Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

BlogDialoge I: RSS in der Diskussion

9 Minuten Lesedauer

RSS-Blogger Siegfried Hirsch und E-Mail-Marketing-Spezialist Nico Zorn  haben sich im PR Blogger rund anderthalb Stunden den Fragen der Blogger gestellt. Die Diskussion erfolgte via Kommentare und liegt inzwischen komplett als BlogDialog vor.

BlogDialoge

1. Was ist eigentlich das Besondere an RSS? Wie erklären Sie einem Neuling, was das überhaupt ist?

Siegfried Hirsch: RSS hilft beim Einsammeln von Nachrichten bzw. Meldungen von
Internet-Seiten. D.h. man braucht die Seiten nicht mehr mit dem Browser
abklappern, um die neuesten Informationen zu sehen, sondern bekommt die
Nachrichten sozusagen auf dem Tablett geliefert.

Nico Zorn: Die Vorteile von RSS werden vor allem in Kombination mit Weblogs
deutlich, d.h. ich erkläre zuerst immer, was ein Weblog ist. Irgendwann kommt dann meistens die Frage "Und
woher weiß ich, wann jemand etwas geschrieben hat?" Und genau dafür
bietet sich RSS an.

2. RSS ist erst durch Blogs wirklich bekannt geworden. Doch inzwischen nutzen auch zahlreiche Medien RSS, weil sie deren Potenzial nutzen wollen. Was macht RSS denn für die Medien so reizvoll? Oftmals verschicken die ihre Informationen doch bereits via Newsletter.

Siegfried Hirsch: Gerade für Menschen, die viele Informationen sichten müssen, weil sie
damit täglich zu tun haben und diese auswerten müssen, freut die
Trennung von "Meldungen" von ihrer Kommunikation per E-Mail. Das
Postfach bleibt sozusagen sauber.

Siegfried Hirsch: RSS-Reader bieten dagegen vielfältige Möglichkeiten die Nachrichten
zu filtern und einzuordnen. Damit fällt es dann wesentlich leichter RSS
für das Sammeln und Auswerten der Meldungen zu nutzen.

Nico Zorn: Heute können Unternehmen mit RSS vor allem Opinion Leader erreichen:
Technik-begeisterte User, die häufig auch ein eigenes Blog
veröffentlichen. Genau diese Tatsache macht RSS für Unternehmen
interessant, da sie die virale Verbreitung von Nachrichten
beschleunigen kann. Ein weiterer Punkt ist natürlich auch die
Spam-Problematik, bzw. das Problem der „False Positives“ (also E-Mails,
die fälschlicherweise als Spam gefiltert werden). Genau dieses Problem
ist mit RSS (noch?) nicht gegeben.

3.
Bisher ist es nicht besonders leicht, sich bei RSS zurechtzufinden. Das
liegt an den vielen RSS-Formaten und dem ungewohnten Zugang. Wie finden
denn Newbees den besten Einstieg bei RSS? Was raten Sie dazu Neulingen?

Siegfried Hirsch: Neulingen zu erklären, was RSS ist, fällt meist am Leichtesten mit Beispielen:
Bei einem Motorenhersteller, den ich kenne, haben wir mit Hilfe von
Technorati und MSN einige aggregierte Suchabfragen aufgesetzt, und es
war schnell klar, dass man immer nur einen Ausschnitt der aktuellen
Informationen sieht. Mit Hilfe von RSS lassen sich solche Such-Abfragen
abonnieren und damit beobachten.

Zusätzlich gibt es mittlerweile zahlreiche Suchmaschinen, bzw.
Kataloge für RSS-feeds und dort lässt sich recht schnell abschätzen, ob
es zu einem Thema schon die Informationen per RSS gibt. Die Spam- und
Virenproblematik hilft im Augenblick natürlich ungemein klarzumachen,
dass RSS eine attraktive Alternative ist.

Nico Zorn: RSS ist in der Tat noch nicht wirklich benutzerfreundlich: Welcher
„Ottonormalverbraucher“ weiß schon, was sich hinter dem kleinem
XML-Button verbirgt? Hinzu kommt: Häufig wird RSS überhaupt nicht
erklärt, es gibt noch nicht einmal einen Link zu weiteren
Informationen. Aktuell gehören Feedreader ja auch noch nicht zur
Grundaustattung eines Betriebssystems – was sich ja mit Windows Longhorn
ändern wird -, d.h. es gibt eine Vielzahl an Readern, die sich in der
Funktionsweise unterscheiden – eine Erklärung ist da nicht immer
leicht, zumal viele User schon mit dem Satz „Kopieren Sie den RSS-Link
in Ihre Zwischenablage“ überfordert sind. In einem IT-Frontal-Artikel  habe ich einige Tipps zur Usability von RSS zusammengestellt.

RSS-Anfängern rate ich häufig zu webbasierten RSS-Readern wie
Bloglines.com, damit sie sich RSS erst einmal ohne zusätzliche
Installation anschauen können. Nach einiger Zeit wollen viele die Feeds dann
aber doch „direkt auf ihrem Desktop“ haben…

4. Würden Sie einem Webmaster heute empfehlen, ganz radikal auf Newsletter
zu verzichten? Wenn nein, wie ergänzen sich beide idealerweise?

Nico Zorn: Nein, ich würde es definitiv nicht empfehlen, komplett auf Newsletter zu
verzichten! Das Thema RSS ist zwar wahnsinnig spannend und wird im
Onlinemarketing eine zunehmend wichtigere Rolle spielen, gar keine
Frage! Allerdings sollte man das Thema realistisch betrachten: Wenn
Sie heute auf die Straße gehen und einen x-beliebigen Passanten nach
RSS fragen, wird er ihnen vermutlich antworten, dass er von dieser
Partei noch nichts gehört hat.

Ich halte es für wichtig, RSS möglichst früh in den
Onlinemarketing-Mix zu integrieren und als Ergänzung zum Newsletter
anzubieten, allerdings sehe ich es zum gegenwärtigen Zeitpunkt
keinesfalls als Alternative: Ich kann es mir beispielsweise als
Betreiber eines Online-Shops nicht leisten, potentiellen Kunden zu
sagen „Okay, Du möchtest über Angebote informiert werden? Dann lade
erst einmal einen RSS-Reader runter!“

Sinnvoll halte ich aber eine
Kombination: denn dann kann der User den Kanal wählen, den er
bevorzugt. Aus diesem Grund haben wir übrigens in unserer E-Mail Marketing Software Features für die
Verbreitung von personalisierten RSS-Feeds implementiert und werden
diesem Thema auch künftig einen hohen Stellenwert beimessen.

5. Begreifen Firmen den Nutzen von RSS, sehen sie überhaupt einen für
sich? Gerade in umfassenden Intranets, wo man häufig hunderte von
Funkinformationsfeuern hat.

Siegfried Hirsch: Gestern Abend habe ich mir
das Interview mit den beiden
amerikanischen Siemens-Mitarbeitern, das es per MP3 gibt, angehört.
Dort
zeigt sich ganz klar, dass Konzerne wie Siemens intensiv dabei sind,
sich mit Blogs und RSS auseinanderzusetzen. Wir selbst haben bei
Siemens ein kleineres Projekt mit unserem ersten RSS-Reader erfolgreich
aufgesetzt. Der Nutzen ist klar – die Trennung von E-Mail für die
One-to-One-Kommunikation und RSS für die allgemeineren Informationen
über
Projekte. Aber auch der CEO von Siemens lässt ja bloggen – hab ich dort
rausgehört.

Nico Zorn: Wir stellen immer wieder fest, dass viele Unternehmen gerade erst
E-Mail als Marketinginstrument entdecken und vor der Herausforderung
stehen, zuverlässig eine große Anzahl personalisierter Mails zu
verschicken. Natürlich reden wir mit potentiellen Kunden auch über die
Möglichkeiten, die RSS als Marketinginstrument bietet und ein
grundsätzliches Interesse ist auch vorhanden – in den seltensten Fällen
geht es aber um den direkten Praxiseinsatz. Nicht zuletzt dank Longhorn
wird das Thema RSS Marketing aber an Bedeutung gewinnen und sich
zunehmend als Ergänzung zum Newsletter etablieren.

6.
In den Unternehmen stöhnen doch heute schon viele Mitarbeiter über den
Information Overload? Stellt RSS hierbei ein neues Problem dar oder ist
RSS vielleicht ein Teil einer Lösung? Wie sieht diese dann konkret aus?

Siegfried Hirsch: Ich denke, dass RSS eine große Chance bietet. Immer wieder höre
ich, dass gerade in großen Unternehmen per E-Mail alles und jedes
verteilt wird. Teils zur Absicherung, teilweise aber auch, weil nicht
bekannt ist, wer die Informationen eigentlich braucht. In dem von uns
gerade online gestellten Bundestagswahl-Reader stellen wir einen Feed-Kiosk zur Verfügung, mit dem sich die angebotenen Feeds nach Kategorien einteilen und sofort abonnieren lassen.

Damit können
Mitarbeiterggf. nur noch diejenigen Informationen abonnnieren, die für sie
relevant sind. Das noch kombiniert mit den Filtermöglichkeiten, die in
Zukunft noch viel mehr in RSS-Reader einen wichtigen Bestandteil bilden
werden, bietet die Möglichkeiten, die gebraucht werden, um nicht im
Information Overflow unterzugehen.

7. Wie sieht die weitere Entwicklung von RSS aus? Gibt es  z.B.
Tendenzen zur Individualisierung der Feeds? Damit sind nicht etwa
firmeneigene Informationssysteme (Intranetanwendungen) gemeint, sondern
kommerzielle Informationsdienste, die speziell für ein bestimmtes
Profil erstellt oder generiert werden (z.B. Newsticker für Ärzte,
Architekten, Reiseveranstalter mit besonderen Ansprüchen).

Siegfried Hirsch: Interessante Frage, und es ist
klar, dass so etwas kommen musste, denn
E-Mail bzw. Newsletter werden zunehmend mehr individualisiert.
Ich sehe in dieser Hinsicht folgende Entwicklungen auf uns zukommen.
RSS-Feeds zu erzeugen, ist in technischer Hinsicht wirklich trivial.
Dabei werden immer mehr RSS-Feeds aus den Informationen der Datenbanken
erzeugt.

Aber auch die angesprochene Möglichkeit geschützte Feeds zu abonnieren,
ist heute schon möglich und wird genutzt. Beispielsweise haben wir
einige geschützte Blogs, die wir in der Kundenkommunikation nutzen. Da
RSS-Feeds mehr und mehr dynamisch generiert werden, kann dabei
natürlich auch auf eine Benutzerkennung reagiert werden, wenn diese bei
der Anforderung übertragen wird.

8.
Eignet sich die E-Mail überhaupt noch für den Versand von Newslettern
oder sollte generell auf mehr garantierter Freiwilligkeit via RSS
gesetzt werden?

Nico Zorn: Bill Gates hat in einem Interview mit Fortune auf die Frage „Will we
get to a point when e-mail seems as quaint as letter writing does to us
today?” sehr treffend geantwortet: “No. There are communications you
want to target to a small set of people, and you want them to know
you’re putting your credibility behind saying, "Please pay attention to
this right now." That will always be a part of the mix.”

Das ist genau der Punkt: Ich halte es für sehr unwahrscheinlich,
dass Unternehmen künftig nur noch mittels RSS mit ihren (potentiellen)
Kunden kommunizieren. Wenn ich beispielsweise ausgewählte Kunden zu
einer Veranstaltung einladen, oder einen Gutschein zum Geburstag
verschicken möchte, ist E-Mail das perfekte Medium und es gibt etliche
weitere Szenarien.

Generell ist es schwierig, spezielle Angebote an beispielsweise
besonders gute Kunden zu schicken, wenn die Nachricht anschließend für
jeden (als RSS-Feed) einsehbar ist, d.h. ein exklusiver Mehrwert lässt
sich damit schwer bieten.Hinzu kommt, dass es im Zeitalter des
„Information-Overkill“ sicherlich viele User gibt, die eine monatliche
Zusammenfassung der wichtigsten Nachrichten bevorzugen (Wie viele
RSS-Feeds kann ein User „verarbeiten“?) – auch hierfür bietet sich
E-Mail an.

Für das „Massenmarketing“ (womöglich gar ohne ausdrücklicher
Erlaubnis) war E-Mail noch nie die richtige Wahl – es wäre schön, wenn
sich diese Erkenntnis auch dank RSS schneller durchsetzt…

Siegfried Hirsch: RSS-Feed sind sehr wohl in der Lage individualisiert zu werden. Das
Buch-Lese-Projekt von Russel Beattie (siehe Blogeintrag) zeigte damals, dass es technisch sehr wohl möglich ist. Der Nutzer muss sich lediglich mit einer Kennung-Id identifizieren.
Dann kann ein Programm einen individuellen RSS-Feed generieren, der nur
von diesem Benutzer gelesen werden kann, wenn zusätzlich noch ein
Passwortschutz dazukommt.

Nico Zorn: Da hat Siegfried Hirsch sicherlich Recht (wie oben geschrieben, nutzen wir auch
bereits personalisierte RSS-Feeds). Wenn ich allerdings mit einer
Anmeldung und einem Passwortschutz arbeite, ist der Anmeldeprozess fast
noch komplizierter als beim Double Opt-In Verfahren, d.h. ein
wesentlicher Vorteil entfällt.

9. Es gibt erste kostenpflichte Ansätze bei RSS. Dennoch bleibt
unklar, ob sich Advertising oder Paid-Ansätze durchsetzen können. Wird
es irgendwann ein "Pay-RSS" geben? – Oder gibt es das sogar schon?
Voraussetzung müsste natürlich sein, dass RSS-Reader in der Lage sind,
sich in passwortgeschützte Bereiche einzuloggen. Welche Reader könnten
das heute schon?

Siegfried Hirsch: Erste Reader, die Passwort-geschützte Feeds abonnieren können, gibt es
bereits. FeedDemon gehört dazu und auch unser RSS-Reader NewsBee lernt
den Zugang gerade. "Pay-RSS" kann sicherlich ein interessantes Modell
werden. Ob es akzeptiert wird, hängt ganz klar von den Inhalten ab. Wie
man bei den Zeitungsverlagen sieht, wird dort der Nutzen für die
Abonnnenten bzw. Online-Leser nicht sofort klar. Aber wenn es
Spezial-Informationen sind, bei denen heute schon die Nutzer bereit
sind, dafür Geld zu bezahlen, dann wird RSS nur ein weiterer Weg sein,
an die kostenpflichtigen Informationen zu kommen. Insofern halte ich die Entwicklung
durchaus für möglich, technisch auf jeden Fall und den Rest klärt der
Markt.

Nico Zorn: Ich denke, die Frage „Paid vs. Advertising“ hat nicht so viel mit
RSS zu tun, denn letztendlich ist es genau wie im Web: Es gibt
Bereiche, in denen Paid Content-Konzepte funktionieren, beispielsweise
wenn es um Fachinformationen geht. Für die tagesaktuellen (DPA) News
werde ich aber für einen kostenpflichtigen RSS-Feed genauso wenig Leser
gewinnen wie für einen kostenpflichtigen Newsletter, bzw. PDF-, oder
HTML-Dokumente – hier bleibt also in erster Linie Onlinewerbung als
Finanzierungsmöglichkeit übrig und ich bin mir sicher, dass wir künftig
wesentlich mehr Textanzeigen in RSS-Feeds sehen werden.

10. Wie wichtig
ist die Integration von RSS in Browser oder E-Mail-Tools überhaupt?
Macht ein eigner RSS-Reader in Zukunft überhaupt noch Sinn? Wie
schätzen Sie die Ausweitung der Spezifikationen ein, die durch
Microsoft in Longhorn eingeführt werden?

Siegfried Hirsch: Das
Microsoft sich in Seattle zur RSS bekannt hat, hat mich sehr gefreut.
1. gibt es dem Thema RSS viel mehr Auftrieb, 2. zeigt es, dass nicht
nur ich sondern auch Microsoft enormes Potential hinter RSS sehen, 3.
haben wir damit für unsere Anwendungen eine Basis, auf die wir
direkt aufsetzen können und zusätzliche Mehrwertdienste entwickeln
können., 4. es wird dazu führen, dass praktisch alles per Feed
verfügbar wird und abonniert werden kann.

Durch diese Entwicklung werden noch viel mehr Menschen Ideen entwickeln, was sie gerne abonnieren und weiterverarbeiten wollen.
Und darin seh ich auch den wesentlichen Unterschied zum Versand per
E-Mail bzw. in Newslettern. RSS-Feeds sind bereits stark strukturiert
und basieren auf XML. Damit lassen sich die Feeds von
Softwareprogrammen viel leichter verarbeiten als E-Mails. Damit lassen
sich viele Aufgaben automatisieren und damit auch die Menschen
entlasten. Denn die werden irgendwann nur noch den Level bestimmen, ab
dem sie über bestimmte Nachrichten informiert werden wollen und die
unwichtigeren Dinge können gelesen, bzw. bearbeitet werden, Zeit dafür
da ist.

11.
Während Newsletter im Prinzip verschiedene Inhalte umfassen und als
etwas Geschlossenes verschickt werden, erhält der Nutzer RSS zu jedem
einzelnen Artikel. Wo sehen Sie die Vorteile und Nachteile dieser
beiden Rezeptionsarten unter dem Aspekt der Frequenz?

Siegfried Hirsch: Für mich stehen beim getrennten Versand der Nachrichten bzw. Meldungen in RSS-Feeds die folgenden Punkte im Vordergrund:
1. lassen sich die getrennten Nachrichten wieder zusammenfügen
2. lassen sich verschieden Quellen von Nachrichten zusammenmischen
3. lassen sich die einzelne Teile besser herausfiltern, da es getrennte Informationseinheiten sind
4. lassen sich diese leichter weiterverarbeiten.

Newsletter sind prima, wenn man noch nichs anderes als E-Mail als
sein Kommunikationsinstrument nutzt. Aber ich bin heute froh, dass mein
Postfach die E-Mails von Geschäftspartnern und Freunden enthält, die ich
dadurch auch lese und denen ich wieder mehr Wert zu ordne, weil ich
eben alles andere im RSS-Reader habe.

Der Vorteil von RSS-Meldungen ist eben auch, dass ich nicht warten
muss, bis ein ganzer Newsletter beisammen ist, sondern bereits dann die
Nachricht kommt, wenn sie publiziert wird. Darauf muss ich nicht
reagieren – kann ich aber. Deshalb sind wohl auch Blogs und Meme, die
in Blogs verbreitet werden oftmals mit einem Lauffeuer zu vergleichen.

Nico Zorn: Ich denke, es ist immer eine Frage der Zielsetzung: Möchte ich wirklich
jeden Tag die neuen Angebote vom Onlineshop XY wissen? Einmal im Monat
oder dreimal im Jahr vielleicht, aber nicht jeden Tag… Hinzu kommt,
dass viele Unternehmen überhaupt nicht die Manpower für tagesaktuelle
Meldungen haben – ein monatlicher Newsletter ist da schon das Maximum…
Die Frequenz ist im E-Mail-Marketing ein wichtiges Kriterium und eine zu
hohe Frequenz führt schnell zu genervten Kunden und dementsprechend zu
einer niedrigeren Responserate. Insofern muss ich mir – völlig
unabhängig von der Frage „E-Mail oder RSS“ – natürlich genau überlegen,
wie oft ich Interessenten und Kunden anspreche…

Siegfried Hirsch: In Zukunft wird es sehr unterschiedliche und
auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtete RSS-Feeds geben.
Damit hat dann der Kunde die Wahl, was ihn interessiert und das
abonniert er auch. Beispiel: Autokauf, Flugreise oder EBay-Schnäppchen:
In Zukunft abonniere ich, was für mich relevant ist, dazu einen
entsprechend eingestellten, individuellen Feed. Wenn ich als Kunde
mein Ziel erreicht habe, bestelle ich den Feed einfach wieder ab. Das
sehe ich als kundenfreundliche Kommunikation von Unternehmen in der
Zukunft.

12. Wie selbstverständlich wird in Zukunft der Einsatz von RSS sein?

Siegfried Hirsch: Wer
spricht heut noch über HTML? Eigentlich doch nur die Web-Designer und
diejenigen, die Internet-Seiten bearbeiten wollen. Ich glaube in
Zukunft wird RSS das gleiche Schicksal erleiden. Es wird
einfach benutzt werden. Ob es dann noch RSS ist oder schon Atom, dem
möglichen künftigen Standard oder einem anderen Nachfolgeformat, das
ist wohl ziemlich egal.

Aber durch die Integration von RSS in das Betriebssystem und auf der
Client-Seite wird dazu führen, dass wir es nutzen, ohne davon noch groß
Kenntnis zu nehmen. Wir werden uns lediglich fragen, wie wir in
der Vergangenheit ohne RSS ausgekommen sind.

Nico Zorn: RSS wird in der nächsten Zeit genauso selbstverständlich sein, wie es
heute E-Mail schon ist. Ich rechne damit, dass noch einige Jahre vergehen, bis RSS wirklich bei der "breiten Masse"
angekommen und akzeptiert ist. Trotzdem gehört meiner Meinung nach RSS
schon heute in den Onlinemarketing-Mix, denn die Vorteile liegen auf
der Hand: Permission Marketing at its best.

Klaus Eck Klaus Eck ist freier Kommunikationsberater und einer der führenden Corporate-Influencer-Experten in Deutschland. Er ist Social-Media-Pionier, Buchautor und Content-Marketing-Profi. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die strategische Begleitung von Corporate-Influencer-Programmen. Seit Februar 2020 moderiert er regelmäßig das Corporate Influencer Breakfast und hat mehr als 60 Talks mit Gästen initiiert, in denen diese über ihre Erfahrungen mit Personal Branding, Corporate Influencern und CEO-Kommunikation berichten.

44 Replies to “BlogDialoge I: RSS in der Diskussion”

  1. Vielen Dank für die Einladung zum BlogDialog.
    Vergleiche sind zwar nicht immer ganz richtig, aber sie helfen zumindest ein Bild zu bekommen.
    RSS hilft beim Einsammeln von Nachrichten bzw. Meldungen von Internet-Seiten. D.h. man braucht die Seiten nicht mit der Browser abklappern um die neuesten Informationen zu sehen, sondern bekommt die Nachrichten sozusagen auf dem Tablett geliefert.

  2. meine Fragen an Euch:
    – begreifen Firmen den Nutzen von RSS, sehen sie überhaupt einen für sich? Gerade in umfassenden Intranets, wo man häufig hunderte von Funkinformationsfeuern hat.
    – Reicht das RSS Format dafür überhaupt aus, denn oft möchten Firmen in Intranets sehr strukturierte Filterkriterien ansetzen, um gezielt Infos im Wust zu finden. Es reicht ja eben nicht alleine, 200 Infos täglich per RSS zu pushen.
    – Nico: Würdest Du einem Webmaster heute empfehlen, ganz radikal auf Newsletter zu verzichten? Wenn nein, wie ergänzen sich beide idealerweise?
    – Klaus: Mach das Kommentarfeld breiter :-))

  3. Ebenfalls vielen Dank für die Einladung!
    Die Vorteile von RSS werden vor allem in Kombination mit Weblogs deutlich, d.h. ich erkläre zuerst immer, was ein Weblog ist (was ja nicht so einfach ist ;-). Irgendwann kommt dann meistens die Frage „Und woher weiß ich, wann jemand etwas geschrieben hat?“ Und genau dafür bietet sich ja RSS an 😉

  4. @Robert: „Würdest Du einem Webmaster heute empfehlen, ganz radikal auf Newsletter zu verzichten? Wenn nein, wie ergänzen sich beide idealerweise?“
    Nein, ich würde definitiv nicht empfehlen komplett auf Newsletter zu verzichten! Das Thema RSS ist wahnsinnig spannend und wird im Onlinemarketing eine zunehmend wichtigere Rolle spielen, gar keine Frage! Allerdings sollte man das Thema realisistisch betrachten: Wenn Sie heute auf die Straße gehen und einen x-beliebigen Passanten nach RSS fragen, wird er ihnen vermutlich antworten, dass er von dieser Partei noch nichts gehört hat 😉
    Ich halte es für wichtig, RSS möglichst früh in den Onlinemarketing-Mix zu integrieren und als Ergänzung zum Newsletter anzubieten, allerdings sehe ich es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinesfalls als Alternative: Ich kann es mir beispielsweise als Betreiber eines Online-Shops nicht leisten, potentiellen Kunden zu sagen „Okay, Du möchtest über Angebote informiert werden? Dann lade erst einmal einen RSS-Reader runter!“
    Sinnvoll halte ich aber wie oben bereits geschrieben die Kombination, denn dann kann der Usern den Kanal wählen, den er bevorzugt. Aus diesem Grund haben wir übrigens – etwas Eigenwerbung sei mir gestattet – in unserer E-Mail Marketing Software Features für die Verbreitung von personalisierten RSS-Feeds implementiert und werden diesem Thema auch künftig einen hohen Stellenwert beimessen.

  5. Auf die Frage von Robert:
    begreifen Firmen den Nutzen von RSS, sehen sie überhaupt einen für sich? Gerade in umfassenden Intranets, wo man häufig hunderte von Funkinformationsfeuern hat.
    Gestern abend hab ich mir das Interview mit den beiden amerikanischen Siemens-Mitarbeitern, das es per MP3 gibt angehört. Dort zeigt sich ganz klar, dass Konzerne wie Siemens intensiv dabei sind, sich mit Blogs und RSS auseinander zu setzen. Wir selbst haben bei Siemens ein kleineres Projekt mit unserem ersten RSS-Reader erfolgreich aufgesetzt. Der Nutzen ist klar – die Trennung von E-Mail für die 1zu1 Kommunikation und RSS für die allgemeineren Informationen über Projekte. Aber auch der CEO von Siemens lässt ja bloggen – hab ich dort rausgehört.

  6. zu Frage 2:
    Gerade für Menschen, die viele Informationen sichten müssen, weil Sie damit täglich zu tun haben und diese auswerten müssen, freut die Trennung von „Meldungen“ von ihrer Kommunikation per E-Mail. Das Postfach bleibt sozusagen sauber.
    RSS-Reader bietet dagegen vielfältige Möglichkeiten die Nachrichten zu filtern und einzuordnen. Damit fällt es dann wesentlich leichter RSS für das Sammeln und Auswerten der Meldungen zu nutzen.

  7. Zur zweiten Frage: „2. RSS ist erst durch Blogs wirklich bekannt geworden. Doch inzwischen nutzen auch zahlreiche Medien RSS, weil sie deren Potenzial nutzen wollen. Was macht RSS denn für die Medien so reizvoll? Oftmals verschicken die ihre Informationen doch bereits via Newsletter.“
    Heute können Unternehmen mit RSS vor allem Opinion Leader erreichen: Technik-begeisterte User, die häufig auch ein eigenes Blog veröffentlichen. Genau diese Tatsache macht RSS für Unternehmen interessant, da sie die virale Verbreitung von Nachrichten beschleunigen kann. Ein weiterer Punkt ist natürlich auch die Spam-Problematik, bzw. das Problem der „False Positives“ (also E-Mails, die fälschlicherweise als Spam gefiltert werden). Genau dieses Problem ist mit RSS (noch?) nicht gegeben.

  8. Hallo zusammen,
    da ich RSS schon eine Zeit lang verfolge, ist für mich der Nutzen, den man gegenwärtig damit erzielen kann, durchaus klar. Was mich interessiert, ist die weitere Entwicklung von RSS. Gibt es da z.B. Tendenzen zur Individualisierung der Feeds? Damit meine ich nicht etwa firmeneigene Informationssysteme (Intranetanwendungen) sondern kommerzielle Informationsdienste, die speziell für ein bestimmtes Profil erstellt oder generiert werden. (z.B. Newsticker für Ärzte, Architekten, Reiseveranstalter mit besonderen Ansprüchen)
    Frage dazu: bietet sich RSS dafür an? Allgemeiner: Wird es irgendwann ein „Pay-RSS“ geben? – Oder gibt es das sogar schon? Voraussetzung müsste natürlich sein, dass RSS-Reader in der Lage sind, sich in passwortgeschützte Bereiche einzuloggen. Welche Reader könnten das heute schon?
    Mit besten Grüßen von der Ruhr
    Peter Bieling, Schwerte

  9. Gruß in die Runde!
    Welche Bedeutung hat eurer Meinung nach eine Regionalisierung von RSS Feeds mit aktuellen regionalen Informationen im Vergleich zu regionalen Tageszeitungen?
    Peter

  10. 3. Bisher ist es nicht besonders leicht, sich bei RSS zurecht zu finden. Das liegt an vielen Formaten und dem ungewohnten Zugang. Wie finden denn Newbees den besten Einstieg bei RSS? Was raten Sie dazu Neulingen?
    Neulingen RSS zu erklären fällt meist am Leichtesten mit Beispielen. Bei einem Motorenhersteller, den ich kenne, haben wir mit Hilfe von Technorati und MSN einige aggregierte Suchabfragen aufgesetzt und es war schnell klar, dass man immer nur einen Snapshot der aktuellen Informationen sieht. Mit Hilfe von RSS lassen sich solche Such-Abfragen abonnieren und damit beobachten.
    Zusätzlich gibt es ja mittlerweile zahlreiche Suchmaschinen, bzw. Kataloge für RSS-feeds und dort lässt sich recht schnell abschätzen, ob es zu einem Thema schon die Informationen per RSS gibt. Die Spam- und Virenproblematik hilft im Augenblick natürlich ungemein klar zu machen, dass RSS da eine attraktive Alternative ist.

  11. Ich teile nicht die Ansicht, dass RSS nur auf Weblogs begrenzt ist. Grundsätzlich kann jeder Dienst mit einem Feed versehen werden.
    Wie schätzt Ihr die Aufweitung der Spezifikationen ein, die durch Microsoft in Longhorn eingeführt werden ein?
    =======
    RSS verführt dazu sich mit Information zu überfrachten und mit diffuser Irritation entweder ähnlich dem Powerpointvorwurf nur noch an der Oberfläche zu treiben oder aber zu kapitulieren.
    Wie sind hier die Erfahrungen im Intranet und wurden Filterfunktionen und Syndizierungsstrategien entwickelt, die in Richtung Einengung, Tiefe und Detail gehen?
    ========
    E-Mail hat den entscheidenden Nachteil, dass sie i.R. auf lokale persönliche Archive begrenzt ist.
    Selbst wenn man die Permission einer Person hat, ist nicht permanent die Gefahr, dass man in die Spamproblematik hineinrutscht?
    ========
    RSS ist unmittelbar zeitnah.
    E-Mail ist i.R. zusammengefasst und hält somit einen Spannungsbogen.
    Wo seht ihr die Vorteile und Nachteile dieser beiden Rezeptionsarten unter dem Aspekt der Frequenz?

  12. „3. Bisher ist es nicht besonders leicht, sich bei RSS zurechtzufinden. Das liegt an den vielen RSS-Formaten und dem ungewohnten Zugang. Wie finden denn Newbees den besten Einstieg bei RSS? Was raten Sie dazu Neulingen?“
    RSS ist in der Tat noch nicht wirklich benutzerfreundlich: Welcher „Ottonormalverbraucher“ weiß schon, was sich hinter dem kleinem XML-Button verbirgt? Hinzu kommt: Häufig wird RSS überhaupt nicht erklärt, es gibt noch nicht einmal einen Link zu weiteren Informationen. Aktuell gehören Feedreader ja auch noch nicht zur Grundaustattung eines Betriebssystems (was sich ja mit Windows Longhorn ändern wird), d.h. es gibt eine Vielzahl an Readern, die sich in der Funktionsweise unterscheiden – eine Erklärung ist da nicht immer leicht, zumal viele User schon mit dem Satz „Kopieren Sie den RSS-Link in Ihre Zwischenablage“ überfordert sind. Unter http://www.itfrontal.de/2005/06/really_simple_s.html habe ich eine Tipps zur Usability von RSS zusammengestellt.
    Neuligen rate ich häufig zu webbasierten RSS-Readern wie Bloglines.com, damit sie sich RSS erst einmal ohne zusätzliche Installation anschauen können. Nach einiger Zeit wollen viele das dann aber doch „direkt auf dem Desktop“ haben…

  13. @Silke: „Ich teile nicht die Ansicht, dass RSS nur auf Weblogs begrenzt ist.“
    Um Mißverständnisse zu vermeiden: Dieser Ansicht bin ich auch nicht. Ich benutze lediglich Weblogs, um RSS Einsteigern zu erklären – dafür bieten sich Blogs meiner Meinung nach an…

  14. 6. In den Unternehmen stöhnen doch heute schon viele Mitarbeiter über den Information Overload? Stellt RSS hierbei ein neues Problem dar oder ist RSS vielleicht ein Teil einer Lösung? Wie sieht diese dann konkret aus?
    Ich denke sogar, dass es eine grosse Chance ist. Immer wieder höre ich, dass gerade in grossen Unternehmen per E-Mail alles und jedes verteilt wird. Teils zur Absicherung, teilweise aber auch, weil nicht bekannt ist, wer die Informationen eigentlich braucht. Bei dem von mir gerade online gestellten Bundestagswahl-Reader haben wir eine Möglichkeit eingebaut, dass wir einen Feed-Kiosk zur Verfügung stellen, d.h. die angebotenen Feeds werden dort nach Kategorien eingeteilt und sind im Reader direkt zu abonnieren.
    Damit besteht wie ich meine die Möglichkeit, dass sich die Mitarbeiter nur noch diejenigen Informationen abonnnieren, die für sie relevant sind. Das noch kombiniert mit den Filtermöglichkeiten, die in Zukunft noch viel mehr in RSS-Reader einen wichtigen Bestandteil bilden werden, bieten die Möglichkeiten, die gebraucht werden, um nicht im Information Overflow zu ersticken.

  15. 7. Wie sieht die weitere Entwicklung von RSS aus? Gibt es z.B. Tendenzen zur Individualisierung der Feeds? Damit meine ich nicht etwa firmeneigene Informationssysteme (Intranetanwendungen) sondern kommerzielle Informationsdienste, die speziell für ein bestimmtes Profil erstellt oder generiert werden (z.B. Newsticker für Ärzte, Architekten, Reiseveranstalter mit besonderen Ansprüchen).
    Interessante Frage und es ist klar, dass sowas kommen musste, denn E-Mail bzw. Newsletter werden ja auch zunehmend mehr individualisiert.
    Ich seh in dieser Hinsicht folgenden Entwicklungen auf uns zukommen. RSS-Feeds zu erzeugen ist in technischer Hinsicht wirklich trivial. Dabei werden immer mehr RSS-Feeds aus den Informationen aus Datenbanken erzeugt. Siehe beispielsweise die Nutzung bei Apple, wo man sich die Stilrichtung der Musik per RSS-Feed abonnieren kann und die neuesten Titel dann im Postfach hat.
    Aber auch die angesprochene Möglichkeit geschützte Feeds zu abonnieren ist heute schon möglich und wird genutzt. Beispielsweise haben wir einige geschützte Blogs, die wir zur Kundenkommunikation nutzen. Da RSS-Feeds mehr und mehr dynamisch generiert werden, kann dabei natürlich auch auf eine Benutzerkennung reagiert werden, wenn diese bei der Anforderung übertragen wird.

  16. 8. „Eignet sich die E-Mail überhaupt noch für den Versand von Newslettern oder sollte generell auf mehr garantierter Freiwilligkeit via RSS gesetzt werden?“
    Bill Gates hat in einem Interview mit Fortune auf die Frage „Will we get to a point when e-mail seems as quaint as letter writing does to us today?” sehr treffend geantwortet: “No. There are communications you want to target to a small set of people, and you want them to know you’re putting your credibility behind saying, „Please pay attention to this right now.“ That will always be a part of the mix.” (Siehe http://www.fortune.com/fortune/investing/articles/0,15114,1071146-2,00.html )
    Das ist genau der Punkt: Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass Unternehmen künftig nur noch mittels RSS mit ihren (potentiellen) Kunden kommunizieren. Wenn ich beispielsweise ausgewählte Kunden zu einer Veranstaltung einladen, oder einen Gutschein zum Geburstag verschicken möchte, ist E-Mail das perfekte Medium und es gibt etliche weitere Szenarien.
    Generell ist es ja schwierig, spezielle Angebote an beispielsweise besonders gute Kunden zu schicken, wenn die Nachricht anschließend für jeden (als RSS-Feed) einsehbar ist, d.h. ein exklusiver Mehrwert lässt sich damit schwer bieten.Hinzu kommt, dass es im Zeitalter des „Information-Overkill“ sicherlich viele User gibt, die eine monatliche Zusammenfassung der wichtigsten Nachrichten bevorzugen (Wie viele RSS-Feeds kann ein User „verarbeiten“?) – auch hierfür bietet sich E-Mail an.
    Für das „Massenmarketing“ (womöglich gar ohne ausdrücklicher Erlaubnis) war E-Mail noch nie die richtige Wahl – es wäre schön, wenn sich diese Erkenntnis auch dank RSS schneller durchsetzt…

  17. 5. Begreifen Firmen den Nutzen von RSS, sehen sie überhaupt einen für sich? Gerade in umfassenden Intranets, wo man häufig hunderte von Funkinformationsfeuern hat.
    Wir stellen immer wieder fest, dass viele Unternehmen gerade erst E-Mail als Marketinginstrument entdecken und vor der Herausvorderung stehen, zuverlässig eine große Anzahl personalisierter Mails zu verschicken. Natürlich reden wir mit potentiellen Kunden auch über die Möglichkeiten, die RSS als Marketinginstrument bietet und ein grundsätzliches Interesse ist auch vorhanden – in den seltesten Fällen geht es aber um den direkten Praxiseinsatz. Nicht zuletzt dank Longhorn wird das Thema RSS Marketing aber an Bedeutung gewinnen und sich zunehmend als Ergänzung zum Newsletter etablieren.

  18. 9. Es gibt erste kostenpflichte Ansätze bei RSS. Dennoch bleibt unklar, ob sich Advertising oder Paid-Ansätze durchsetzen können. Wird es irgendwann ein „Pay-RSS“ geben? – Oder gibt es das sogar schon? Voraussetzung müsste natürlich sein, dass RSS-Reader in der Lage sind, sich in passwortgeschützte Bereiche einzuloggen. Welche Reader könnten das heute schon?
    Erste Reader die Passwort-geschützte Feeds abonnieren können gibt es bereits. FeedDemon gehört dazu und auch unser RSS-Reader NewsBee lernt den Zugang gerade. „Pay-RSS“ kann sicherlich ein interessantes Modell werden. Ob es akzeptiert wird, hängt ganz klar von den Inhalten ab. Wie man bei den Zeitungsverlagen sieht, wird dort der Nutzen für die Abonnnenten bzw. Online-Leser nicht sofort klar. Aber wenn es Spezial-Informationen sind, bei denen heute schon die Nutzer bereits sind, dafür Geld zu bezahlen, dass wird RSS nur an weiterer Weg werden an die Informationen zu kommen. Insofern halte ich die Entwicklung durch aus fr möglich, technisch auf jeden Fall und den Rest klärt der Markt.

  19. @Nico zu Punkt 8:
    RSS-Feed sind sehr wohl in der Lage individualisiert zu werden. Das Buch-Lese-Projekt von Russel Beattie (siehe mein Blogeintrag:
    http://www.rss-blogger.de/b2e/blogs/index.php?blog=5&title=bucherlesen_pro_tag_eine_seite_oder_mehr&more=1&c=1&tb=1&pb=1) zeigte damals, dass es technisch sehr wohl möglich ist.
    Der Nutzer muss sich lediglich mit einer Kennung-Id identifizieren. Dann kann ein Programm einen individuellen RSS-Feed generieren, der nur von diesem Benutzer gelesen werden kann, wenn zusätzlich noch ein Passwortschutz dazukommt.

  20. 9. „Es gibt erste kostenpflichte Ansätze bei RSS. Dennoch bleibt unklar, ob sich Advertising oder Paid-Ansätze durchsetzen können. Wird es irgendwann ein „Pay-RSS“ geben? – Oder gibt es das sogar schon? Voraussetzung müsste natürlich sein, dass RSS-Reader in der Lage sind, sich in passwortgeschützte Bereiche einzuloggen. Welche Reader könnten das heute schon?“
    Ich denke, die Frage „Paid vs. Advertising“ hat nicht so viel mit RSS zu tun, denn letztendlich ist es genau wie im Web: Es gibt Bereiche, in denen Paid Content-Konzepte funktionieren, beispielsweise wenn es um Fachinformationen geht. Für die tagesaktuellen (DPA) News werde ich aber für einen kostenpflichtigen RSS-Feed genauso wenig Leser gewinnen wie für einen kostenpflichtigen Newsletter, bzw. PDF-, oder HTML-Dokumente – hier bleibt also in erster Linie Onlinewerbung als Finanzierungsmöglichkeit übrig und ich bin mir sicher, dass wir künftig wesentlich mehr Textanzeigen in RSS-Feeds sehen werden…

  21. Bemerkungen zu RSS:
    · Schon am Anfang der RSS-Zeiten habe ich mich wenig um RSS-Reader gekümmert, denn diese Funktionalität wandert langsam in die Browser. In zwei Jahren wird ein Browser ohne RSS-Reader eine Seltenheit sein. – Und das wird dann auch die Verbreitung fördern.
    · RSS wird von Leuten genutzt, die viel lesen und viel online kommunizieren. Früher nannte man sie Multiplikatoren. Mit einem RSS-Angebot erzeugt man also ‚Buzz’: die eigenen Infos reisen schneller und weiter – durchaus mit Menschen als Zwischenstationen.
    · Ich nutze http://Bloglines.com als RSS-Aggregator, denn dann kann ich an beliebigen Rechnern unterwegs schauen, was Freunde, Bekannte und ‚alte Medien’ heute so zu erzählen haben.
    · Ich subskribiere wesentlich mehr Feeds als ich je lesen kann. Nicht weil ich den Overload will, sondern weil ich so binnen einer Stunde über jedes meiner Interessengebiete – nach denen sind meine Feeds sortiert – auf dem neuen Stand sein kann, wenn das gerade gefragt ist. (http://www.bloglines.com/public/OliverG)
    · Bloglines hat nette Features, zum Beispiel erzeuge ich aus meinen Themen-Feeds Blogrolls, die ich wiederum den Leserinnen und Lesern meines Blogs in einer separaten Kategorie zur Verfügung stelle: http://typo.twoday.net/topics/blogrolls/
    · Aktuell benutze ich Bloglines um effizient Themen für zwei Blogs zu recherchieren, die ich professionell beliefere – und es bewährt sich.

  22. zu 10:
    Das Microsoft sich in Seattle zur RSS bekannt hat, hat mich sehr gefreut.
    1. gibt es dem Thema RSS viel mehr Auftrieb
    2. zeigt es, dass nicht nur ich sondern auch Microsoft enormes Potential hinter RSS sehen 😉
    3. haben wir damit für unsere Anwendungen eine Basis, auf die wir direkt aufsetzen können und zusätzliche Mehrwertdienste entwickeln können.
    4. es wird dazu führen, dass praktisch alles per Feed verfügbar wird und abonniert werden kann.
    Durch diese Entwicklung werden noch viel mehr Menschen Ideen bekommen, was sie gerne abonnieren wollen und weiterverarbeiten wollen. Und darin seh ich auch den wesentlichen Unterschied zum Versand per E-Mail bzw. in Newslettern. RSS-Feeds sind bereits stark strukturiert und basieren ja auf XML. Damit lassen sich die Feeds von Softwareprogrammen viel leichter verarbeiten als E-Mails. Damit lassen sich viele Aufgaben automatisieren und damit auch die Menschen entlasten. Denn die werden irgendwann nur noch den Level bestimmen, ab dem sie über bestimmte Nachrichten informiert werden wollen und die unwichtigeren Dinge können gelesen, bzw. bearbeitet werden, Zeit dafür da ist.

  23. @Siegfried:
    „RSS-Feed sind sehr wohl in der Lage individualisiert zu werden. Das Buch-Lese-Projekt von Russel Beattie (siehe mein Blogeintrag:
    http://www.rss-blogger.de/b2e/blogs/index.php?blog=5&title=bucherlesen_pro_tag_eine_seite_oder_mehr&more=1&c=1&tb=1&pb=1) zeigte damals, dass es technisch sehr wohl möglich ist.
    Der Nutzer muss sich lediglich mit einer Kennung-Id identifizieren. Dann kann ein Programm einen individuellen RSS-Feed generieren, der nur von diesem Benutzer gelesen werden kann, wenn zusätzlich noch ein Passwortschutz dazukommt.“
    Da hast Du sicherlich Recht (wie oben geschrieben nutzen wir ja auch bereits personalisierte RSS-Feeds). Wenn ich allerdings mit einer Anmeldung und einem Passwortschutz arbeite, ist der Anmeldeprozess fast noch komplizierter als beim Double Opt-In Verfahren, d.h. ein wesentlicher Vorteil entfällt…

  24. zu 11:
    Für mich stehen beim getrennten Versand der Nachrichten bzw. Meldungen in RSS-Feeds die folgenden Punkte im Vordergrund:
    1. lassen sich die getrennten Nachrichten wieder zusammenfügen
    2. lassen sich verschieden Quellen von Nachrichten zusammenmischen
    3. lassen sich die einzelne Teile besser herausfiltern, da es getrennte Informationseinheiten sind
    4. lassen sich diese leichter weiterverarbeiten.
    Newsletter sind prima, wenn man noch nichs anderes als E-Mail als sein Kommunikationsinstrument nutzt. Aber ich bin heute froh, dass mein Postfach die E-Mails von Geschäftspartner und Freunden enthält, die ich dadurch auch lese und denen ich wieder mehr Wert zu ordne, weil ich eben alles andere im RSS-Reader habe.

  25. kleine Ergänzung zu 11:
    Der Vorteil von RSS-Meldungen ist eben auch, dass ich nicht warten muss, bis ein ganzer Newsletter beisammen ist, sondern bereits dann die Nachricht kommt, wenn sie publiziert wird. Darauf muss ich nicht reagieren – kann ich aber. Deshalb sind wohl auch Blogs und Meme, die in Blogs verbreitet werden oftmals mit einem Lauffeuer zu vergleichen.

  26. 11. „Welche Bedeutung hat eigentlich der Unterschied zwischen RSS und E-Mail. Während Newsletter im Prinzip verschiedene Inhalte umfassen und als etwas Geschlossenes verschickt werden, erhält der Nutzer RSS zu jedem einzelnen Artikel. Wo sehen Sie die Vorteile und Nachteile dieser beiden Rezeptionsarten unter dem Aspekt der Frequenz?“
    Ich denke, es ist immer eine Frage der Zielsetzung: Möchte ich wirklich jeden Tag die neuen Angebote vom Onlineshop XY wissen? Einmal im Monat oder dreimal im Jahr vielleicht, aber nicht jeden Tag… Hinzu kommt, dass viele Unternehmen überhaupt nicht die Manpower für tagesaktuelle Meldungen haben – ein monatlicher Newsletter ist da schon das Maximum… Die Frequenz ist im Email Marketing ein wichtiges Kriterium und eine zu hohe Frequenz führt schnell zu genervten Kunden und dementsprechend zu einer niedrigeren Responserate. Insofern muss ich mir – völlig unabhängig von der Frage „E-Mail oder RSS“ – natürlich genau überlegen, wie oft ich Interessenten und Kunden anspreche…

  27. 12. Wie selbstverständlich wird in Zukunft der Einsatz von RSS sein?
    Wer spricht heut noch über HTML? Eigentlich doch nur die Web-Designer und diejenigen, die Internet-Seiten bearbeiten wollen.
    Ich glaube in Zukunft wird RSS das gleiche Schicksal erleiden. Es wird einfach benutzt werden. Ob es dann noch RSS ist oder schon Atom, dem möglichen künftigen Standard oder einem anderen Nachfolgeformat, das ist wohl ziemlich gleich.
    Aber durch die Integration von RSS in das Betriebssystem und auf der Client-Seite wird dazu führen, dass wir es nutzen ohne davon noch gross Kenntnis zu nehmen. Wir werden uns wohl lediglich fragen, wie wir in der Vergangenheit ohne RSS ausgekommen sind.

  28. @Nico in 11:
    Ich denke vielmehr, dass es in Zukunft viel mehr unterschiedliche und auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtete RSS-Feeds geben wird. Damit hat dann der Kunde die Wahl, was ihn interessiert und das abonniert er dann.
    Beispiel: Autokauf, Flugreise oder EBay-Schnäppchen:
    In Zukunft abonniere ich mir, dann wenn es relevant ist den entsprechend eingestellten individuellen Feed und wenn ich als Kunde mein Ziel erreicht habe, bestelle ich den Feed einfach wieder ab.
    Das sehe ich als kundenfreundliche Kommunikation von Unternehmen in der Zukunft.

  29. 12. Wie selbstverständlich wird in Zukunft der Einsatz von RSS sein?
    RSS wird in der nächsten Zeit genauso selbstverständlich werden, wie es heute E-Mail schon ist. Ich denke aber auch, dass noch einige Jahre (Monate?) vergehen werden, bis RSS wirklich bei der „breiten Masse“ angekommen und akzeptiert ist. Trotzdem gehört meiner Meinung nach RSS schon heute in den Onlinemarketing-Mix, denn die Vorteile liegen auf der Hand: Permission Marketing at its best.

  30. @Oliver: das ist ein sehr schönes Beispiel, wie man heute schon RSS wirklich sinnvoll nutzen kann.
    Aber gerade in dieser Hinsicht werden sich wohl künftig noch viele Möglichkeiten rund um RSS ergeben. Alleine schon podcasting, was gar nicht genannt wurde bisher, wäre ohne RSS so in dieser Form nicht möglich.

  31. RSS-Overload: Ich sprach aus Erfahrung. Hat man erst einmal begriffen wie man RSS-Feed syndiziert, verläuft nach persönlicher Erfahrung und in Gesprächen mit anderen der Umgang in Phasen:
    Erste Abos alles einen Ordner
    Sortierung in mehrere Ordner
    Overkill der Feeds, man kommt nicht mehr hinterher.
    hier nun spalten sich weiteres Vorgehen:
    a) radikales eingrenzen der Feeds (löschen der Abos)
    b) sporadisches reinschauen
    c) Mischformen
    So mancher abonniert Googlealerts oder TAG-Feeds um nach Stichworten Informationen zu erhalten.
    Keine der Methoden grenzt effizient Themenbereiche ein, hierzu sind Wortkombinationen sinniger.
    In wie weit gibt es hier bereits Lösungen um sich den idealen Informationscocktail zu mixen?
    ======
    Wie ist im Intranet das Verhalten in Bezug auf RSS per E-Mail? Werden hier kompromisse geschlossen, um das Werkzeugset und den Schulungsaufwand zu verkleinern?

  32. Feed-Tipps:
    Ich hab folgede Strategie.
    a) Kategorie für Blogs von ‚Freunden‘, d.h. Blogs von Leuten, mit denen ich in persönlicher Kommunkation stehe. Diese Blogs zu lesen ist genau so wichtig, wie die Mails dieser Leute zu lesen. Hier abonniere ich z.T. auch deren Kommentarfeeds oder Flickr-Feeds u.ä.
    b) ‚Regular‘ Blogs, bei denen ich regelmäßig reinschaue und nichts verpassen will.
    a) + b) werden NIE ungelesen als gelesen markiert.
    d) ‚Auswerten‘: „Konventionelle“ Newsquellen (eher keine Blogs) oder Suchen zur allgemeinen Auswertung, ‚mal sehen was da ist‘. Dazu gehören auch Tag-Abos bei del.icio.us und furl. Dort steeh Heise und Golem udn Telepolis. Also grob: „Was man durchgesehen haben sollte.“
    e) Eigene Blogs, naja auch um zu testen ob der Feed tut 😉
    f) – xx99) Feeds nach Themen oder Personengruppen (Bloganbieter, Blog-Consultants, Autoren, Literatur, „Leute, die mich in ihrer Blogroll haben“, Kunst, Kultur, Blogs über Medien, business blogs deutsch, business blogs Englisch, …)
    f) ist der Teil, bei dem ich nur turnusmäßig schaue, was los ist, wo ich merke, wenn ein Blog eingestellt wird oder welche Blogs besonders ‚busy‘ sind. Da wird auch mal pausal eine ganze Kategorie mit ein paar tausend Einträgen als gelesen markiert.
    Im Sektor f) sind aber eben auch Feedsammlungen zu Themen, über die ich professionell blogge. (Sofern sie nicht durch ‚auswerten‘ abgedeckt sind.) Das sind dann oft auch Stichwort-Feeds (= Blogline-Suchen) oder Tag-Abos.

  33. Offiziell ist der BlogDialog zwar jetzt zu Ende, doch natürlich können die Diskussione in den Kommentaren weitergehen. Nico Zorn und Siegfried Hirsch werden immer wieder einmal vorbeischauen und darauf ggf. reagieren. Nur eben nicht mehr ganz so zeitnah. Vielen Dank für die zahlreichen Fragen, Anregungen und Meinungen.

  34. @Silke zu RSS Information Overload, und der Zukunft des RSS:
    Ich seh das auch so:
    Der Overload der RSS Feeds wird den nutzbaren Informationsgehalt verwässern.
    Mögliche Lösungen fallen unter Mischformen, soviel ist mir klar.
    Drei Aspekte dazu:
    1. Das Scannen von RSS Feeds kann befriedigend nicht automatisiert ((Suchwort + Suchwort) OR Suchwort) bewertet werden, Beispiele: a, Die nicht zielgerichtete Umweltbeobachtung. b, Hoch focussierte Themendiskussionen in Bildung und Forschung, die Intranet / XTranet übergreifend ablaufen. Ohne Rechtemanagement des Zugriffs zerfällt die Aggregation, scheitert am Firewall.
    2. Eine Aggregation von RSS Feeds durch einen customized RSS Client ist für die Anwender zu kompliziert, selbst wenn der Client eine Feedvorauswahl von einem Server abholt und anbietet.
    3. Die Menschliche redaktionelle Kompetenz zur Auswahl von wirklich wertvollen, innovativen, oder gefährlichen (…) aus den Beiträgen von RSS Feeds ist nicht ersetzbar. Je hochwertiger die Informationen eines dynamisch generierten RSS „Content Aggregations“ Feeds sein sollen, desto mehr Redakteure brauchts. Am Ende wird dann ein RSS Feed stehen.
    Oder so ähnlich…
    Peter

  35. Wir (news aktuell mit dem Service OTS) setzen RSS massiv seit Januar 2004 ein. Wir haben ja auch einen Newsreader auf der Basis von Siegfrieds NewsBee entwickeln lassen (http://otsnewsreader.de). Unsere Erfahrungen sind, dass (1) Journalisten zunehmend nach RSS fragen und es einsetzen, (2) wir mit guten Gründen in der Kampagne auf das Wort RSS verzichten, (3) es für zunehmend mehr Kunden ein positives K.O.-Kriterium ist (also zur Kaufentscheidung führt), dass und vor allem _wie_ wir RSS einsetzen.
    Dazu kommt für en Unternehmen wie news aktuell noch der bisher nicht diskutierte Bereich von Content-Syndication, der mit RSS wahnsinnig einfach ist. Hier haben wir darum auch investiert.
    Wir rechnen damit, dass RSS in unserem Geschäftsfeld (Kommunikation unter Profis in PR und Journalismus, zunehmend auch in Microzielgruppen) sehr zügig mehr als nur ein Nischenthema sein wird.
    Und @Nico Zorn: Ich komme bei Erklärungen meistens nicht von Blogs her, sondern von www und Mail – und deren Vor- und Nachteilen. Mache ich in meine Vorträgen gute Erfahrungen mit.

  36. Ich finde es interessant, dass selbst Leute, die schon lange mit RSS zu tun haben, aus dem Stand keine einfache Definition bieten können. Sogar die Auflösung des Akronyms würde Schwierigkeiten bereiten, steht es nun für „Really Simple Syndication“ oder „Rich Site Summary“ oder wie SOAP inzwischen für gar nichts mehr? Mir gefällt der Erklärungsversuch von David Megginson (http://www.megginson.com/blogs/quoderat/archives/2005/03/31/rest-and-rss/), wonach RSS ein HTML für Daten sei. Aber das ist auch nur eine vage Beschreibung.
    Wenn RSS dank Google und Microsoft Mainstream wird, heißt das für mich nicht, dass sich die Mehrzahl der Web-Nutzer mit dieser Technik auseinandersetzen werden. Vielmehr geht es darum, anwenderfreundliche Software zu entwickeln, die den Normalverbraucher von RSS abschirmt. Die heutigen RSS-Reader, die Informationen nach dem Vorbild des Usenet aufbereiten, sind für diese Zielgruppe m.E. nicht geeignet. Sie werden zukünftig eher so aussehen wie CNets Newsburst oder Findory.
    P.S. Ich finde den BlogDialog ein interessantes Experiment. Allerdings zeigt es die Grenzen der Blog-Kommentarfunktion sehr deutlich. Man würde sich zumindest eine baumförmige Darstellung („Threads“) wünschen, um der Diskussion folgen zu können.

  37. @Peter Löwenstein
    Über Ganze Wortfeld/Synonym-Kombinationen ist eine gute Trennung in vorsortierten Feed mit Sicherheit sehr effizient. Ich kann mir nicht vorstellen, das in einem solchen Feld noch ein weiterer menschlicher Vorsorter erforderlich wird.
    Intranet oder halboffene Gesellschaftskreise, die noch nicht gelernt haben mit einer offenen Gesprächskultur umzugehen, werden es lernen müssen.

  38. @Wolfgang: Soweit ich weiß, heißt RSS 2.0 Real Simple Syndication, RSS 0.9 und 1.0 Rich Site Summary. (Wikipedia?)
    @Silke: Dave Winer arbeitet an einem neuen Code, wo der ideale Cocktail nach dem mixen rauskommen soll. Sprich Suche in den vorabonnierten Feeds nach irgendwelchen Tags. Oder so ähnlich. Das wird aber noch dauern.

  39. Studie belegt: Keine Sau nutzt RSS

    Weblogs sind das beste, was der Welt seit der Abschaffung der Salzdüngung passiert ist. Diese These vertritt ein Freund von mir seit Jahren – unter anderem gegenüber allen, die es hören wollen. Der engagierte Blogger und Blog-Berater macht drei Gründe …

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