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Die Geister, die der Journalist ruft…

Ein Thema, dass in der Krisenkommunikation und wie man sie richtig macht, häufig nicht ausreichend in Betracht gezogen wird, sind die Mechanismen, denen Journalisten in ihren Redaktionen unterworfen sind. Auch hier gilt, dass sich Effekte der „normalen“ Kommunikation im Krisenfall verstärken. Was sonst in der „normalen“ PR einfach nicht beim Redakteur ankommt, ihn nicht interessiert, wird nun auf die Goldwaage gelegt, hinterfragt, auseinander genommen.

Gerade in der Berichterstattung über eine Krisensituation kommt der Filter- und Bewertungsfunktion des einzelnen Journalisten eine besonders wichtige Bedeutung zu. Eine Funktion, die er nur unzureichend auszufüllen vermag, weil sich Nachrichten verkaufen müssen. Und negative verkaufen sich nun halt besser. Am besten noch negativer als das Konkurrenzmedium, man muss halt nachziehen. Besteht ein Krisenpotential, wird dann folgerichtig über den Worst Case berichtet, ausgemalt, was alles noch passieren kann. Dazu finden sich auch „Experten“, die nur darauf warten, sagen zu können, sie haben es „schon immer kommen sehen“.

Diesen Kreis zu durchbrechen, daran sollten alle ein Interesse haben. Journalisten, damit sie möglichst objektiv berichten können und ernst genommen werden, Unternehmen, weil dann auch mal berichtet werden kann, was man tut, damit erst gar keine Krise auftritt und nicht zuletzt der Leser, Hörer und Fernsehzuschauer, damit er wieder einzuschätzen weiß, was nun wirklich ernst ist und was nicht. Kein Wunder, dass eMails kursieren, in denen behauptet wird, das Bohei um die Vogelgrippe etwa würde von der pharmazeutischen Industrie initiiert oder von den USA politisch Missbraucht. Das hilft Niemandem, ob es nun stimmt oder nicht.

Peter Jordan