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18. Nachgebloggt: Christian Ulrich zu Fischers fixingBlog

Das Unternehmen fischerwerke Artur Fischer GmbH & Co. KG hat im Februar 2006 sein fixingBLog gestartet. Darin bloggen die Mitarbeiter des Weltmarktführers in der Dübeltechnik über Neuigkeiten aus der Welt der Befestigungssysteme.

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Christian Ulrich, zuständig bei Fischer für Internationales Marketing, glaubt, dass die Zeit der kommunikativen "Einbahnstrassen" vorbei ist und an Wirksamkeit verliert. Deshalb setzt sein Unternehmen inzwischen auch auf Blogs und versucht darüber Planer, Statiker, Wissenschaftler und Studenten direkt für den Dialog zu gewinnen. In Zukunft soll das Bloggen für Fischer so selbstverständlich wie das Schreiben von E-Mails sein.

>> Vor einigen Wochen hat Fischer ein eigenes Weblog namens FixingBlog gestartet. Über welche Themen bloggen Sie in Ihrem Unternehmensblog? Wer darf (oder soll) bei Fischer bloggen? Verfolgen Sie dabei ein redaktionelles Konzept?

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Das fixingBlog informiert schnell und direkt über Aktuelles aus den Themenbereichen Bauwesen, Statik und Befestigungstechnik. Neben Beiträgen aus Wissenschaft und Forschung berichten wir über erfolgreiche Anwendungen bei Projekten aus der ganzen Welt. Im Weblog finden sich aber auch Besprechungen von Fachliteratur und Hinweise auf Tagungen und Kongresse. Fester Bestandteil sind Gastbeiträge. Bereits während der Einführung haben wir bewusst Befestigungsexperten aus den Bereichen Anwendungstechnik, Entwicklung, Forschung, der fischer AKADEMIE und natürlich das Marketing einbezogen, um das Thema Weblog in allen relevanten Bereichen im Unternehmen zu vernetzen.

>> Wie ist Ihr Unternehmen zum Bloggen gekommen?

Wir sehen seit einiger Zeit eine generelle Verschiebung
weg von den klassischen Marketingaktivitäten, die vor allem auf
Massenmedien setzen, eine kommunikative "Einbahnstrasse" darstellen und
laufend an Wirksamkeit verlieren. Das fixingBLog dagegen bietet uns die
Möglichkeit zu einem echten Dialog mit Kunden und Meinungsbildnern.
fischer betrachtet sich als Innovationsführer in der
Befestigungstechnik. Und auch in der Kommunikation haben wir den
Anspruch, Meinungs- und Innovationsführer zu sein. Den entscheidenden
Anstoß zur Umsetzung hat letztendlich der Kontakt zu vm-people gegeben.

>> Welche Erwartungen haben Sie gehabt, als Sie mit dem
Bloggen begonnen haben? Und wie können Sie bereits ein erstes
Zwischenfazit ziehen?

Weblogs sind ein neues Instrument in der
Kundenkommunikation und waren den meisten Beteiligten im Unternehmen
zunächst einmal nicht bekannt. Wir haben deshalb zuerst über die
Chancen eines Corporate Weblogs informiert, um Vorbehalten zu begegnen.
Wer liest denn so etwas? Haben wir denn die Zeit regelmäßig Beiträge zu
verfassen? Am Ende waren auch die Skeptiker in den eigenen Reihen
überzeugt.

Die Resonanz, die wir in den vergangenen Wochen innerhalb und
außerhalb der Blogwelt – dazu zählen wir auch dieses Interview –
erhalten haben, überrascht und bestärkt uns, den Weg weiter zu gehen.
Unser fixingBLOG wird in der Medienwelt wahrgenommen. Brand eins nennt
in einem Beitrag fischer als Beispiel für einen Corporate Blog, der
Pressesprecher von Google Deutschland schreibt in unserem Blog: „An
dieser Stelle daher ein großes Kompliment an die Betreiber des Fischer
Weblogs. Sie gehören zu der Elite (First Mover) in Deutschland, die das
Thema für sich entdeckt haben und es toll umsetzen.“

>> Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Weblog? Welche Rolle hat hierbei bei Ihnen PR und Marketing?

Ziel ist es nicht nur,  die erste Adresse zum Thema
Befestigungstechnik in der Blogosphäre zu sein, sondern uns mit dem
Blog mit relevanten Personen und Zielgruppen zu vernetzen. Wir möchten
aber auch zuhören, Themen erkennen und aufgreifen. Der Blog wird
inhaltlich vom Bereich Unternehmenskommunikation geführt. Das
Themensetting und die Maßnahmen zur internen und externen Vernetzung
des Blogs entstehen interdisziplinär.

>> Inwieweit hat sich durch das Bloggen in Ihrer Kommunikationspolitik etwas verändert?

Das Weblog verstehen wir als Ergänzung in unserem
Kommunikations-Baukasten. Es erlaubt, Themen schnell und direkt zu
kommunizieren, den Informationen einen persönlichen Absender, ein
Gesicht zu geben. Anderseits ermöglicht das Weblog auch, sich in
Diskussionen einzuschalten, zu begleiten und zu lenken. Das sind neue
Erfahrungen.

>> Wie reagieren Ihre Kunden auf das Blog? Welches Feedback erhalten Sie?

Die Vernetzung mit unseren Zielgruppen läuft. Ein
E-Mail-Newsletter an Planer hat unmittelbare Auswirkungen gezeigt. Die
Zugriffszahlen haben sich an diesem Tag verdoppelt, das beweist das
Interesse, wenn auch sich die meisten noch in der Rolle des stillen
Beobachters befinden.

>> Wie gehen Sie mit der Kritik in Ihrem Blog oder auf einer anderen Website um?

Wir hören zu, bedanken uns für konstruktive Kritik und
versuchen schnellstmöglich die Verbesserungen umzusetzen. Wir erlauben
uns aber auch, bei falsch dargestellten Sachverhalten,  deutlich
Position zu beziehen.

>> Wo wollen Sie mit Ihrem Projekt in drei Jahren stehen? Was erwarten Sie von der Zukunft?

Wir möchten natürlich als Innovationsführer in der
Branche mit dem fixingBLOG die erste Adresse für Planer, Statiker,
Wissenschaftler und Studenten sein. Wir erwarten, dass Weblogs zu einer
Selbstverständlichkeit werden wie heute Websites. Das Bloggen wird für
unsere Autoren eine vertraute Tätigkeit wie das Schreiben von E-Mails
sein.

>> Welche Tipps würden Sie anderen Business Bloggern geben?
Worauf sollen diese beim Start eines Corporate Blogs besonders achten?

Alle relevanten Bereiche frühzeitig einbeziehen,
Bedenken ernst nehmen, der Risiken bewusst sein, aber dann durchstarten
und sich auf das Neue, Unbekannte einlassen. Bei fischer hat das
fixingBLOG eine ansteckende Eigendynamik entwickelt.