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IBM-Lösung zur Überwachung von Blogger-Angriffen

Nicht zuletzt der Forbes-Artikel "Blogger-Angriff auf Unternehmen" zeigt, dass viele Entscheider vorsichtig an das Thema Blogs herangehen und vor allem deren Risiken betrachten. Unternehmen sollten die Wahrnehmung in der Web-Welt in der Tat nicht dem Zufall überlassen. Es gibt inzwischen einige Anbieter am Markt, die einen Monitoring-Service anbieten. Laut einer Golem-Meldung bietet jetzt auch IBM gemeinsam mit Nstein Technologies und Factiva eine Überwachungssoftware an, mit der Unternehmen Blogs, Foren, News, Newsgroups und andere Webinhalte überwachen können. Auf diese Weise sollen die Unternehmen den Überblick über die eigene Außenwirkung behalten. Schließlich kann es schnell geschäftsrelevant werden und sich auf das Firmenimage auswirken, wenn es negative Meldungen im Netz gibt. IBM und Nstein nennen ihr neues Monitoring-Angebot "Public Image Monitoring Solution". Es basiert auf IBMs Know-how in den Bereichen der Textanalyse und semantischen Suche. Ob eine solche technische Lösung tatsächlich hält, was sie verspricht, ist jedoch eher fraglich.

Vielleicht liefert sie einen ersten Ansatz für die Krisen-PR und
lässt sich tatsächlich zur Überprüfung von Marketingkampagnen nutzen.
Allerdings kann ich mir zurzeit nicht vorstellen, dass sich mit der  technischen IBM-Lösung die Relevanz eines Blogs oder eines
Forenbeitrags besser und preiswerter abbilden lässt als mit den frei verfügbaren oder vermutlich preiswerteren Monitoring-Lösungen im Netz.

Blogstats und Technorati liefern
immerhin erste
Anhaltspunkte für die Bewertung eines Weblogs. Die Zahl der Links ist
sicherlich nicht allein ausschlaggebend für die Reputation eines
Bloggers, aber zumindest deutet es daraufhin, dass das Blog gut
vernetzt ist. Als Meinungsmacher haben die so genannten A-Blogger einen
größeren Stellenwert in der Aufmerksamkeitsökonomie als viele (noch) unbekannte Blogs, deren Relevanz
sich allerdings jederzeit verändern kann. Die Blog-Beobachtung mit
technischen Hilfsmitteln liefert allenfalls erste Ansätze für die
Bewertung von Krisenfaktoren. Entscheidend ist die Einordnung der
Wichtigkeit einzelner Blogs für die jeweilige Branche, in der ein
Unternehmen tätig ist. Schließlich stellt sich letztlich immer die Frage, wann und wie in der Krisenkommunikation auf einzelne Blog-Anfeindungen reagiert werden soll. Diese Aufgabe nimmt einem keine Softwarelösung ab.

Klaus Eck, econcon

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