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CSU wirbt mit Bundestagskanditaten

Die CSU sorgt mit zahlreichen Wahlkampfplakaten im bayerischen Würzburg für ein gewisses Aufsehen. Trotz relativ guter Pisa-Ergebnisse setzt die CSU auf einen "Bundestagskanditaten". Das hat wenig mit der verschobenen Einführung der Neuen Rechtschreibung in Bayern zu tun, sondern eher mit einem banalen Rechtschreibfehler. Schuld daran habe die Druckerei und letztlich sogar der Bundeskanzler Gerhard Schröder:

"Im Grunde ist Schröder schuld", sagt CSU-Kandidat Lehrieder
überzeugt. "Wir waren wegen der angesetzten Neuwahl arg unter
Zeitdruck. Ich bin ein neuer Kandidat, und wir wollten mich den Wählern
schon vor den Sommerferien bekannt machen. Deshalb sollten die Plakate
in der letzten Juli-Woche hängen." Und ob als Kandidat oder "Kanditat",
das spielte in der bayerischen Sommerhitze keine allzu große Rolle
mehr. "Wir wollten die ersten sein, vor der SPD", sagt Lehrieder. Und
so nahm man den kleinen Fehler in Kauf. Besser, Lehrieder wird als
"Kanditat" bekannt, als gar nicht." (Spiegel Online)

Das Ganze weist Viral Marketing-Qualitäten der besonderen Art auf. Immerhin hat es schon 1994 erste Diskussionen mit Bundestagskanditaten gegeben. Die Nase vorn in Sachen Bundestagskanditaten hatte bisher die FDP, die bereits in den vergangenen Wahlkämpfen zahlreiche Bundestagskanditaten ins politische Rennen geschickt hat.