir nicht tanzen konnten und zu viel Alkohol tranken, oder an andere unvorteilhafte Dinge…

Vor 20 Jahren scherte das niemanden. Heute halten wir und andere unsere Privatsphäre in Text, Bild und Video fest und stellen alles online. StudiVZ, Blogs und Co. machen dies leichter denn je.

Im November 2006 äußerte sich Harald Schmidt in der Wochenzeitung “Die Zeit” zum Thema Tyrannei der Öffentlichkeit, die es (nicht nur ihm) unmöglich macht, die eigene Privatsphäre noch zu wahren:

“Wenn Sie so wie ich in der Öffentlichkeit stehen,
rechnen Sie mit jeder Art von Vorwurf. Also spielen Sie das durch, was
könnte kommen, wie reagiere ich darauf? Ich bin mir sicher: Heutzutage
bleibt nichts geheim, allles kommt raus. Nur ein Beispiel: Irgendwann,
als ich abends am Kölner Hauptbahnhof in ein Taxi stieg, fragte mich
der Fahrer: Na, wie war die Scholle? Sein Schwager hatte in Husum
gesehen, wie ich eine Scholle bestellt habe. Sie können also davon
ausgehen, dass ich 24 Stunden am Tag von meinen Fans überwacht werde.” (Harald Schmidt in einem Zeit-Interview vom 23. November 2006)

In gewisser Weise steht uns etwas Derartiges online ebenfalls bevor.
Wir stehen noch am Anfang der Digitalisierung unserer Lebenswelten, was
für einzelne fatale Folgen haben könnte, wenn Ihnen nicht klar ist,
dass Sie sich in der Öffentlichkeit bewegen. Kein Wunder also, dass es
erste Anbieter wie ReputationDefender gibt, die dafür sorgen wollen,
dass – zumindest einige – Reputationsschäden online beseitigt werden.
Teuer sind diese Anbieter zwar nicht unbedingt, können allerdings in
der Regel auch keine Erfolgsgarantie einräumen. Schließlich ist es oft
nicht möglich, den Verfasser eines unangenehmen Inhalts dazu zu
verpflichten, diese Information wieder zu löschen. Erst bei
Beleidigungen, übler Nachrrede sowie Verleumdungen entsteht ein
gewisser Handlungsspielraum für die Rufgeschädigten. Jochen Mai
verweist in der Karrierebibel auf
ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom März 2007 (VI ZR 101/061).
Demnach kann jemand nur dann eine Löschung juristisch durchsetzen, wenn
die Ehre der Person verletzt worden ist. Hat der Website-Betreiber von
der Forderung Kenntnis erhalten, muss er sofort dafür Sorge tragen, die
entsprechenden Inhalte zu entfernen.

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Klaus Eck