buble arrow5

Abschied vom Gatekeeper

Einen fundamentalen Wandel des Journalismus erwartet Norbert Bolz, Professor für Kommunikationswissenschaft, und formuliert diesen Anspruch in einem Beitrag des NDR. Das Web 2.0 zeigt, wie einfach es ist, selbst als Freizeitredakteur und als Konkurrent der alten Medien zu veröffentlichen. „Das ist für mich die spannendste Frage, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass der klassische Journalismus sich am Leben halten kann, ohne sich fundamental zu verändern“, meint Bolz, „einfach deshalb weil die Erwartungen an den klassischen Journalismus – nämlich objektive Berichterstattung – gar nicht mehr das Zentrum des Bedürfnisses der Jugendlichen trifft. Was sie wollen, ist gar nicht Objektivität, sondern Authentizität.“

Blogs bedienen hierbei das Bedürfnis nach Subjektivität bestens. Anscheinend interessiert das die Menschen am meisten. Wenn sich die Laien online organisieren, sollten sich Journalisten nach Ansicht von Norbert Bolz und Jan Schmidt vorsehen. Der Bamberger Kommunikationswissenschaftler meint: „Die Stellung des Journalismus als Gatekeeper verschwindet!“ Alles wird in Zukunft von Laien veröffentlicht, was sich online publizieren lässt. Ethische Grenzen und eine redaktionelle Zensur ist dabei anscheinend nicht mehr vorgesehen. Deshalb können Augenzeugen direkt aus Katastrophengebieten und von der Hinrichtung des ehemaligen irakischem Saddam Husseins berichten.

Ich freue mich darauf, das Thema Journalismus versus Blogs demnächst auf den Nextperts Breakfasts in Hamburg und Berlin vertiefen zu dürfen. Wir haben bereits einige spannende Referenten angefragt, die wir in Kürze an dieser Stelle präsentieren werden.

>> NDR Fernsehen – Neue Konkurrenz – Wie das Web 2.0 den Journalismus verändert
>> Nachhaltig: Nextperts: Journalismus & Blogs
>> Media coffee Blog: Petra Sammer: Wo sind die Qualitätssicherungssysteme
>> PR Blogger: Nextperts 9.0: Qualitätsjournalismus & Blogs
>> via Robert Basic

Klaus Eck

technorati tags:, , , , ,