Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

Wie wichtig sind Online-Rezensionen?

1 Minuten Lesedauer

Die Macht der Konsumenten zeigt sich im Internet immer deutlicher. Warum soll ich im Feuilleton eine Buchkritik lesen, wenn ich mich viel besser direkt bei Amazon über meinen Lieblingsautor informieren kann? Nur einen Klick von der Kaufentscheidung entfernt. Bei Amazon achten die Buchkäufer sehr auf die Rezensionen, die andere Leser dort veröffentlicht haben und berücksichtigen sie bei ihrer Kaufentscheidung, meint Susanne Weingarten im Spiegel. Die Kundenrezensionen vermitteln einen ersten Eindruck von einem Roman und sind wesentlich pragmatischer in ihrer Buchbewertung. Statt sich feuilletonistischen Höhenflügen hinzugeben, konzentrieren sich die Amazon-Rezensionen auf den Plot und geben pure Meinung wieder. Nicht immer schön geschrieben, dafür nicht selten umso hilfreicher.

So heißt es aktuell im Spiegel: "Gerade die notorisch elitäre
Buchkritik könnte besonders heftig vom Trend zum Jedermann-Statement
getroffen und ihrer Deutungshoheit beraubt werden." ….
Ehrlichkeit, Unabhängigkeit, Vielfalt: Die Vorteile, die im Hinblick
auf die Amateurbesprechungen genannt werden, sind typisch für viele
neue Formen der "Mitsprache" und Partizipation ganz normaler Bürger im
Netz. Die Demokratisierung der Informationsgesellschaft, im ersten
Internet-Hype vor knapp einem Jahrzehnt oft beschworen, zeichnet sich
zurzeit in vielen neuen Web-Erscheinungsformen ab: Jeder kann sich zu
allem äußern, ob mit eigenem Online-Tagebuch ("Blog"),
Videoaufzeichnungen seines Daseins ("Vlog") oder mit Fachsimpeleien in
Hobby-Foren."

Zur Meinungsbildung tragen Blogs immer mehr bei. So lautete schon im Mai 2005 ein Ergebniss der Proximity-Studie. Mehr als 50 Prozent der Blog-Leser verschaffen sich demnach anhand
eines Blog-Beitrags einen Eindruck von Unternehmen und deren Produkte.

>> Spiegel: Susanne Weingarten: Anarchie im Feuilleton. Amazon-Rezensenten sind nur Leser. Doch ihre Macht wächst.
>> BusinessWeek –  June 20, 2005:  The Power Of Us – Mass collaboration on the Internet is shaking up business

Klaus Eck, econcon

Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

8 Replies to “Wie wichtig sind Online-Rezensionen?”

  1. Amazon und die Zensur

    Die Amazon-Kundenrezensionen seien eine Macht, so las ich heute. Das sind sie ganz sicher, nur ist die Projektion dieser Macht verzerrt.
    Verzerrt weil die Leser-Rezensionen vor Veröffentlichung durch den Zensurfilter der Amazon-Redakteure laufen …

  2. Online-Rezensionen sind auf jeden Fall eine Bereicherung – nutzwertiger, weniger theorielastig. Der Wermutstropfen: Die alte Frage des „Qui bono“ gilt auch hier. Wer schreibt da und mit welchem Interesse?
    Intern.de berichtete jedenfalls am 16.02.2004 unter Berufung auf die NYT:
    „Peinlich: Eine Woche lang erschienen auf der kanadischen Site des Buchhändlers Amazon die Namen aller Personen, die eine Rezension geschrieben hatten. Üblicherweise erscheinen dort nur selbstgewählte Pseudonyme wie beispielsweise „ein Leser aus XY“. Peinlich daran ist vor allem, dass sich durch diesen Fehler auch zeigte, wer die besten Buchwewertungen schreibt: Die Autoren der Bücher selbst.“
    New York Times: Amazon Glitch Unmasks War of Reviewers
    http://www.nytimes.com/2004/02/14/technology/14AMAZ.html
    (Registrierung erforderlich)
    intern.de, Kurz notiert 16.02.04:
    Urheberschaft von Bewertungen aufgedeckt
    http://www.intern.de/news/5283.html
    Merke:
    „Man muss nicht alles glauben, was die Leute sagen.
    Man muss aber erst recht nicht glauben, dass sie es ohne Grund sagen.“
    (Kant)
    Andererseits: Warum soll ein Autor nicht auf die Stellen hinweisen dürfen, die ihm besonders gut gelungen scheinen;-) ?

  3. Inzwischen hat sich Volker König auf Heise Online des Themas angenommen und entdeckt den „Troll als Leser“: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23816/1.html
    Ich glaube, dass viele Leser selbst herausfinden können, wie glaubwürdig eine Troll-Kritik ist. Interessanterweise spielt es bei Amazon gar nicht so eine große Rolle, ob die Kritiken positiv oder negativ sind. Je mehr Leserkritiken vorliegen, desto erfolgreicher sind die meisten Bücher (zumindest bei Amazon).

  4. Auf Rezensionen kann man nichts mehr geben! Viele User haben mehrere Accounts und diese Loben ihren Lieblingsartikel einfach nur in den Himmel, obwohl die Ware garnicht mal so toll ist. Ich habe schon oft erlebt, das sich bei Filmen die User gegenseitig die Köppe einschlagen. Der eine User will es z.B. nicht Wahr haben, das der Film schlecht ist, und schon kontert wieder der anderer User mit einer neuen Rezension unter neuem Amazon Account!
    Echt nur noch lächerlich das ganze! Was tut Amazon? NICHTS! Amazon sollte nur noch Kundenrezensionen zulassen, von Kunden die auch schon mal was bestellt haben!
    Ansonsten kann ich nur noch sagen! Kauft einen Artikel nach Möglichkeit nicht wegen einer Kundenrezension! Viele loben schlechten Sachen einfach nur in den Himmel. Allerdings werden aber auch gute Sachen durch andere User wieder in den Dreck gezogen!
    Daher kann ich nur noch mal sagen, verlasst euch auf keinen Fall auf Rezensionen!!!

  5. Meinem Vorschreiber kann ich mich nur anschließen. Aufgund ausschließlich positiver Rezensionen bestellte ich mir bei amazon ein Buch. Neuer unbekannter Autor. Das Buch wure regelrecht in den Himmel gelobt, war aber sowas von grottenschlecht. Laut Autor stammen wir vom Schmetterling ab, sollten uns nur noch von Licht ernähren, mit Wasser reden, dann wären wir unsterblich. Das Ganze gespickt mit Rechtschreibfehlern ohne Ende. Ich schrieb daraufhin eine kritische Rezension, die wenige Stunden später (vom Autor selbst über den Unzumutbar-Button?) wieder gelöscht wurde. Ich schrieb daraufhin 3 weitere kritische, aber sachliche Rezensionen u. a. über den Account meines Mannes – alle kurz darauf gelöscht. Dafür kamen wieder neue 5-Sterne Rezensionen dazu. Ich vermute, dass der Autor sich diese selber schreibt oder schreiben lässt um seinen Buchverkauf anzukurbeln. Ich gebe daher nichts mehr auf Rezensionen bei amazon.

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