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Wie wichtig sind Online-Rezensionen?

Die Macht der Konsumenten zeigt sich im Internet immer deutlicher. Warum soll ich im Feuilleton eine Buchkritik lesen, wenn ich mich viel besser direkt bei Amazon über meinen Lieblingsautor informieren kann? Nur einen Klick von der Kaufentscheidung entfernt. Bei Amazon achten die Buchkäufer sehr auf die Rezensionen, die andere Leser dort veröffentlicht haben und berücksichtigen sie bei ihrer Kaufentscheidung, meint Susanne Weingarten im Spiegel. Die Kundenrezensionen vermitteln einen ersten Eindruck von einem Roman und sind wesentlich pragmatischer in ihrer Buchbewertung. Statt sich feuilletonistischen Höhenflügen hinzugeben, konzentrieren sich die Amazon-Rezensionen auf den Plot und geben pure Meinung wieder. Nicht immer schön geschrieben, dafür nicht selten umso hilfreicher.

So heißt es aktuell im Spiegel: "Gerade die notorisch elitäre
Buchkritik könnte besonders heftig vom Trend zum Jedermann-Statement
getroffen und ihrer Deutungshoheit beraubt werden." ….
Ehrlichkeit, Unabhängigkeit, Vielfalt: Die Vorteile, die im Hinblick
auf die Amateurbesprechungen genannt werden, sind typisch für viele
neue Formen der "Mitsprache" und Partizipation ganz normaler Bürger im
Netz. Die Demokratisierung der Informationsgesellschaft, im ersten
Internet-Hype vor knapp einem Jahrzehnt oft beschworen, zeichnet sich
zurzeit in vielen neuen Web-Erscheinungsformen ab: Jeder kann sich zu
allem äußern, ob mit eigenem Online-Tagebuch ("Blog"),
Videoaufzeichnungen seines Daseins ("Vlog") oder mit Fachsimpeleien in
Hobby-Foren."

Zur Meinungsbildung tragen Blogs immer mehr bei. So lautete schon im Mai 2005 ein Ergebniss der Proximity-Studie. Mehr als 50 Prozent der Blog-Leser verschaffen sich demnach anhand
eines Blog-Beitrags einen Eindruck von Unternehmen und deren Produkte.

>> Spiegel: Susanne Weingarten: Anarchie im Feuilleton. Amazon-Rezensenten sind nur Leser. Doch ihre Macht wächst.
>> BusinessWeek –  June 20, 2005:  The Power Of Us – Mass collaboration on the Internet is shaking up business

Klaus Eck, econcon